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Literaturrecherche – Quellen finden für Bachelorarbeit & Masterarbeit

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Literaturrecherche

Prolog zur Literaturrecherche

Bevor mit dem eigentlichen Schreiben eurer Bachelorarbeit oder Masterarbeit begonnen werden kann, gilt es Einiges vorzubereiten. Schließlich ist eine wissenschaftliche Arbeit kein persönlicher Abenteuerroman, der auf eigenen Gedanken, Meinungen oder Erlebnissen aufgebaut ist. Ganz im Gegenteil, die Entscheidung über was man schreibt stützt sich auf eine ausgiebige Literaturrecherche.

Diese Literaturrecherche beansprucht auch zu Recht eine gewisse Zeit, und jeder, der ein guter Schreiber werden will, sollte sich diese auch nehmen, denn desto fundierter die Arbeit und desto stichhaltiger die Argumente – ausgedehnte Besuche der Universitätsbibliothek zur Literaturrecherche lohnen sich also!

Die Literaturrecherche als Arbeitsschritt schließt auch die Themeneingrenzung mit ein und hilft dabei, die Arbeit grob vorzustrukturieren, denn eure Bachelorarbeit oder Masterarbeit soll auf Vorwissen anderer aufbauen und so neues Wissen schaffen.

Das Zeitalter des Internets hat auch die Literaturrecherche vereinfacht, denn heute muss man sich nicht mehr durch haufenweise Karteikartenboxen mit Buchtiteln quälen: Google und Co. und der digitalisierte Katalog der Bibliothek sei Dank. Es gibt allerdings sowohl bei der Literaturrecherche in der Bibliothek als auch bei der Literaturrecherche online einiges zu beachten, und wer die Tricks und Kniffe kennt findet auch viel schneller was er sucht.

Der folgende Beitrag gibt euch die wichtigsten Suchwerkzeuge zur Literaturrecherche an die Hand und hilft euch dabei, eure Suche systematisch zu gestalten um nicht im Literaturchaos zu versinken.

Die Literaturrecherche: Wer suchet, der findet?

Ihr habt das Thema eurer Bachelorarbeit oder Masterarbeit gefunden, also ein klares Ziel gesetzt wo es hin gehen soll; was jetzt noch fehlt ist die richtige Literatur (vgl. Brauner & Vollmer 2007: 33, Boeglin 2007: 84). Aber wo fängt man am besten mit der Literaturrecherche an und wie geht man vor?

Der erste wichtige Schritt bei der Literaturrecherche ist das Einlesen, das heißt zunächst werden Überblickswerke zum Thema gesucht wie Hand- Lehr- und Fachbücher/Lexika um ein Grundverständnis zu bekommen (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 33).

Aber: Lehrbücher alleine reichen für eine Literaturrecherche bei Bachelorarbeit oder Masterarbeit nicht aus! Diese geben nur einen allgemeinen Überblick und gehen nicht weiter in die Tiefe, das heißt sie bilden das ab was weitgehend unumstritten ist (vgl. Stickel-Wolf und Wolf 2013: 135). In der Abschlussarbeit muss aber in jedem Fall die Kontroverse abgebildet werden.

Oft werden diese Basiswerke auch in den Seminaren vorgegeben, sodass ihr schon ein Grundwissen über die Basisliteratur in eurem Fachbereich habt. Hier kann für die Literatursuche angeknüpft werden um eine systematische Literaturrecherche durchzuführen. Denn nur wer zielgerichtet Literaturrecherche betreibt, der findet auch, und wird nicht von einer Flut an Literatur sprichwörtlich überrollt.

Wichtig: Es führen viele Wege nach Rom, ähnlich ist es bei der Literaturrecherche, das heißt gute Quellen können durch verschiedene Strategien der Literatursuche gefunden werden, z. B. durch eine online Literaturrecherche. Daher ist es wichtig sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Literaturrecherche vertraut zu machen.

Außerdem ist für die Literaturrecherche ein Grundverständnis wichtig, welche Arten von Literatur es gibt und was deren Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten sind. Kornmeier liefert einen schönen Überblick der Literatur für wissenschaftliche Arbeiten (adaptiert von Kornmeier 2013: 76-78).

