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RHETORISCHE MITTEL | Übersicht, Erklärungen & Beispiele

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Rhetorische Mittel

Definition: Rhetorik & rhetorische Mittel

Der Begriff Rhetorik kommt vom Griechischen rhētorikḗ und meint sowohl die Redekunst selbst, als auch die Lehre davon (vgl. Duden Rhetorik 05.04.2018). Damit ist es „keine Wissenschaft von Sachen und Sachverhalten, sondern die Kunst ihrer Darstellung und Mitteilung“ (Baumgarten 2007: 3). Die alten Griechen sahen in der Rhetorik eine Methode Reden entwerfen zu können, die den gegenüber geschickt überzeugen konnten (vgl. Rapp 2002: 215).

Rhetorische Mittel sind eine Unterkategorie zu allgemeinen sprachlichen Mitteln und Stilmitteln, da sich rhetorische Mittel hauptsächlich auf gesprochene Sprache beziehen oder Texte, die auch zur Rezitation gedacht sind.

Rhetorische Mittel beziehen sich damit auf sprachliche Mittel, die verwendet werden um einen mündlichen Vortrag besonders überzeugend, überraschend oder aussagekräftig zu gestalten. „Rhetorisches Wissen ist insgesamt durch die rhetorische Theorie systematisiertes sprachliches Wissen“ (Landfester 2008: 318).

Damit beruhen rhetorische Mittel „in Wortwahl, Satzbau und Gedankenführung auf vorsätzlichen Abweichungen von der gewohnten Ausdrucksweise und von der Erwartung des Hörers“ (Baumgarten 2007: 3). Rhetorische Mittel sollen das „Denken [des Zuhörers] in die gewünschte Richtung lenken […] und seine Entscheidung auch ohne sein Zutun oder gegen seinen Willen positiv oder negativ verändern“ (Baumgarten 2007: 3).

Prolog: rhetorische Mittel

Ausdruck und Sprache sind ein wichtiges Mittel, um dem Gegenüber, ob Betreuer, Prüfer oder Lehrer, die eigene sprachliche Kompetenz zu vermitteln. Dabei macht der Ton die Musik und so kommt der sprachlichen Gestaltung (z. B. durch rhetorische Mittel) auch ein besonderer Wert zu. In einer Rede ist die Sprachwahl mehr als nur ein Mittel um Informationen zu vermitteln, sondern auch ein Werkzeug um die Aussage der Rede weiter zu verstärken.

Die Sprache ist bei so einem Vortrag oder auch in wissenschaftlichen Arbeiten aber nicht kompliziert verschnörkelt oder gar poetisch, sondern eher sachlich gehalten. Dabei gilt: je präziser, desto besser.

Deshalb eignen sich die meisten rhetorischen Mittel weniger zum Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten als vielmehr zur Interpretation bestimmter Texte oder aber um ein Kolloquium entsprechend überzeugend zu gestalten. Auch bei Referaten und Vorträgen ist es hilfreich, sich über die Wirkung der eigenen Sprachwahl mit Hilfe von rhetorischen Mitteln bewusst zu sein.

Rhetorische Mittel: Kategorien

Rhetorische Mittel können in drei verschiedene Kategorien eingeteilt werden, die sowohl Auskunft über den Zweck als auch die Wirkung des rhetorischen Mittels geben.

rhetortische Mittel Kategorien

(adaptiert von Baumgarten 2007: 3)

Im Folgenden sollen nun die wichtigsten und am häufigsten verwendeten rhetorischen Mittel aufgezeigt, erklärt und mit Beispielen belegt werden, sowie rhetorische Mittel aufgeführt werden die einen gehobenen sprachlichen Stil suggerieren und damit auch geeignet sind für wissenschaftliche Vortrage und Abschlussarbeiten, wie Hausarbeit oder Bachelorarbeit. In diesem Zuge wird auch erklärt, welche rhetorischen Mittel du in einer wissenschaftlichen Arbeit vermeiden solltest.

