Ironie – Definition, Beispiele und Wirkung

10.07.23 Alle Stilmittel Lesedauer: 8min

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„Du bist aber schlau.“, diese Aussage kann bedeuten, dass die Person gegenüber dumm oder schlau ist. Die Aussage muss im Kontext betrachtet werden, um die Bedeutung zu verstehen. Aufgrund von ironischen Äußerungen kommen einer Aussage, die in verschiedenen Kontexten vorliegt, unterschiedliche Bedeutungen zu. Um dies zu verstehen, beschäftigen wir uns hier mit dem Stilmittel „Ironie“.

Ironie „einfach erklärt“

Mithilfe von ironischen Aussagen drückt der Sprecher oder Schreiber das Gegenteil des Gesagten aus. Dadurch können Kritik und Spott auf eine humorvolle und subtile Weise vermittelt werden.

Definition: Ironie

Ironie ist ein literarisches Stilmittel, bei dem das Gegenteil von dem, was gemeint ist, ausgedrückt wird. Es kann verwendet werden, um Kritik, Spott oder Hohn auf eine subtile oder humorvolle Weise zu äußern. Das Stilmittel erfordert oft, dass der Leser oder Zuhörer den tatsächlichen Kontext oder die Absicht hinter den Worten versteht, um den ironischen Aspekt wahrzunehmen.

Obwohl die Ironie vorwiegend als rhetorisches Mittel gilt, kann sie auch als sprachliches Mittel auftreten.

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Beispiele

Im Folgenden findest du verschiedene Beispiele des Stilmittels „Ironie“, die dir die Verwendung und Wirkung veranschaulichen sollen.

  • Ihr steht im Regen und du sagst:
    „Tolles Wetter heute, oder?“
  • Wenn jemand einen Fehler macht und du sagst:
    „Das hast du wieder toll hinbekommen!“
  • Jemand kommt eine Stunde zu spät und du sagst:
    „Schön, dass du so pünktlich bist.“
  • Etwas läuft schlecht und du sagst:
    „Das läuft ja super heute.“

Die folgenden zwei Beispiele veranschaulichen ein gelungenes und ein misslungenes Beispiel für eine ironische Aussage. Die Entscheidung darüber, ob eine ironische Aussage gelungen oder misslungen ist, muss stets situationsabhängig beurteilt werden, da es darauf ankommt, ob die ironische Bedeutung verständlich ist.

Falsch:

Du schreibst in einer Online-Diskussion:
„Ja, sicher, und ich habe einen Doktor in Physik.“

Wenn die Person, mit der du kommunizierst, deinen Ton oder Kontext nicht versteht, könnte diese Aussage fälschlicherweise als wahr interpretiert werden, anstatt als ironische Übertreibung gesehen zu werden.

Richtig:

Es regnet stark und du kommst komplett durchnässt nach Hause und sagst lachend:
„Tolles Wetter heute, oder?“

Dies ist ein gelungenes Beispiel, weil der Kontext klar ist. Es ist offensichtlich, dass das Wetter schlecht ist, und du nutzt das Stilmittel, um auf humorvolle Weise auf diesen Widerspruch hinzuweisen.

Anwendung

Ironie ist ein weitverbreitetes Stilmittel, das in vielen verschiedenen Kontexten und Medien angewendet wird. Hier sind einige Beispiele dafür, wie das Stilmittel in den Medien, in der Literatur, in wissenschaftlichen Arbeiten und im Alltag verwendet werden kann:

Ironie im Alltag

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden ironische Sätze oft verwendet, um Humor zu erzeugen oder Kritik auf eine weniger direkte Weise auszudrücken. Ironie in Unterhaltungen, wie der Kommunikation im Internet, der Kommunikation zwischen Autor und Leser oder in Form einer mündlichen Kommunikation, kommt täglich vor. Dabei kommen ironische Äußerungen in Form der gesprochenen Kommunikation und der indirekten Kommunikation, sozusagen als rhetorische Mittel vor.

Beispiel

Du stehst im Stau auf dem Weg nach Hause und sagst:
„Wunderbar, genau das hab’ ich jetzt gebraucht.“

Literatur

In der Literatur werden ironische Äußerungen verwendet, um Charaktere zu entwickeln, Spannung aufzubauen und tiefere Bedeutungen und Themen zu erforschen.

Beispiel

In Shakespeares „Romeo und Juliet“, als Mercutio, obwohl er tödlich verwundet ist, sagt:
„Es ist nur eine Kratzwunde.“

Medien

In den Medien wird das Stilmittel oft verwendet, um Kritik auf eine humorvolle oder unterhaltsame Weise auszudrücken. Zudem bietet die Ironie die Möglichkeit einer subtilen Vermittlung der Kritik.

Beispiel

In Nachrichtensatiren werden häufig kritische, aber humorvolle Aussagen getroffen:
„Die Kompetenz unserer Politiker kennt keine Grenzen.“

Wissenschaftliches Arbeiten

Beim wissenschaftlichen Schreiben ist das Stilmittel weniger verbreitet, da wissenschaftliche Arbeiten oft eine neutrale und objektive Sprache erfordern. Es könnte in Ausnahmefällen jedoch verwendet werden, um auf unerwartete Ergebnisse oder auf das Scheitern von Hypothesen hinzuweisen.

