Zitierregeln – Die wichtigsten Regeln im Überblick

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Zitierregeln-Definition

Der gewissenhafte und transparente Umgang mit Quellen ist Kernbestandteil wissenschaftlichen Arbeitens. In diesem Beitrag erhältst du eine Übersicht über die gängigsten Zitierregeln.

Regel 1: Wahl einer Zitierweise

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Zitierweisen. Daher gehört es zu den ersten Zitierregeln, sich für eine bestimmte Form zu entscheiden und diese auf den gesamten Text anzuwenden. Nutze die Gelegenheit, dich mit deinem Dozenten auf die gewünschten Zitierregeln zu verständigen. Die APA– und die Harvard-Zitierweise sind dadurch zu erkennen, dass sie den Literaturverweis im Fließtext (in Klammern) vornehmen. Die deutsche Zitierweise arbeitet mit Fußnoten, die in der Fußzeile der betreffenden Seite die verwendete Quelle benennen.

APA-Zitierregeln

[…] wo es heißt, dass der Express-Versand gratis ist (Schwarz, 2022). Das ist […]

Harvard-Zitierregeln

[…] wo es heißt, dass der Express-Versand gratis ist (vgl. Schwarz 2022: S. 10). Das ist […]

Deutsche Zitierregeln

[…] wo es heißt, dass der Express-Versand gratis ist.¹ Das ist […]

___________________________

¹ Vgl. Schwarz, Thomas: Der Weg zum Bachelor. Tipps für ein erfolgreiches Studium. S. 10.

Regel 2: Verweise im Text angeben

Wenn du Zitierregeln wählst, die Quellenverweise im Text abbilden, gibst du den Namen des Autors, das Erscheinungsjahr des Werkes sowie die betreffende Seitenzahl in Klammern an.

Regel 3: Literaturverzeichnis erstellen

Im Literaturverzeichnis finden sich alle Quellen, auf die du zuvor im Text oder mit Hilfe von Fußnoten verwiesen hast. Das Literaturverzeichnis ist alphabetisch sortiert. Die Einträge umfassen den Autorennamen, den Werktitel, die Auflage, den Verlag sowie Erscheinungsjahr und -ort. Ein Literaturverzeichnis mit drei Monografien kann wie folgt aussehen.

Schwarz, Thomas: Der Weg zum Bachelor. Tipps für ein erfolgreiches Studium. 13. Auflage. Nürnberg: Kaiser-Verlag 2020.

Müller, Julia: Die Bachelorarbeit. Vorbereitung. Durchführung und Abschluss. 27. Auflage. Nürnberg: Kaiser-Verlag 2022.

Schmidt, Michael: Das deutsche Bildungssystem. Von Grundschule bis Doktorabschluss. 2. Auflage. Nürnberg: Kaiser-Verlag 2016.

Regel 4: Richtige Quellenangaben erstellen

Je nach Quellentyp sehen die Zitierregeln für das Literaturverzeichnis formale Feinheiten vor. Eine Monografie wird zum Beispiel anders zitiert als eine Herausgeberschrift. Viele Institute etablieren eigene Zitierregeln¹:

Monografie/Verfasserschrift:
Verfassername, Vorname: Titel. Nebentitel. Auflage [falls nicht erste Auflage]. Ort: Verlag Jahr.

Sammelwerk/Herausgeberschrift:
Titel. Nebentitel. Hrsg. von Vorname Name. [evtl. Nummer des Bandes] Auflage. Ort Verlag Jahr.

Beitrag im Sammelwerk:
Verfassername, Vorname: Titel. Nebentitel. In: Titel. Nebentitel. Hrsg. von Vorname Name. Bandnummer. Auflage. Ort. Verlag Jahr. S. x-y.

Zeitschriftenaufsatz:
Verfassername, Vorname: Titel. Nebentitel. In: Zeitschriftentitel Jahrgangsnummer (Jahr). S. x-y.

Lexikonartikel:
Verfassername, Vorname: Titel. Nebentitel. In: Lexikontitel. Hrsg. von Vorname Name. Bandnummer. Auflage. Ort: Verlag Jahr. S. x-y.

Internetquellen:
Name, Vorname: Titel. Nebentitel. URL (Abfragedatum).

Regel 5: Vertrauenswürdigkeit der Quellen prüfen

Eine der wichtigsten Zitierregeln besteht darin, dass du zwar alles zitieren kannst, jedoch nicht alles zitieren solltest. Es gibt Verlage und Autoren, die sich wissenschaftlicher Methodik weniger verpflichtet fühlen als andere. Die (pseudo-)wissenschaftliche Spreu vom Weizen zu trennen ist eine (zu erlernende) akademische Kernkompetenz.

Wissenschaftliche Quelle:

  • detailliertes Literaturverzeichnis
  • sachlicher Sprachstil
  • gibt Auskunft über die verwendete Methodik
  • belegt Aussagen anhand von Studien, Daten und Logik
  • ist inhaltlich nicht veraltet
  • beachtet Zitierregeln

Unwissenschaftliche Quelle

  • kein Literaturverzeichnis
  • polemischer Sprachstil
  • belegt Aussagen nicht
  • oder verweist vorrangig auf unwissenschaftliche Quellen
  • beachtet keine Zitierregeln

Regel 6: Direkte Zitate 1:1 übernehmen

Wenn du den genauen Wortlaut der Quelle übernimmst, handelt es sich um ein direktes Zitat. Die Zitierregeln besagen, dass du ein direktes Zitat mit doppelten Anführungszeichen kenntlich machen musst.² Hier ein Beispiel nach deutschen Zitierregeln:

„Der Expess-Versand ist gratis.“¹

___________________________

¹ Schwarz, Thomas: Der Weg zum Bachelor. Tipps für ein erfolgreiches Studium. S. 10.

