Qualitative Beobachtung – Definition und Merkmale

26.02.24 Beobachtung Lesedauer: 4min

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Die qualitative Beobachtung ist eine Forschungsmethode, die ihre Daten durch eine Beobachtung erlangt und in beschreibenden Worten festhält. Zu diesen Daten zählen unter anderem Verhaltensweisen, welche systematisch in natürlichen oder künstlichen Umgebungen beobachtet werden. Alles, was du zur qualitativen Beobachtung wissen und worauf du achten musst, erfährst du im folgenden Beitrag.

Qualitative Beobachtung „einfach erklärt“

Die qualitative Beobachtung stellt eine detaillierte Beobachtung dar, wobei eine kleine Stichprobe beobachtet und die Ergebnisse in nicht numerischen Daten festgehalten werden. Diese Beobachtungsform ist interpretativ und in gewissem Maße subjektiv und versucht Verhaltensweisen und Sachverhalte durch umfassende und detaillierte Datensammlungen zu verstehen und zu interpretieren.

Definition: Qualitative Beobachtung

Die qualitative Beobachtung ist eine Methodik der wissenschaftlichen Beobachtung, die Daten von Verhaltensweisen in natürlicher oder künstlicher Umgebung beobachtet. Durch diese Beobachtung wird ein tieferes Verständnis der untersuchten Verhaltensweisen entwickelt. Die gesammelten Daten werden in beschreibenden Worten erfasst und nicht in numerischer Form. Dabei fokussiert sich die qualitative Beobachtung auf die detaillierte Beobachtung von Einzelfällen oder kleineren Stichproben.

Die qualitative Beobachtung legt den Fokus auf die subjektive Wahrnehmung und die menschliche Interpretation von Verhaltensmustern, die durch die quantitative Beobachtung nicht erfasst werden können. Der Einsatz einer qualitativen Beobachtung erfolgt unter anderem in den Sozialwissenschaften, der Anthropologie, der Psychologie und noch weiteren Forschungsbereichen.

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Merkmale

Die qualitative Beobachtung als Methode hat einige wichtige Merkmale, die sie auszeichnen.

  • Subjektivität: Es werden subjektive Eindrücke und Empfindungen gesammelt, indem der Beobachter seine eigenen Perspektiven, Erfahrungen und Meinungen einbringt.
  • Offenheit: Qualitative Beobachtungen sind meist offen und explorativ. Es werden zahlreiche Daten gesammelt, um ein möglichst umfassendes Verständnis des Themenbereichs zu erlangen.
  • Beschreibung und Detail: Es werden viele Beschreibungen und Details gesammelt, damit ein umfassendes Verständnis des beobachteten Verhaltens möglich ist.
  • Kontextualisierung: Entscheidend für die Ergebnisse ist der Kontext, damit das beobachtete Verhalten im Kontext zu einer bestimmten Umgebung, Situation oder bestimmten Personen verstanden werden kann.
  • Interpretation: Die Interpretation der gesammelten Daten ist von Bedeutung, um Hypothesen zu entwickeln oder Theorien zu erstellen, indem Bedeutungen oder Muster in den Daten identifiziert werden.
  • Flexibilität: Im Verlauf der Forschung können sich qualitative Beobachtungen verändern und an die Bedingungen anpassen, indem die Herangehensweise angepasst wird, um neue Erkenntnisse zu berücksichtigen.
  • Beobachtungsformen: Qualitative Beobachtungen können individuell angepasst werden (z. B. Beobachterposition (z. B.: nicht-teilnehmende Beobachtung) und Beobachtungsumgebung (z. B.: Feldbeobachtung)).
Qualitative-Beobachtung-Merkmale

Methoden

Die qualitative Beobachtung erfasst die Daten mithilfe von verschiedenen Methoden, die je nach Forschungsfrage und -kontext ausgewählt werden. Die qualitative Beobachtung gibt dabei nur die Art der gesammelten Daten vor, weitere Charakteristiken der Methodik können individuell auf die Forschungsfrage ausgerichtet werden. Häufig werden auch mehrere Methoden kombiniert.

Zu den Methoden zählen diverse Formen der Beobachtung, wie die teilnehmende Beobachtung, die nicht-teilnehmende Beobachtung, die verdeckte Beobachtung und die offene Beobachtung. Wenn die Beobachtung strukturiert durchgeführt wird, spricht man auch von einer systematischen Beobachtung.

Außerdem werden Beobachtungsprotokolle verwendet, um Eindrücke, Beobachtungen und Gedanken während der Durchführung zu dokumentieren und später zu analysieren.