Die wichtigsten rhetorischen Mittel auf einen Blick

Rhetorische MittelErklärungBeispiel
AkkumulationAnstelle eines Oberbegriffs werden bei diesem rhetorischen Mittel mehrere Unterbegriffe aufgezählt (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 75)„Nun ruhen alle Wälder/Vieh, Menschen, Städte und Felder/ […]“(Paul Gerhardt)-> die ganze Welt schläft (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 75)
Allegorie„Systematisierte Metapher, durch Reflektion zu erschließen“ (Winkler 2011: 18)Amor = Liebe; Justitia = Gerechtigkeit
AlliterationBei diesem rhetorischen Mitteln wird der Anfangsbuchstabe oder –laut in einem Satz bei mehreren Wörtern wiederholt (vgl. Baumgarten 2007: 4)Wir Wiener Waschweiber würden weiße Wäsche waschen… (Baumgarten 2007: 4)
Anapher „Wiederaufnahme: Zwei oder mehrere Wortgruppen oder Sätze beginnen mit demselben Wort“ (Baumgarten 2007: 5)Wer nie sein Brot mit Tränen aß,/ Wer nie die kummervollen Nächte/ […]“ (Goethe: „Harfenspieler“) (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991:75)
Antithese Dieses rhetorische Mittel dient als 1. Gegenbehauptung zu einer These, 2. stilistische Gegenüberstellung (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 75)„Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang.“ (Schiller: „Das Lied von der Glocke“)
ChiasmusKreuzstellung von Wörtern: entsprechende Bedeutung mit umgekehrter ReihenfolgeRhetorische Mittel Chiasmus Beispiel
(Baumgarten 2007: 8)
Ellipse „Auslassung eines Satzteils, der zum Verständnis nicht unbedingt notwendig ist.“ (Mettenleiter & Knöbl 1991: 76)„Je schneller, desto besser.“; „Jung gewohnt, alt getan.“ (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 76)
Euphemismus„Beschönigende Umschreibung einer unangenehmen, anstößigen oder unheilbringenden Sache“ (Mettenleiter & Knöbl 1991:76)Das Zeitliche segnen -> sterben; Nullwachstum -> Stagnation
Homonym Mehrdeutiges Wort, z. B. eigentliche und metaphorische Bedeutung. (vgl. Baumgarten 2007: 15)• Schärfe des Schwertes: Schneide
• Schärfe der Augen: Sehkraft
• Schärfe der Soldaten: Front.
(vgl. Baumgarten 2007: 15)
Hyperbel „Übertreibung des Ausdrucks im vergrößerndem oder verkleinerndem Sinne.“ (Mettenleiter & Knöbl 1991: 76)Schneckentempo, Blitzschnell, himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Ironie „Ausdruck des Gemeinten durch eine nicht ernst gemeinte Formulierung seines Gegenteils“ (Hengelbrock 2011: 38)„Schöne Bescherung“, „Du bist mir ein sauberer Freund“ (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 33)
Metapher Bei diesem rhetorischen Mittel wird ein Wort nicht im eigentlichen Sinne gebraucht, sondern bekommt eine bildliche Bedeutung (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 25)Fuchs= listiger Mensch; Schiff der Wüste= Kamel (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 25)
Onomatopoesie/ LautmalereiMit dem Klang des Wortes soll ein Klang nachgeahmt werden das gleichfalls der Bedeutung entspricht (vgl. Baumgarten 2007: 19)„Plumpsen, plätschern, quicken, zischen, Kuckuck“ (Baumgarten 2007: 19)
Oxymoron Bei diesem rhetorischen Mitteln werden zwei Begriffe verbunden, die sich eigentlich logisch ausschließen (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 76)Alter Knabe, bittere Süße
Parallelismus„gleicher Bau einander entsprechender Satzglieder bei annährend gleicher Wortzahl“ (Hengelbrock 2011: 38)„Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee“ (Goethe: „Westöstlicher Divan“)
Personifikation „Einführung konkreter Dinge sowie abstrakter und kollektiver Begriffe als handelnde Wesen“ (Hengelbrock 2011: 38)„Gevatter Tod“ (M. Claudius)
Sarkasmus Höhnende Rede bzw. beißender Spott zeichnen dieses rhetorische Mittel aus (Harjung 2000: 390)„Gab es das Kleid auch in deiner Größe?“

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rhetorische Mittel PDF Überblick

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Beispiele für gehobene Rhetorische Mittel 

Besonders ausdrucksstarke rhetorische Mittel eignen sich vor allem für Reden um die Zuhörer zu überzeugen aber auch teilweise um den Vortrag etwas aufzulockern.

Hierbei handelt es sich um rhetorische Mittel, die dir sicher beim alltäglichen Sprachgebrauch oder aber in einem Schulbuch auch schon das ein oder andere Mal begegnet sind. Am besten, du machst dir also hier noch einmal genau die Wirkung des jeweiligen rhetorischen Mittels bewusst.

Zu beachten: Vermeide in deinem Vortrag, dem Kolloquium oder einem Referat Formulierungen und rhetorische Mittel, die dich unsicher wirken lassen in Bezug auf deine eigenen Aussagen. Du hast gut recherchiert und eine These, die du nicht nur vertreten möchtest, sondern auch deinen Zuhörern vermitteln möchtest – erinnere dich an den Zweck der Rhetorik bzw. rhetorischer Mittel: das Überzeugen!