Beispiel

Ein Forscher könnte ironisch sagen:
„Wir waren sehr erfolgreich darin, zu beweisen, dass unsere Hypothese völlig falsch war.“

Grundsätzlich orientiert sich das wissenschaftliche Schreiben an den Grundsätzen Präzision, Objektivität und Neutralität. Die Mehrdeutigkeit der Ironie widerspricht diesen Grundsätzen, da hierbei nicht das gesagt wird, was gemeint ist. Daher solltest du in deiner wissenschaftlichen Arbeit auf Ironie in jeglicher Form verzichten.

In all diesen Kontexten erfordert das Stilmittel, dass das Publikum oder der Zuhörer die ironische Botschaft hinter den Worten versteht. Dies fördert das kritische Denken und ermöglicht eine tiefere Auseinandersetzung mit den behandelten Themen. Die Aussage wörtlich zu nehmen, ist bei einer ironischen Aussage ein grundlegendes Problem.

Sonderformen

Im Folgenden werden die drei wichtigsten Sonderformen erläutert.

Diese Form, auch tragische Ironie genannt, tritt auf, wenn ein unwahrscheinliches Ereignis in einer Weise eintritt, die direkt das Gegenteil von dem ist, was erwartet wurde oder als gerecht angesehen wird. Sie wird oft in Geschichten und Filmen verwendet, um unerwartete Wendungen zu erzeugen.

Beispiel

Jemand spart sein ganzes Leben lang, um eine seltene und teure Uhr zu kaufen, nur um sie kurz nach dem Kauf zu verlieren.

Hierbei handelt es sich um eine Form, bei der eine Person sich selbst auf humorvolle oder spöttische Weise kritisiert oder herabsetzt. Selbstironie kann genutzt werden, um Bescheidenheit zu zeigen, Kritik zu entkräften oder einfach um Humor zu erzeugen.

Beispiel

Jemand macht einen offensichtlichen Fehler und sagt:
„Ich bin echt ein Genie.“

Die sokratische Ironie ist nach dem griechischen Philosophen Sokrates benannt, der sie oft in seinen Dialogen verwendet hat. Die sokratische Ironie impliziert, dass der Sprecher vorgibt, unwissend oder naiv zu sein, um seinen Gesprächspartner zu einer Enthüllung oder zum Nachdenken zu bewegen.  Diese Methode wird verwendet, um seine Gesprächspartner dazu zu bringen, ihre Aussagen zu hinterfragen und letztlich tieferes Wissen und Verständnis zu erlangen.

Beispiel

In einer Debatte über Bildung könnte jemand vorgeben, die Bedeutung von Kunst in der Schulausbildung nicht zu verstehen. Durch Fragen wie „Warum benötigen wir Kunst in der Schule, wenn wir Mathematik und Naturwissenschaften haben?“ oder „Kann Kunst tatsächlich als Bildung betrachtet werden?“ könnte der Gesprächspartner dazu gebracht werden, tiefer über den Wert der Kunst und ihre Rolle in der ganzheitlichen Entwicklung der Schüler nachzudenken.

Spezifischen Formen

Zusätzlich zu den Sonderformen gibt es noch verschiedene spezifische Formen.

Romantische Ironie
Dieser Begriff wird häufig verwendet, um ein bestimmtes Phänomen in der Literatur der Romantik zu beschreiben. Romantische Ironie tritt auf, wenn ein Autor bewusst die Illusion der Fiktion bricht, indem er unter anderem direkt mit dem Leser spricht, sich selbst in der Geschichte einbringt oder darauf hinweist, dass die Geschichte nur eine Erfindung ist. Bei der romantischen Ironie geht es oft um die Reflexion über die Grenzen der Kunst und der Fähigkeit des Autors, die Realität nachzubilden.
Extrafeine Ironie
Die extrafeine Ironie kann verwendet werden, um eine besonders subtile oder ausgefeilte Form zu beschreiben, bei der die ironische Bedeutung nicht offensichtlich ist, sondern nur von aufmerksamen Lesern oder Zuhörern erkannt wird. Zudem kann es vorkommen, dass Hintergrundwissen für das Verständnis der ironischen Wirkung erforderlich ist.
Objektive Ironie
Diese Form tritt auf, wenn die ironische Bedeutung unabhängig von den Absichten des Sprechers oder Autors entsteht. Bei der objektiven Ironie ist es die Situation oder das Schicksal selbst, das eine ironische Wendung hervorbringt, oft durch eine überraschende oder unerwartete Diskrepanz zwischen Absichten und Ergebnissen. Beispielsweise kauften sich beide Partner jeweils ein Geschenk, indem sie dafür ihre wertvollsten Besitztümer verkauften. Allerdings stellte sich dann raus, dass die Geschenke nun nutzlos sind.
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Funktion und Wirkung

Die Wirksamkeit von Ironie hängt stark von Kontext und Verständnis ab. Hier sind mögliche Wirkungen und Funktionen aufgelistet.