Überblick Literaturrecherche
Literaturrecherche Überblick

Hier zeichnet sich auch gleich eine Hierarchie ab: vom Allgemeinen zum Speziellen, was auch der Reihenfolge der Literaturrecherche entspricht.

Zu beachten: Zu den meistverwendeten und wichtigsten Quellen zählen neben Lehrbüchern die Fachzeitschriften und Handbücher. Diese Quellen unterscheiden sich auch nach ihrer Auffindbarkeit, das heißt es müssen verschiedene Recherchetools bei der Literaturrecherche verwendet werden um ein gutes Spektrum an Literatur für die Bachelorarbeit und Masterarbeit zu finden.

Die Literaturrecherche erscheint deshalb arbeitsintensiv, weil sie direkt mit weiterführenden Prozessen verknüpft ist, konkret also nicht nur die reine Literatursuche im Vordergrund steht, sondern auch die Literaturbeschaffung, das Einlesen und eine grobe Auswertung (vgl. Corsten & Deppe 2008: 36). So können weitere Quellen gefunden werden, die spezieller und relevant für die Beantwortung der Forschungsfrage sind; die Literaturrecherche ist also ein stufenweiser Prozess der an Systematik gewinnt.

Außerdem kann sich die Literaturrecherche auf die Forschungsfrage und Gliederung auswirken, denn diese werden beeinflusst durch die Literaturfunde und dem damit verbundenen Vorwissen auf das aufgebaut wird sowie neueste Forschungsergebnisse die mit einbezogen werden müssen (vgl. Jost & Richter 2015: 128).

Literaturrecherche Online – Tipps für die Recherche mit Datenbanken & Co.

Eine Möglichkeit der Literatursuche ist die Literaturrecherche online bzw. Internetrecherche. Grundsätzlich kann die Literaturrecherche online als guter Einstieg in die allgemeine Literatursuche gesehen werden. Google eignet sich für die Literatursuche online aber nur bedingt.

Zu empfehlen ist die wissenschaftlichere Variante der Suchmaschine, Google Scholar. Für eine intensivere online Literaturrecherche eignen sich wissenschaftliche Datenbanken. Wie du am besten online Literaturrecherche betreibst und welche Quellen für wissenschaftliche Literatur es dabei gibt, kannst du dir genauer im Beitrag zur Internetrecherche ansehen.

Für Bücherwürmer in spe: Die Literaturrecherche in der Bibliothek

Wo beginnt man aber nun am besten mit der Literaturrecherche für Bachelorarbeit und Masterarbeit? Erstmal googlen? Wikipedia? Die Literaturrecherche online ist eine Möglichkeit, aber da im World Wide Web gefunden Quellen „weder qualitätsgesichert noch nachprüfbar sind“ (vgl. Theisen 2013: 85) ist die online Literaturrecherche nur als zusätzliche Option zu sehen.

Zielgerichteter geht ihr vor, wenn ihr bei der Literaturrecherche gleich Quellen sucht, die den wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Daher sollte als Ausgangspunkt für die Literaturrecherche die Universitätsbibliothek gelten, denn hier verbringt man im Laufe des Studiums so einige Zeit, vor allem wenn es an die Literaturrecherche der Bachelorarbeit und Masterarbeit geht.

Tipp: Macht euch frühzeitig mit eurer Universitätsbibliothek vertraut! Informiert euch was Öffnungszeiten, Ausleihe, Entleihfristen und das Signatursystem angeht. (vgl. Klein 2017: 155).

Der folgende Überblick gibt euch das wichtigste Grundwissen für das Arbeiten in der Universitätsbibliothek, damit die Literaturrecherche für die Bachelorarbeit und Masterarbeit reibungslos verlaufen kann:

StichwortErklärungZu beachten für die Literaturrecherche
Bestand der BibliothekWird Katalog genannt, verschiedene Arten von Katalogen (Auffindbarkeit einzelner Werke)
a) Alphabetischer Katalog (nach Verfassername geordnet)
b) Sachkatalog (Systematisch nach wissenschaftlichen Gebieten oder nach thematischen Schlagwörtern)
c) Standortkatalog (in der Reihenfolge wie die Bücher auch im Regal sind)
(vgl. Corsten & Deppe 2008: 35)
a) Name des Autors des gesuchten Werks muss bei der Literatursuche bekannt sein
b) Bibliothekspersonal wählt Schlagworte, daher muss bekannt sein, welche Schlagworte es zum Thema gibt
c) spezifiziert an welchem Ort in der Bibliothek ein bestimmtes Sachgebiet zu finden ist; wichtig für Präsenzbibliotheken da Nutzer bei der Literaturrecherche selbst an die Regale treten können
(vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 141-143)
PräsenzbestandSteht dem Nutzer direkt offen: häufig verwendete Literatur, z.B. Nachschlagewerke (vgl. Klein 2017: 156)Können nicht entliehen werden (vgl. Klein 2017: 156), das Buch trägt einen (roten) Aufkleber ‚Nicht entleihbar‘
MagazinbestandNicht öffentlich zugänglich, nur für Bibliotheksmitarbeiter (vgl. Klein 2017: 156)Um diese Werke zu nutzen müssen sie über den Katalog bestellt werden (vgl. Klein 2017: 156) Siehe OPAC
Ausleihe- Bücher können zu den Entleihbedingungen der jeweiligen Bibliothek entliehen werden (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 154-55);
- hierzu ist ein Studentenausweis nötig, der oft auch gleichzeitig Bibliotheksausweis ist;
- Leihfrist für gewöhnlich 4 Wochen
- Sicherstellen, dass man ausleihberechtigt ist bzw. auch eine Ausleihe von Präsenzbeständen über das Wochenende möglich ist (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 155);
- Ausleihe als Universitätsangehöriger kostenlos, eventuell Mahngebühren bei Überschreitung der Leihfrist
FernleiheUniversitätsbibliotheken sind über ein Fernleihsystem vernetzt, falls die eigene Bibliothek ein Werk nicht hat kann man es von einer anderen per Fernleihe bestellen (vgl. Corsten & Deppe 2008: 54)- Gebührenpflichtig!
- Leihfrist i.d.R. 20 Öffnungstage,
- Dauer: zeitraubend und hoher Verwaltungsaufwand, nur nutzen wenn die Quelle dringend benötigt und nicht anders beschafft werden kann (vgl. Corsten & Deppe 2008: 54)
- lange Wartezeit: 6 Wochen bis zu 2 Monaten (vgl. Lück & Henke 2009: 14)
OPAC (Online Public Access Catalogue)Der Katalog einer bestimmten Universitätsbibliothek in digitalisierter Form, besondere Form von Onlinedatenbanken (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 44)-Verbindung zwischen Arbeitsstation und Bibliotheksrechner nötig (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 45)
- einfache und erweiterte Suche, die verschiedene Kataloge können für die Literaturrecherche alle auf einmal durchsucht werden
Tipp: Falls die Fernleihe aus Zeitgründen nicht in Frage kommt, ihr aber trotzdem auf ein bestimmtes Buch, einen bestimmten Aufsatz nicht verzichten könnt, dann habt ihr die Möglichkeit diesen über Subito zu bestellen. Dies ist zwar etwas teurer als die Fernleihe, dauert aber nur einen bis drei Werktage (vgl. Franck & Stary 2006: 65).

Welche Methoden gibt es für die Literaturrecherche?

Es werden bei der Literaturrecherche zwei Methoden bzw. Grundstrategien unterschieden:

  • Schneeballprinzip (pragmatische Vorgehensweise)
  • systematische Literaturrecherche

Diese sollen hier kurz erklärt werden, auch was die Vor-und Nachteile beider Methoden für die Literaturrecherche sind.

Wichtig: Diese Methoden beziehen sich nicht darauf WO man sucht (im OPAC, in Datenbanken oder im Internet) sondern auf das WIE, also die Art und Weise der Literaturrecherche, das heißt was sucht man zuerst und wie gelangt man an Informationen zu weiterer relevanter Literatur. Ob man die bei der Literatursuche ermittelten Quellen dann im OPAC findet oder doch eher in den Datenbanken, hängt von der Natur der Quelle ab (zur Erinnerung: Im OPAC findet man Bücher, einzelne Zeitschriftenartikel hingegen nur in den Datenbanken)!

Achtung Lawinengefahr? Das Schneeballprinzip für die Literaturrecherche

Das Schneeballsystem beruht auf der Grundidee, dass „ein kleiner fester Schneeball, der auf einer Schneefläche fortgewälzt wird, [..] zu einer großen Schneekugel [heranwächst], die ihrerseits zum Bau eines Schneemannes beiträgt“ (Andermann, Drees & Grätz 2006: 38-39).