Blockzitate

Sobald direkte Zitate eine Länge von zwei Zeilen überschreiten, sehen die Zitierregeln vor, dass du den Text einrückst, die Schriftgröße auf 10 reduzierst und einen einzeiligen Abstand einrichtest.

Verändern direkter Zitate

Möchtest du direkte Zitate verändern, schreiben die Zitierregeln vor, dass du den von dir veränderten Teil mit eckigen Klammern markierst.

Zitat im Zitat

Ein Zitat im Zitat wird mit einfachen Anführungszeichen markiert. Nach den Zitierregeln von Harvard und APA wird das sekundäre Zitat nur im Text, nicht aber im Literaturverzeichnis, kenntlich gemacht. In jedem Fall solltest du die Quellen beider Zitate angeben.

„Schon Schwarz gab bekannt, ‚Der Express-Versand ist gratis.’¹ Das ist aber nicht der einzige Vorteil von BachelorPrint.“²

___________________________

¹ Schwarz, Thomas: Der Weg zum Bachelor. Tipps für ein erfolgreiches Studium. S. 10.

² Müller, Julia: Die Bachelorarbeit. Vorbereitung. Durchführung und Abschluss. S. 35.

Regel 7: Direkte Zitate nicht zu häufig einsetzen

Da direkte Zitate keine eigene Leistung und dem Lesefluss wenig zuträglich sind, solltest du sie nicht verwenden, um Inhalte zu vermitteln, sondern vornehmlich dann, wenn du die genaue Formulierung des Autors in den Fokus rücken möchtest.

Regel 8: Möglichst aus der Primärliteratur zitieren

Oftmals ist es besser, den wissenschaftlichen Ausgangstext zu zitieren, anstatt auf Sekundärliteratur zurückzugreifen. Dadurch vermeidest du, fehlerhafte Diskurse durch das Stille-Post-Prinzip zu reproduzieren.

Regel 9: Abkürzungen richtig verwenden

Abkürzung Bedeutung
ebd. ebenda (bei aufeinanderfolgender Nennung derselben Quelle)
f. nachfolgende Seite (wenn eine Quellenangabe auch die Folgeseite betrifft)
ff. nachfolgende Seiten (wenn eine Quellenangabe eine unbestimmte Zahl von Folgeseiten betrifft; eher unpräzise)
u.a. und andere (wenn du darauf hinweisen möchtest, dass eine bestimmte Aussage mit mehreren Quellen belegt werden kann)
vgl. vergleiche (bei indirekten Zitaten)
zit. zitiert nach (wenn eine Sekundärquelle den Text zitiert, den du behandelst)

Regel 10: Vermeiden von Plagiaten

Ein Plagiat ist die unmarkierte Verwendung fremden Gedankenguts. Plagiate sind ein gravierender Verstoß gegen die Zitierregeln, werden von der wissenschaftlichen Gemeinschaft geahndet und können schlimmstenfalls zur Exmatrikulation und zur Aberkennung akademischer Würden führen.³ Plagiate können durch das Beachten der Zitierregeln verhindert werden.

Checkliste für Zitierregeln

  • Dozenten nach der gewünschten Zitierweise fragen
  • bestimmte Zitierregeln auswählen und transparent machen
  • die gewählte Zitierweise konsequent verwenden
  • alle Quellen den entsprechenden Textstellen zuweisen
  • Direktzitate mit Anführungszeichen kenntlich machen
  • nur wenige Direktzitate verwenden
  • vor den Quellenangaben zu indirekten Zitaten ein „Vgl.“ setzen
  • Literaturverzeichnis anlegen
  • die Zitierregeln für unterschiedliche Quellentypen beachten
  • die Vertrauenswürdigkeit aller Quellen prüfen

Häufig gestellte Fragen

Wissenschaftliche Literaturangaben müssen lesbar (d.h. einer bestimmten Ordnung folgend), transparent und von der Fachwelt recherchierbar sein. Die gängigsten Zitierweisen sind die deutsche Zitierweise, die APA-Zitierweise und die Harvard-Zitierweise.

Ein Zitat muss immer dann angegeben werden, wenn ein wissenschaftlicher Text(-abschnitt) auf die Informationen, Erkenntnisse oder den Wortlaut eines anderen Textes (das können auch Datensätze sein) zurückgreift.

Ein Selbstzitat kann angegeben werden, wenn dein zitierter Text veröffentlicht wurde. Bei Prüfungsleistungen solltest du dich mit deinen Betreuern darüber verständigen, inwieweit du dich auf frühere Texte von dir beziehen darfst.

Du musst nur die Quellen angeben, die du im Rahmen deiner Arbeit verwendet hast.

Alle Zitierweisen haben Vor- und Nachteile. Die deutsche Zitierweise erlaubt einen angenehmeren Lesefluss, während die APA- und Harvard-Zitierweise leichter zu formatieren und international anerkannt sind.

Quellen

¹ Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Handreichung Zitieren, in: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, o.D., [online] https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/germanistik/lehrende/wagner-egelhaaf_m/handreichung_zitieren.pdf (23.08.2022)

² Universität Potsdam: Endfassung Richtlinien Hausarbeiten, in: Universität Potsdam, 10.2019, [online] https://www.uni-potsdam.de/fileadmin/projects/germanistik/Ordnungen/Endfassung_Richtlinien_Hausarbeiten_2019-10.pdf (23.08.2022)

³ Universität Siegen: Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten, in: Universität Siegen, o.D., [online] https://www.bildung.uni-siegen.de/ag_sek/ma_arbeiten/leitfaden_zum_wissenschaftlichen_arbeiten.pdf (23.08.2022)