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ABSTRACT SCHREIBEN | Beispiele für Bachelorarbeit & Masterarbeit

Abstract schreiben mit Beispielen

Abstract schreiben: die Kurzfassung einer wissenschaftlichen Arbeit

Bei kürzeren Arbeiten wie Seminararbeiten oder Hausarbeiten entfällt der Abstract selbstverständlich meist, da diese keine neuen Forschungsergebnisse präsentieren bzw. nicht in irgendeiner Form veröffentlicht werden. Dagegen werden Abstracts in Bachelorarbeiten, Masterarbeit und Dissertation von immer mehr Bildungsinstituten gefordert.

In diesem Beitrag wird auf alle relevanten Punkte für das Abstract schreiben eingegangen und hilfreiche Beispiele für den Abstract geliefert. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und erfahren Sie die wichtigsten Punkte für den Abstract.

Auch nützlich: Bachelorarbeit schreiben

Beispiele für den Abstract

Abstract Beispiel 1: Englischer Abstract mit Gliederungspunkten

Abstract-Beispiel-1

Abstract Beispiel 2: Englischer Abstract einer Magisterarbeit mit Schlagworten

Abstract schreiben Beispiel 2

Der Abstract: International gefragt

Um Veröffentlichungen jeglicher Art für den internationalen Markt zugänglich zu machen, wird häufig nicht nur ein deutscher Abstract, sondern auch eine englische Kurzfassung der Arbeit verlangt. Zum Teil wird sogar nur ein englischer Abstract gefordert. Samac, Prenner & Schwetz merken an, dass im Rahmen einer Bachelorarbeit die Kurzzusammenfassung „auf der gleichen Seite in gut lesbares Englisch [zu übersetzen ist], was internationalen Gepflogenheiten entspricht“ (2009: 56).

Auch nützlich: Rhetorische Mittel für einen gehobenen Stil

Abstract Beispiel auf Deutsch und Englisch

Den Abstract schreiben auch international gefragt

(aus Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. 2000: 395 – 412)

Tipp: Außerdem können auch passende Schlagworte eingefügt werden. Dies ermöglicht einen schnellen Überblick der Hauptthemen Ihrer Arbeit (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 30).

Zu beachten: Die englische Wissenschaftssprache unterscheidet sich von der deutschen, daher ist es empfehlenswert, wissenschaftliche Arbeiten in englischer Sprache zu lesen, um einen Überblick des Aufbaus und Stils zu bekommen (vgl. Karmasin & Ribing 2014: 45).

Den Abstract schreiben: Wieso man die Katze aus dem Sack lassen muss

Da dem Leser in Kürze alles präsentiert wird, was essenziell für Ihre Arbeit ist, gilt für das Schreiben des Abstracts insbesondere eines: Er ist kein Klappentext, wie man ihn auf der Rückseite eines Romans findet. Ihre wissenschaftliche Arbeit ist kein Kriminalroman, in dem es gilt, die Spannung aufrechtzuerhalten und nichts preiszugeben. Ganz im Gegenteil: Man lässt sprichwörtlich die Katze aus dem Sack und legt die Ergebnisse, zu denen man gelangt ist, offen.

Tipp: Nutzen Sie dies zu Ihrem Vorteil, um schnell zu wissen, ob und wie sich beispielsweise die Ergebnisse einer Sekundärquelle dazu eignen, die eigene Argumentation zu stützen. Gerade die Diskussion kontroverser Themen benötigt diverse Belege: Der Abstract einer Sekundärquelle zeigt sofort die Richtung an und hilft bei der Materialauswahl.

Der Abstract soll wichtige Punkte enthalten wie Fragestellung, Zweck, Reichweite, Grenze, Untersuchungsdesign, Methode, Hauptergebnisse, wichtigste Botschaft, Hauptinterpretationen und -folgerungen, Beweiskraft (vgl. Schnur 2005 zitiert in Theisen 2013: 101).