Auf die Literaturrecherche umgemünzt bedeutet das also, dass die Literatursuche mit einer (oder mehreren) zentralen Quellen beginnt und deren Literaturverzeichnis nutzt um weitere Quellen zu finden; dieser Prozess setzt sich fort, da die Literaturverzeichnisse der so gefundenen Quellen wiederum als Fundort für weitere dient (vgl. Kornmeier 2013: 82).

Natürlich muss diese Ursprungsquelle zur Literaturrecherche mit dem Schneeballsystem gut ausgewählt sein und dem wissenschaftlichen Anspruch genügen, also eine Literaturempfehlung des Betreuers oder Lehrbücher – man muss der Quelle vertrauen können (vgl. Klein 2017: 143).

Zu beachten: Das ausgewählte Werk sollte aktuell sein, das heißt es sollte keine große zeitliche Distanz zwischen der darin veröffentlichten Untersuchung und der Gegenwart sein (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 39), ansonsten riskiert man, die eigene Arbeit auf einem überholten Forschungsstand aufzubauen.

Kann das Schneeballprinzip für die Literaturrecherche empfohlen werden? Hier ein Überblick über die Vor-und Nachteile:

Vorteile Schneeballprinzip bei der LiteraturrechercheNachteile Schneeballprinzip bei der Literaturrecherche
- Verfügbarkeit und Seriosität der gefundenen Quellen garantiert, da diese ja in einer anderen wissenschaftlichen Arbeit zitiert werden (vgl. Brauner & Vollmer 2007: 107)

- kann den eigenen Rechercheaufwand bei der Literaturrecherche minimieren (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 39)

- man kann ein Netz von Querverbindungen und Zitaten identifizieren und bekommt ein Gefühl dafür, welche Werke für einen Themenbereich besonders wichtig sind (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 153-54)

- Zahl der Funde wächst schnell stark an, bis man immer mehr auf Bekanntes stößt und sich der Kreis schließt: Die wichtigesten (am häufigsten zitierten) Quellen können in kurzer Zeit ermittelt werden (vgl. Kornmeier 2013: 83)
- es können für die Literaturrecherche nur Quellen gefunden werden, die älter als das Ausgangswerk sind, da diese darin zitiert werden (vgl. Brauner & Vollmer 2007: 108)

- manche Werke die wichtig für die Thematik sind werden gar nicht oder nur am Rande des Ausgangswerks erwähnt (vgl. Jost & Richter 2015: 134), so bekommt man kein umfassendes Bild von der Thematik

- man verlässt sich auf die im Ausgangswerk getroffene Vorauswahl, die eventuell einseitig und von einer wissenschaftlichen Auffassung vorgeprägt ist (vgl. Brauner & Vollmer 2007: 108)

- Schwierigkeit bei der Quellenauswahl: man geht auf Nummer sicher, wenn man auf ein Lehrbuch zurückgreift, aber diese sollen einen guten Überblick bieten und behandeln das eigene, speziellere Thema nur kurz (vgl. Jost & Richter 2015: 135)

- man kommt in ein „Zitierkartell“, das heißt bestimmte Wissenschaftler zitieren sich bewusst gegenseitig und legen so nur Wert auf die Arbeit „Gleichgesinnter“ (vgl. Kornmeier 2013: 83)

- wiederholt sich die angegebene Literatur nicht an einem gewissen Punkt, wird man von der „Literaturlawine“ überrollt und findet kein Ende bei der Literatursuche (vgl. Klein 2017: 144)
Pro: schnell, einfach und relativ unkompliziertContra: einseitig, nur ältere Werke, unsystematisch
Wichtig: Das Schneeballprinzip ist für die eigene Literaturrecherche gut geeignet, um herauszufinden, wie viel Literatur es zu einem bestimmten Thema gibt, aber eine systematische Literaturrecherche relevanter Quellen für die Bachelorarbeit und Masterarbeit kann es nicht ersetzen (vgl. Brauner & Vollmer 2007: 108).
Da diese Methode der Literaturrecherche leicht umzusetzen ist, kann es der Einstieg in die Literatursuche sein. Auch kann man sich mehrere Ausgangsquellen suchen, um sicherzustellen, dass sich die Literaturrecherche nicht hauptsächlich nur auf ein Werk stützt.