Es besteht also kein Grund, Vorsichtsfloskeln, wie „angeblich“ oder „vermutlich“ zu verwenden und sich so zu distanzieren und die eigenen rhetorischen Mittel abzuschwächen.

Rhetorische MittelErklärungBeispielWirkung des rhetorischen Mittels
AnspielungHinweis in versteckter, beiläufiger Form (vgl. Achhammer & Gebhardt 1997: 106)Ich will ja nichts verraten, aber…Neugier wecken, Aufmerksamkeit erregen
Antiklimax„Die Glieder einer Aufzählung verlieren an Gewicht, Bedeutung“ (Baumgarten 2007: 6)„Herr Präsident, Herr Minister, meine Damen und Herren!“ (Baumgarten 2007: 6)Besondere Betonung & Hervorhebung
AntonomasieBei diesem rhetorischen Mittel handelt es sich um eine Umbenennung (vgl. Winkler 2011: 18)Barbarossa statt Friedrich I.Besondere Betonung & Hervorhebung
apò koinûBei diesem rhetorischen mittel werden Wörter vom Gemeinsamen in einer Aufzählung abgetrennt (vgl. Baumgarten 2007: 7)„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.“ Johann Wolfgang von Goethe (vgl. Baumgarten 2007: 7)Besondere Betonung & Hervorhebung
concessio„Ein vom Gegner geäußertes Argument wird scheinbar anerkannt und sogleich widerlegt“ (Baumgarten 2007: 9)„Hier kommt gleich das Argument, daß (sic!) nicht alles, was in Amerika geschieht, auf uns übertragbar ist. Das ist sicher richtig, aber es darf uns nicht hindern, einmal genauer hinzusehen.“ (Roman Herzog, Rede am 26.04.1997; vgl. Baumgarten 2007: 9)Vertrauenserweckend, überzeugend
Emphase1. Nachdruck bei Betonung und Gestik
2. Figur des uneigentlichen Ausdrucks
(vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 76)
„Er ist ein Mensch“-> Kontextabhängig entweder gemeint als schwacher Mensch oder als edler Mensch (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 76)Abhängig von Betonung, besondere Hervorhebung
Klimax„Die Glieder einer Aufzählung bilden eine Steigerung“ (Baumgarten 2007: 19)„Veni, vidi, vici.“ (Ich kam, sah, siegte.)Aufmerksamkeit erregen, besondere Hervorhebung
MetonymieUmbenennung, Übertragung (vgl. Winkler 2011:20)Goethe lesen, statt Goethe’s Werke lesen; ein Glas trinken etc.Vereinfachung
Paradoxon„In einem (Schein-)Widerspruch zur gängigen Meinung stehende Behauptung“ (Hengelbrock 2011: 39)„Wer sein Leben gewinnen will, der wird es verlieren.“ (Matth. 10,39)(vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 77)Aufmerksamkeit erregen
ParataxeNebeneinanderstellen gleichberechtigter Hauptsätze (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 77)„Der König sprach’s, der Page lief;/ Der Knabe kam, der König rief: […]“ (Goethe: „Der Sänger“)Dramatisierend, betonend, verknappend
ParentheseGedankeneinschub als rhetorisches Mittel„So bitt ich – ein Versehen war’s, weiter nichts –/ Für diese rasche Tat dich um Verzeihung.“ (H. v. Kleist: „Penthesilea“)Informativ
Polysyndeton„Verbindung mehrerer Satzglieder oder Sätze durch Wiederholungen derselben […] Konjunktion“ (Hengelbrock 2011: 38)„…und wiegen und tanzen und singen dich ein“ (vgl. Winkler 2011: 21)Dramatisierend, betonend, verknappend
Rhetorische Frage„Frage, die eine Aussage oder Aufforderung vertritt und auf die keine Antwort erwartet wird.“ (Hengelbrock 2011: 38)„Wer glaubt denn das noch“Aufmerksamkeit erregen, besonders betonen
Sentenz„knapp und treffend formulierter, allgemeingültiger Satz“ (Hengelbrock 2011: 38)„Ernst ist das Leben, heiter die Kunst.“ (Schiller: „Wallenstein“)
„Ohne Fleiß kein Preis.“
Informativ, veranschaulichend, verknappend
SynonymieDieses rhetorische Mittel meint
Begriffe bzw. Sätze mit gleicher Bedeutung, vgl. auch Synonyme
Morgenstern/Abendstern -> Venus, Streichholz – Zündholz.
Er wirkt heute etwas durcheinander = Er wirkt heute etwas wirr.
Besondere Betonung, angenehmer Lese- bzw. Redefluss
VergleichBei diesem rhetorischen Mittel werden zwei Bereiche durch das Wort „wie“ in Beziehung gesetzt; die Bedeutungen gleichen sich in einem best. Aspekt (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 26)„Ein Mann wie eine Eiche“-> Gemeinsamkeit: Mächtigkeit & Stärke (vgl. Mettenleiter & Knöbl 1991: 26)Anschaulich machen, besonders betonen