Wichtig: Zu betonen ist hier vor allem, dass Sie „nicht nur [schreiben], was sie gemacht haben, sondern zu welchen Ergebnissen Sie gekommen sind, was nun der Wissenszuwachs ist, welche Erkenntnisse gewonnen wurden“ (Samac, Prenner & Schwetz 2009: 56).

Die Struktur der Arbeit wird auch für den Abstract übernommen:

GliederungInhalt
EinleitungForschungsfrage, Forschungskontext, Forschungslücke, aufgestellte Hypothesen
MethodeForschungslücke schließen: Methoden, Untersuchungs- und Auswertungsverfahren
ErgebnisseWichtigste Ergebnisse (positiv und negativ)
DiskussionInterpretation der Ergebnisse: Empfehlungen für die praktische Arbeit, weitere Forschung, Theoriediskussionen usw.

(adaptiert von Kruse 2007: 186)

Zu beachten: Jeder Punkt sollte in kurzer Form wiedergeben, was in der Arbeit enthalten ist, in etwa zwei Sätzen jeweils (vgl. Kruse 2007: 186).

Wieso ein Abstract niemals „abstrakt“ ist

Das deutsche Äquivalent Kurzzusammenfassung hört man eher selten, stattdessen wird dem englischen Begriff Abstract den Vorzug gegeben. Dies heißt nichts anderes als „Auszug“, manchmal wird dies auch als Summary, also deutsch Zusammenfassung bezeichnet (Oertner, St. John & Thelen 2014: 93). Auch wenn dies sehr allgemein klingt: Wenn Sie angewiesen werden, für Ihre Bachelorarbeit, Diplomarbeit oder Masterarbeit einen Abstract zu schreiben, wird von Ihnen eine sehr kurze und präzise Zusammenfassung Ihrer gesamten Arbeit erwartet. Denn „ein Abstract ist eine Zusammenfassung eines Artikels oder einer Veröffentlichung auf etwa einem Drittel einer DIN-A4-Seite“ (Kruse 2007: 185). Eine ungefähre Richtlinie für die Wortanzahl geben Stickel-Wolf & Wolf vor, indem sie die Wortobergrenze bei 100 Wörtern setzen (2013: 249).

Tipp: Generell lässt sich sagen, dass der Abstract bei Diplom- bzw. Bachelor- und Masterarbeiten die Länge von ein bis zwei Seiten nicht überschreiten sollte (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 89). Schließlich soll es eine kurze Zusammenfassung sein, die einen schnellen Überblick über eine z. B. 60- bis 80-seitige Arbeit liefert.

Ein Abstract findet seine Existenzberechtigung in erster Linie darin, „einem potentiellen Leser zu helfen, ohne großen Leseaufwand darüber zu entscheiden, ob er sich tiefer in die Arbeit einlesen soll“ (Rossig & Prätsch 2005: 89). Ein Abstract muss also in wenigen Worten alles bieten, was für den Leser nötig ist, um über die Relevanz der wissenschaftlichen Arbeit zu entscheiden.

Achtung: false friends! Ein Abstract enthält nur konkrete Angaben und außerdem „nichts, was nicht in der Arbeit steht“ (Kruse 2007: 186).

Tipp: Für die eigene Recherche empfiehlt sich die Orientierung an Abstracts, die üblicherweise den meisten wissenschaftlichen Artikeln vorausgehen (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 80). Lesen Sie also zunächst aufmerksam den Abstract und den gesamten Artikel erst dann, wenn aus der Zusammenfassung hervorgeht, dass dieser für die Argumentationsstruktur der eigenen Arbeit nützlich ist. Als Orientierung werden in diesem Beitrag wertvolle Abstract Beispiele geliefert.