Die systematische Literaturrecherche: Nichts dem Zufall überlassen

Im Gegensatz zum Schneeballprinzip, der pragmatischen Literatursuche, verlässt sich die systematische Literaturrecherche nicht darauf, was andere Autoren zitiert haben. Denn bei dieser Methode der Literaturrecherche wird nicht auf dritte Rücksicht genommen, wenn es um die Fragen wie, wo und auf welche Weise Literaturrecherche betrieben wird (vgl. Jost & Richter 2015: 136-137).

Der Weg der Literaturrecherche verläuft hier gradlinig in eine Richtung: „Zuerst werden in Nachschlagewerken die Grundlagen recherchiert, danach die Kataloge und Bibliografien genutzt und am Ende noch die aktuellsten Entwicklungen verfolgt“ (Klein 2017: 144).

Die Literaturrecherche bezieht sich hier also nicht nur auf ein Werk und dessen Literaturverzeichnis, sondern es handelt sich vielmehr um eine thematische Literaturrecherche. Hat man sein Thema für die Bachelorarbeit und Masterarbeit bietet sich die systematische Literaturrecherche gut an.

Wichtig: Bibliografien sind hier nach verschiedenen Kriterien eingeteilt: national, international, allgemeine oder Fachbibliografien und sie verzeichnen auch Zeitschriftenaufsätze (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 43). Man findet sie über die normale OPAC-Suche, und auch WorldCat listet Bibliografien (vgl. Klein 2017: 146).
Vorteile Systematische LiteraturrechercheNachteile Systematische Literaturrecherche
- wenn man bei dieser Methode der Literaturrecherche genau arbeitet und Durchhaltevermögen hat, kann man praktisch „alles“ finden (vgl. Klein 2017: 146)

- Wert liegt auf aktueller Literatur um neuere Entwicklungen aufzuzeigen, z.B. kann dies zusätzlich durch direkte Kommunikation mit Wissenschaftlern geschehen um neueste Erkenntnisse zu bekommen (vgl. Brauner & Vollmer 2007: 108-09)

- lässt sich nicht wie Schneeballprinzip vom Zufall treiben (vgl. Klein 2017: 145), somit wird bei der Literaturrecherche auch Literatur gefunden, die nicht nur eine Meinung abbildet

- man findet mit der systematischen Literaturrecherche nicht nur die besten Beiträge, sondern lernt das Fachgebiet auch aus der „Hubschrauberperspektive“ kennen (vgl. Kornmeier 2013: 84)
- aufwendige Suche (vgl. Klein 2017: 146)

- Suchende müssen sich für die Literaturrecherche selbst eine Systematik aneignen und mit der Literatursuche und deren Beschaffung gut vertraut sein -> mit Schlagworten und nach themenrelevanten Stichworten suchen (siehe Literatursuche im OPAC oben), sonst artet die Suche auch aus und man findet vieles nur nicht immer was relevant ist
Pro: berücksichtigt aktuellste Literatur, systematisch, bildet die Kontroverse gut abContra: zeitaufwendig, Suchender muss sich gut mit der Literatursuche auskennen (Schlagwortsuche etc.)

Die besten Ergebnisse liefert eine Kombination des Schneeballprinzips und der systematische Literaturrecherche (vgl. Klein 2017: 146). Auch Theisen merkt an, dass das „pragmatische Verfahren [Schneeballprinzip] zur Ermittlung einer Literaturübersicht exklusiv nur für erste schriftliche Arbeiten und/oder eine begrenzten Themenbereich empfohlen werden“ aber „umfassendere, eigenständige wissenschaftliche Arbeiten sollten systematisch literarisch erschlossen werden“ (2013: 76).

Es ist also nichts Verkehrtes daran, das Schneeballsystem für die Literaturrecherche zu nutzen, solange man sich nicht allein darauf verlässt und auch die systematische Literaturrecherche anwendet um auch neuere Literatur miteinzubeziehen.

Tipp: Im Hinblick auf das Verfassen der Bachelorarbeit und Masterarbeit sollte man sich frühzeitig auch mit der Literaturverwaltung beschäftigen. Hierzu gibt es Programme wie Citavi, Endnote, REFWork, Mendeley etc. (vgl. Bänsch & Alewell 2013: 53). Diese Programme helfen bei der Literaturrecherche Literatur zu organisieren und dokumentieren. 