Rhetorische Mittel & wissenschaftliche Arbeiten: Grundregeln

Die Anwendung von rhetorischen Mitteln in wissenschaftlichen Arbeiten scheint im Gegensatz zur Definition von rhetorischen Mitteln zu stehen, da diese auf eine verbale Kommunikation ausgerichtet sind. Die Rhetorik bzw. rhetorische Mittel stehen aber keineswegs im Widerspruch zur Literaturanalyse und damit auch nicht in der Anwendung von rhetorischen Mitteln im Schriftverkehr.

„Rhetorisches Wissen zur Abfassung von Reden wurde in der Antike nicht nur aus einschlägigen Lehrschriften und durch Nachahmung der rhetorischen Praxis gewonnen, sondern auch durch Lektüre und Erklärung literarischer Texte im höheren Unterricht. Diese Texte galten als rhetorisch geprägt, zumal sie im Epos oder im Drama Reden enthielten“ (Landfester 2008: 318).

Diese enge Verbindung zwischen Rhetorikunterricht und Literatur führt zu einer Wechselwirkung von rhetorischen Mitteln mit der literarischen Analyse. „Die Literarisierung der Rhetorik entsprach die Rhetorisierung der Literatur.“ (Landfester 2008: 318)

Rhetorische Mittel & wissenschaftliche Arbeiten: Das solltest du vermeiden

Nachdem nun also rhetorische Mittel gezeigt wurden, die sich eignen um sie auch im wissenschaftlichen Bereich anzuwenden, vor allem in Vorträgen und Referaten, sollten aber auch rhetorische Mittel aufgezeigt werden, die in wissenschaftlichen Arbeiten vermieden werden sollten!

Grundsätzlich solltest du in deiner wissenschaftlichen Arbeit

  • unnötige Fachausdrücke und weniger bekannte Anglizismen als rhetorische Mittel vermeiden. Halte deinen Text informativ und prägnant. Auch zu viele Abkürzungen stören das Verständnis.
  • auf nicht etablierte Neologismen oder gar Modeanglizismen verzichten. Dies wirkt weder kompetent noch professionell, sondern eher peinlich. (vgl. Kornmeier 2013: 227).
  • rhetorische Mittel nutzen, die das Verständnis erleichtern und nicht erschweren. Vermeide deshalb lange Wörter mit unnötigen Ergänzungen.
  • Mehrdeutigkeit, Übertreibungen, Poetik außen vor lassen. Du solltest deshalb rhetorische Mittel wie Homonym, Ironie, Sarkasmus, Hyperbel oder Anapher und Chiasmus vermeiden.
  • unseriöse Wendungen aus deinem Text streichen, wie etwa „Es ist wohl logisch, dass …“
Beachte: Rhetorische Mittel sind für Hausarbeiten, Bachelorarbeiten oder andere Abschlussarbeiten nur bedingt geeignet. Dennoch sind wir an manche rhetorischen Mittel auch im Schriftbereich gewöhnt. Hier sollten nur rhetorische Mittel verwendet werden, die sich nicht zu sehr vom gewöhnlichen Sprachgebrauch abheben.
In der Bachelorarbeit zu vermeidenBessere rhetorische Mittel
Lange & verschachtelte SätzeKurze Sätze, die maximal einen Gedanken enthalten -> rhetorische Mittel mit hohem Informationsgehalt.
Rhetorische Mittel wie
Pleonasmen (neue Innovation, weißer Schimmel)
Tautologien (bereits schon, ebenso auch) (vgl. Wagner 2012: 186)
Immer den treffendsten Begriff wählen, besser auf ein Wort begrenzen, also z. B. Auswahl statt selektive Auswahl, nie statt nie und nimmer (vgl. Wagner 2012: 18; hierzu auch Krämer 2009: 104)
Abschwächende Wörter (wohl/ gewissermaßen),
Füllwörter (unter Beweis stellen, zur Anwendung bringen),
Übertreibungen (immens, enorm) (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 143-45)
kurze und präzise Formulierungen: beweisen, anwenden
überzeugende Formulierungen anstatt von abschwächenden: Es hat sich gezeigt (nicht: Also hat es sich gewissermaßen gezeigt)
Zahlen/Fakten statt: Verallgemeinerungen: Was sind immense Schäden/enorme Zuwächse? (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 143-45)
Viele Abkürzungen & Modeanglizismen (Jil Sander, zitiert in Kornmeier 2013: 227)• Abkürzungen als rhetorische Mittel sollten nur dort gebraucht werden, wo es notwendig und sinnvoll ist.
• Anglizismen nur , wenn diese Wörter Teil des deutschen Wortschatzes sind (z. B. Job, Team) (vgl. Kornmeier 2013: 227)
Jugendsprache oder Modewörter, auch geschlechtergerechte Sprache, z. B. StudentInnenLieber direkt beide Geschlechter nennen oder eine neutrale Form wählen, z. B. Lehrerinnen und Lehrer, Lehrende