Am Anfang war das Wort … und der Abstract

Natürlich stellt sich die Frage, wo der Abstract einer wissenschaftlichen Arbeit stehen sollte: am Anfang oder doch lieber am Ende? Es ist gängig, den Abstract am Anfang der Arbeit einzufügen (vgl. u. a. Rossig & Prätsch 2005: 89; Samac, Prenner & Schwetz 2009: 56), schließlich ist es hilfreich für den Leser, auch um den Überblick über eine längere Arbeit zu behalten. Stickel-Wolf & Wolf empfehlen, ihn zwischen Deckblatt und Inhaltsverzeichnis einzubetten (2013: 249).

Schreibt man den Abstract auch als Erstes, wenn er doch am Anfang steht? Nein, denn natürlich kann eine präzise Zusammenfassung erst gegeben werden, wenn die gesamte Arbeit erstellt wurde, Ergebnisse und deren Interpretation herausgearbeitet sind (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 89).

Tipp: Ziehen Sie die benötigten Informationen für den Abstract aus Ihrem Schlussteil, denn dieser soll die Forschungsfrage aufgreifen und auch die erlangten Ergebnisse zusammenfassen (vgl. Stickel-Wolf 2013: 249).

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Abstract vs. Schlussteil/Fazit – so schreiben Sie den Abstract richtig mit Beispielen

!Vorsicht!: Der Abstract ist kein Schlussteil und unterscheidet sich von diesem! Lesen Sie die Beispiele!

AbstractSchlussteil/Fazit
Sehr kurz: meist nicht mehr als 150 Wörter (vgl. Kruse 2007: 186)Ausführlicher: „Zusammenfassung und Diskussion“ oder „resümierende Zusammenfassung“ (vgl. Kruse 2007: 186)
Steht am Anfang der ArbeitSteht am Ende der Arbeit
Kein Teil des Textes, kein Teil der Gliederung/des Inhaltsverzeichnisses (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 89)Teil des Textes, wird in die Gliederung und in das Inhaltsverzeichnis mit aufgenommen
Ohne Bewertung durch den Verfasser: Wiedergabe des Inhaltes/der Ergebnisse (vgl. Theisen 2013: 101) Bewertung und Schlussfolgerung auf Basis der ausgewerteten Sekundärquellen und/oder eigener Daten
Unabhängig vom Text verständlich, z. B. in einer Datenbank (vgl. Kruse 2007: 186)Integrierter Teil des Textes: nur im Gesamtzusammenhang verständlich (vgl. Kruse 2007: 186)

Fazit

  • Ein Abstract ist eine kurze Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Arbeit, die dieser vorangestellt wird.
  • Er sollte die Länge von 1 bis 2 Seiten nicht überschreiten (optimal auf einer Seite) und sehr komprimiert Informationen über Aufbau, Argumentation/Methode und vor allem Ergebnisse der Arbeit geben (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 93).
  • Ziel des Abstracts ist es, dem Leser eine schnelle Einschätzung der Relevanz eines wissenschaftlichen Textes zu geben; auch die eigene Recherche wird dadurch vereinfacht.
  • Der Abstract unterscheidet sich ganz klar vom Schlussteil der Arbeit: Er ist kürzer, unabhängig vom Text zu verstehen und enthält auch keine eigene Bewertung, die nicht schon im Text vorkommt (vgl. Kruse 2007: 186).
  • Ein Abstract in englischer Sprache bzw. eine englische Übersetzung des Abstracts wird in internationalisierten Fachdisziplinen gefordert.

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Quellennachweise

Karmasin, Matthias & Rainer Ribing. 2014. Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 8. Aufl. Wien: Facultas.

Kruse, Otto. 2007. Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus.

Oertner, Monika, Illona St. John & Gabriele Thelen. 2014. Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.

Rossig, Wolfram E. & Joachim Prätsch. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Samac, Klaus, Monika Prenner & Herbert Schwetz. 2009. Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Stickel-Wolf, Christine & Joachim Wolf. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

Theisen, Manuel René. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

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