Auch Video- und Audioaufnahmen zählen zu den Methoden, denn durch die Aufnahmen können non-verbale Kommunikationen und Gespräche festgehalten werden (vermittelte Beobachtung). In manchen Fällen werden auch Fokusgruppen bei der qualitativen Beobachtung systematisch eingesetzt, damit Gruppendiskussionen beobachtet und analysiert werden können. Es werden unter anderem auch Dokumente und Artefakte, wie Tagebücher oder Bilder, analysiert, damit Einblicke in vergangene Ereignisse gewonnen werden können.

Beispiel: Beobachtungsprotokoll

Forschungsfrage: Wie beeinflussen soziale Normen das Spielverhalten von Kindern auf einem öffentlichen Spielplatz?

Bei dieser Frage könnte das Beobachtungsprotokoll Felder für das Datum, die Uhrzeit, den Spieltyp, die Anzahl der Kinder, die Wetterbedingungen und die Verhaltensweisen beinhalten.

Vor- und Nachteile

Die qualitative Beobachtung hat, wie auch viele andere Forschungsmethoden, ihre Vor- und Nachteile. Um die Nachteile auszugleichen, werden verschiedene Beobachtungsmethoden kombiniert, um die Stärken der einzelnen Methoden zu nutzen.

Vorteile Nachteile
Flexibilität: Die Beobachtung kann sich im Verlauf der Forschung entwickeln. Subjektivität: Die subjektive Perspektive des Beobachters kann die erfassten Daten verzerren.
Subjektive Perspektiven: Die Beobachtungsmethode erfasst subjektive Eindrücke und ermöglicht damit eine umfassendere Sicht auf das Verhalten. Zeitaufwand: Da die Beobachtungen meist über einen längeren Zeitraum verlaufen, ist die Methode zeitaufwändiger als manch andere.
Tiefes Verständnis: Die detaillierten Informationen ermöglichen der Beobachtungsmethode ein tiefes Verständnis für Verhaltensweisen. Hawthorne-Effekt: Durch die Anwesenheit des Beobachters kann das Verhalten der Teilnehmer beeinflusst und damit verfälscht werden.
Vielseitigkeit: Die Beobachtungsmethode kann vielseitig eingesetzt werden, in verschiedenen Forschungsbereichen und Disziplinen. Mangel an Quantifizierung: Durch die nicht-numerische Datenerfassung kann es zu Schwierigkeiten bei der Vergleichbarkeit und Analyse kommen.
Einsicht in Kontext: Der Kontext, in dem das Verhalten auftritt, wird berücksichtigt, womit eine tiefere Analyse ermöglicht wird. Begrenzte Generalisierbarkeit: Da die Beobachtungen auf spezifischen Kontexten basieren, sind sie schwerer auf eine breitere Population übertragbar.

Ziele

Die qualitative Beobachtung verfolgt in der Forschung verschiedene Ziele, unter anderem die Entwicklung und Überprüfung von Theorien, indem sie Einblicke in Verhaltensmuster liefert. Außerdem versucht sie Verhaltensweisen, Situationen oder Ereignisse zu verstehen und sie detailliert zu beschreiben. Ein weiteres Ziel ist das Identifizieren von Mustern und Zusammenhängen in den erfassten Daten, damit Hypothesen aufgestellt oder Theorien gestützt werden.

Die qualitative Beobachtung ermöglicht auch das Erforschen von sozialen Phänomenen, wie soziale Interaktionen, Gruppendynamiken und Machtstrukturen. Das Validieren von Forschungsfragen bildet ein weiteres Ziel. Durch die Abgleichung realer Beobachtungen mit theoretischen Annahmen können Hypothesen oder Forschungsfragen validiert oder verfeinert werden. Die wissenschaftliche Beobachtung als Methode kann sich zusätzlich die Entwicklung von Fallstudien als Ziel setzen, damit spezifische Einzelfälle oder Situationen analysiert werden können.

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Häufig gestellte Fragen

Der zentrale Unterschied zwischen diesen beiden Beobachtungsmethoden liegt in der Dokumentation der Datenerfassung. Während die qualitative Beobachtung ihre Daten durch Worte dokumentier, werden sie bei der quantitativen Methode numerisch dokumentiert.

Nein, nicht jede Beobachtung muss qualitativ sein. Es gibt auch die quantitative Methode, die ihre Daten numerisch sammelt.

Es gibt verschiedene Methoden in der qualitativen Beobachtung, dazu zählen unter anderem Beobachtungsprotokolle und Videoaufnahmen. Zudem wird die qualitative Beobachtung mit anderen Beobachtungsformen kombiniert, um den Ansprüchen der Forschungsfrage bestmöglich gerecht zu werden.

Eine quantitative Beobachtung erfasst ihre Daten in numerischer Form und versucht dabei subjektive Eindrücke zu minimieren.