Mehr zum Thema „wissenschaftliches Schreiben“ und der sprachlichen Gestaltung von Bachelorarbeit, Masterarbeit & Co. findest du im Beitrag:

Wissenschaftliches Schreiben in Bachelorarbeit & Co.

Tipp: Rhetorische Mittel in einer wissenschaftlichen Arbeit sind dazu da, das Lesen für den Leser erfreulicher und angenehmer zu machen, nicht um ihn damit zu quälen…

Lies dein Manuskript unter diesem Gesichtspunkt noch einmal durch und achte darauf, dass du in deiner Arbeit weder zu poetische, verschnörkelte Sprache verwendest, noch das immer gleiche Satzgerüst nutzt und der Text so monoton wirkt.

Beide Extreme haben negativen Einfluss auf die rhetorischen Mittel und damit auf die Qualität deiner Abschlussarbeit.

Fazit

  • Ziel der Rhetorik und rhetorischer Mittel ist nicht die Vermittlung von Sachverhalten sondern das geschickte Überzeugen.
  • Rhetorische Mittel beziehen sich, anders als Stilmittel im Allgemeinen, eher auf verbale Kommunikation.
  • Rhetorische Mittel werden eingesetzt in Reden, Referaten, im Kolloquium oder aber in poetischen Vorträgen und Texten, die auch zur Rezitation gedacht sind.
  • Rhetorische Mittel können auch in wissenschaftlichen Abschlussarbeiten angewendet werden, aber nur, wenn die Verständlichkeit durch die rhetorischen Mittel erhöht statt verringert wird.
  • In wissenschaftlichen Arbeiten sollte man folgende rhetorische Mittel vermeiden: Doppelungen, ausschmückende Adjektive, unnötig komplizierte Fachausdrücke und zu viele Abkürzungen, modische Kunstwörter und Anglizismen, die kein etablierter Teil im deutschen Wortschatz sind.

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Quellennachweise

Achhammer & Gebhardt (Hrsg.). 1997. Deutsch Training. Freising: Stark.

Baumgarten, Hans. 2007. Compendium Rhetoricum – Die wichtigsten Stilmittel. Eine Auswahl. 2.Aufl. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Dudenverlag: „Rhetorik“, in: Internetseite Duden, URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Rhetorik, abgerufen am 05.04.2018.

Harjung, Dominik J. 2000. Lexikon der Sprachkunst: Die rhetorischen Stilformen. Mit über 1000 Beispielen.  München: C. H. Beck.

Hengelbrock, Matthias. 2011. Lucius Annaeus Seneca: Zeit und Freizeit. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Kornmeier, Martin. 2013. Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für Bachelor, Master undDissertation. 6. Aufl. Bern: Haupt.

Krämer, Walter. 2009. Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? 3. Aufl. Frankfurt: Campus.

Landfester, Manfred: „Rhetorische und stilistische Praxis der römischen Antike“, in: Ulla Fix, Andreas Gardt, Joachim Knape (Hg.):  Rhetorik und Stilistik / Rhetoric and Stylistics. Halbband 1, Bd 31. Walter  de Gruyter, Berlin. 2008, S. 307-325.

Mettenleiter, Peter & Stephan Knöbl (Hrsg.). 1991. Blickfeld Deutsch. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Rapp, Christof. 2002. Aristoteles: Rhetorik. Berlin: Akademie Verlag.

Rossig, Wolfram E. & Joachim Prätsch. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Wagner, Lothar. 2012. Die wissenschaftliche Abschlussarbeit – Ratgeber für effektive Arbeitsweise und inhaltliches Gestalten. 3. Aufl. Saarbrücken: Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften.

Winkler, Werner. 2011. Abitur-Wissen Deutsch: Prüfungswissen Oberstufe. Freising: Stark.

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