Fazit

  • Um eine gelungene Literaturrecherche für die Bachelorarbeit und Masterarbeit durchzuführen ist zunächst ein Grundwissen der verschiedenen Literaturarten wichtig, außerdem sollte das Thema bekannt sein.
  • Die Literaturrecherche beginnt man am besten mit dem Durchforsten von Standartwerken wie Lexika und Lehrbüchern um vom Grundwissen, dem Allgemeinen, zum Spezifischen überzugehen (z.B. Fachjournals, Kongressberichte etc.).
  • Der beste Ort um den Grundstein für eine systematische Literaturrecherche zu legen, ist die Universitätsbibliothek: man sollte sich frühzeitig mit den internen Regeln dort vertraut machen und eine Einführungsveranstaltung besuchen.
  • Die Bestände der Bibliothek, der Katalog, kann für die Literaturrecherche einfach und unkompliziert vom PC aus durchsucht werden, dafür gibt es OPAC, den digitalisierten Katalog: so kommt man bei der Literaturrecherche an die Signaturen der Bücher und weiß an welchem Ort in der Bibliothek sie zu finden sind (WO, an welchem Ort kann ich Literatur finden/beschaffen).
  • Es gibt zwei Suchstrategien für die Literaturrecherche: zum einen das Schneeballsystem, das heißt man nimmt ein Grundwerk als Ausgangspunkt und zieht dessen Literaturverzeichnis heran um weitere Literatur zu finden, die im Hauptwerk zitiert wird.
  • Zum anderen gibt es die systematische Literaturrecherche, die sich nicht auf ein Grundwerk beschränkt sondern sich von Überblickswerken über Bibliografien systematisch zu aktueller Literatur mit neuesten Erkenntnisse vorarbeitet.
  • Eine geschickte Kombination des Schneeballsystems und der systematische Literaturrecherche ist zu empfehlen und führt zum größten Erfolg bei der Literaturrecherche für deine Bachelorarbeit und Masterarbeit.

Quellennachweis

Andermann, Ulrich, Martin Drees & Frank Götz. 2006. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? 3. Aufl. Mannheim: Dudenverlag.

Bänsch, Axel & Dorothea Alewell. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten. 11. Aufl. München: Oldenbourg Verlag.

Boeglin, Martha. 2007. Wissenschaftliche arbeiten Schritt für Schritt – Gelassen und effektiv studieren. München: Wilhelm Fink.

Brauner, Detlef Jürgen & Hans-Ulrich Vollmer. 2004. Erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten – Seminararbeit Diplomarbeit Doktorarbeit. Sternenfels: Verlag Wissenschaft und Praxis.

Corsten, Hans & Joachim Deppe. 2008. Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. 3. Aufl. München: Oldenbourg Verlag.

Franck, Norbert & Joachim Stary. 2009. Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. 15. Aufl. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Jost, Gerhard & Lukas Richter. 2015. Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens – Eine prozessbegleitende und reflexive Perspektive. Wien: Facultas.

Karmasin, Matthias & Rainer Ribing. 2014. Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 8.Aufl. Wien: Facultas.

Klein, Andrea. 2017. Wissenschaftliche Arbeiten schreiben – Praktischer Leitfaden mit über 100 Software-Tipps. Frechen: mitp.

Krämer, Walter. 2009. Wie schreibe ich eine Seminar – oder Examensarbeit? 3. Aufl. Frankfurt: Campus.

Kornmeier, Martin. 2013. Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für Bachelor, Master und Dissertation. 6. Aufl. Bern: Haupt.

Kruse, Otto. 2010. Lesen und Schreiben – Der richtige Umgang mit Texten im Studium. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.

Lück, Wolfgang, Michael Henke. 2009. Technik des wissenschaftlichen Arbeitens – Seminararbeit, Diplomarbeit, Dissertation. 10. Aufl. Oldenbourg Verlag: München.

Oertner, Monika, Illona St. John & Gabriele Thelen. 2014. Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.

Samac, Klaus, Monika Prenner & Herbert Schwetz. 2009. Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Stickel-Wolf, Christine & Joachim Wolf. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

 Theisen, Manuel René. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

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