Kritik und Hohn

Eine der häufigsten Anwendungen einer ironischen Aussage besteht darin, Kritik oder Hohn auf eine indirekte und oft humorvolle Weise auszudrücken. Indem das Gegenteil von dem ausgedrückt wird, was gemeint ist, kann der Sprecher oder Autor seine Meinung äußern, ohne direkt beleidigend oder aggressiv zu sein.

Humor

Das Stilmittel kann oft humorvoll sein und wird häufig in Witzen und komischen Situationen verwendet. Spaßhaft gemeinte Äußerungen sollten dann auch eine lustige Wirkung haben. Durch die Darstellung von Dingen auf eine überraschende oder unerwartete Weise kann das Stilmittel Lacher erzeugen und Unterhaltung bieten.

Distanzierung

Oft kann das Stilmittel dazu verwendet werden, eine Art von Distanz oder Objektivität zu schaffen. Indem du eine ironische Haltung einnimmst, kannst du dich von einer Situation distanzieren. Auch deine Emotionen können dadurch abgemildert werden.

Komplexität und Tiefe

In literarischen Werken kann das Stilmittel dazu beitragen, Komplexität und Tiefe zu schaffen. Es kann verwendet werden, um Charaktere mehrdimensional zu gestalten, überraschende Wendungen zu erzeugen oder tiefere Bedeutungen und Themen zu erkunden.

Reflexion

Es wird vom Leser oder Zuhörer erfordert, zwischen den Zeilen zu lesen und die tatsächliche Bedeutung hinter den Worten zu erkennen. Die ironischen Botschaften können das kritische Denken fördern und dazu beitragen, dass die Menschen mehr über die zugrundeliegenden Themen und Fragen nachdenken.

Abgrenzung zu anderen Stilmitteln

Ironie, Sarkasmus und Zynismus sind alles Formen des Humors und der Kritik, die in Sprache und Literatur verwendet werden, aber sie haben unterschiedliche Eigenschaften und Wirkungen. Deswegen muss hier darauf geachtet werden, nicht in eine sprachliche Falle zu tappen. Im Folgenden werden die drei Stilmittel miteinander verglichen und die Unterschiede aufgezeigt:

Ironie

Wie bereits erläutert, ist eine ironische Aussage ein Stilmittel, bei dem das Gegenteil dessen ausgedrückt wird, was gemeint ist. Die Verwendung von diesem Stilmittel kann subtil sein und eine humorvolle Wirkung haben und wird oft genutzt, um eine Kritik auf eine indirekte Weise zu äußern.

Beispiel

Ironie könnte sein: „Alle Politiker machen einen super Job“, um damit das Gegensätzliche ausdrücken zu wollen.

Zynismus

Zynismus, ist im Gegensatz zu ironischen Aussagen, eine Haltung der Skepsis oder Ablehnung allgemein akzeptierter Normen und Werten. Zyniker betrachten die Welt oft als von Eigeninteresse geprägt und äußern ihre Ansichten in einer sarkastischen oder spöttischen Weise. Zynismus kann auch eine tiefgreifende Enttäuschung oder Pessimismus gegenüber der menschlichen Natur oder der Gesellschaft zum Ausdruck bringen.

Beispiel

Zynismus könnte sein: „Alle Politiker sind Lügner“, um damit eine grundlegende Skepsis gegenüber der Politik zum Ausdruck bringen.

Sarkasmus

Sarkasmus stellt eine verschärfte Form ironischer Aussagen dar. Während ironische Aussagen subtil sind, sind sarkastische Äußerungen oft offensichtlicher und können beißend und verletzend sein. Ein sarkastischer Kommentar drückt oft Verachtung oder Spott aus und kann dazu dienen, zu kritisieren oder zu verspotten.

Beispiel

Sarkasmus könnte sein: „Unsere Politiker sind so gut, ich könnte mir wirklich niemand Besseres vorstellen“, um damit stärkere und schärfere Kritik auszuüben als bei der Ironie.

Häufig gestellte Fragen

Es ist ein rhetorisches Stilmittel, bei dem das Gegenteil von dem, was gemeint ist, ausgedrückt wird, oft um Humor zu erzeugen, Kritik zu äußern oder auf subtile Weise eine Botschaft zu vermitteln.

„Das läuft ja super.“, wenn etwas schlecht läuft.

Ironie ist ein Stilmittel, bei der das Gegenteil dessen, was gemeint ist, ausgedrückt wird, während Sarkasmus eine schärfere Form ist, die oft Spott oder scharfe Kritik ausdrückt.

Die Aussage sollte im Kontext betrachtet werden. Im gesprochenen Kontext erkennst du es daran, dass der Gesprächspartner eine verstellte Stimme, genauer gesagt einen ironischen Unterton hat.

Ironische Äußerungen meinen das Gegenteil von dem, was gesagt wurde. Zynismus beschreibt eine Haltung der Skepsis oder Missachtung gegenüber allgemein akzeptierten Normen und Werten.