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EINLEITUNG SCHREIBEN | Der Leitfaden für die Bachelorarbeit & Hausarbeit

Einleitung schreiben der Bachelorarbeit und Hausarbeit - Wissenschaftliche Beispiele

Prolog zur Einleitung

Nehmen wir an, der Textteil der Bachelorarbeit, Hausarbeit und auch generell jeder Art von wissenschaftlichen Arbeit beginnt nicht inmitten der Dinge, also beim Hauptteil. Das wäre so, wie die erste halbe Stunde eines guten Krimis zu verpassen: Man wird die ganze Zeit merken, dass man am Anfang etwas Entscheidendes nicht mitbekommen hat, selbst wenn man am Ende die Auflösung des Falls kennt. Daher ist die Einleitung, neben Hauptteil und Schluss, ein wichtiger Bestandteil der Bachelorarbeit oder Hausarbeit. Der Leser soll vorbereitet werden, was ihn zu erwarten hat, besonders im Hinblick auf die Forschungsfrage, welche in der Arbeit beantwortet werden soll. Schließlich wird dieser ohne einen klaren Fokus und einen Sinn zu sehen nicht unbedingt die Lust verspüren, Ihre Arbeit zu lesen.

Auch nützlich: Sprachliche Mittel für wissenschaftliche Arbeiten

Die Einleitung vermittelt dem Leser einen ersten Eindruck. Ist dieser negativ, dann schlägt sich das sehr wahrscheinlich auch auf den Rest der Arbeit nieder. Kann jemand nicht auf kleinem Raum deutlich machen, worüber er schreibt, aus welchem Grund und welche Ziele angestrebt werden, dann ist es nicht verwunderlich, dass sich das auch auf den Rest der Arbeit (negativ) auswirkt. Wie schreibt man eine gelungene Einleitung der Hausarbeit oder Bachelorarbeit, die das Interesse des Lesers und den Wohlwollen des Betreuers weckt?

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Weil zu einem guten Ende auch ein guter Beginn gehört: Welche Funktion hat die Einleitung der Bachelorarbeit?

„Der Filmproduzent und Verleger Samuel Goldwyn forderte von seinen Drehbuchautoren, sie sollen ihre Story mit einem Erdbeben beginnen – und dann ganz langsam steigern“ (Kornmeier 2013: 102).

Eine wissenschaftliche Arbeit ist natürlich kein Drehbuch und etwas derart Spektakuläres wie ein Erdbeben wird natürlich am Anfang nicht erwartet – dennoch, auch hier müssen Sie den Leser (fesseln und) unbedingt für sich gewinnen.

Mit der Einleitung der Bachelorarbeit beginnt der eigentliche Textteil (denn Abstract, Vorwort, Inhaltsverzeichnis usw. zählen nicht zum Text selbst) und somit dient sie als Einstieg in die Arbeit schlechthin. Generell ist „die Einleitung einer Arbeit […] der Ort, an dem der Autor mit dem Leser in Kontakt tritt“ (Esselborn-Krumbiegel 2002: 132). Daher ist sie nicht zu unterschätzen, denn der erste Eindruck ist wichtig und kann maßgeblich sein … genau wie in anderen Lebensbereichen auch. Nicht nur stellt sie eine Kurzübersicht über die Arbeit dar, sie bietet auch einen Leitfaden, der dem Leser hilft, sich im Text zurechtzufinden, kurz gesagt: Sie ist das Aushängeschild Ihrer Arbeit (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 200).

Wichtig: Vor allem eines ist zu beachten: Der Leser muss zum Weiterlesen animiert werden, denn er wird sich fragen „Lohnt es sich überhaupt, sich mit dieser Arbeit eingehender zu befassen?“ (vgl. Nitsch et al. 1994: 87). Es ist nicht genug, dass Sie selbst von dem Thema überzeugt sind, der Leser muss es auch sein. Um das Interesse des Lesers in der Einleitung zu wecken, lohnt es sich, beim Verfassen der Einleitung Sorgfalt walten zu lassen und dafür genügend Zeit einzuplanen.

In der Kürze liegt die Würze? Gilt das auch bei der Einleitung der Hausarbeit?

Natürlich ist es wichtig, in der Schreibplanung die Länge der einzelnen großen Bestandteile festzulegen. Wie lang sollten Einleitung, Hauptteil und Schluss (welcher der Einleitung, was die Länge betrifft, ähnlich ist) sein? Schließlich variiert dies je nach Arbeit, eine 40- bis 60-seitige Bachelorarbeit bzw. 60- bis 80-seitige Hausarbeit unterscheidet sich von einer zehnseitigen Seminararbeit oder Facharbeit, was den Umfang der einzelnen Punkte betrifft. Der Hauptteil, wie es eigentlich der Name schon sagt, ist auch bzgl. der Seitenanzahl am umfangreichsten.

Im Gegensatz dazu sollte die Einleitung nicht mehr als 15 Prozent des Textumfangs ausmachen (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 201). Gruber, Huemer & Rheindorf sprechen von einem Umfang von etwa fünf Prozent der Gesamtlänge (bei einer 20-seitigen Arbeit eine Seite) (2009: 98). Man kann also sagen, dass die Einleitung der Bachelorarbeit oder Hausarbeit etwa fünf bis 15 Prozent der Gesamtlänge des Textes betragen sollte. Esselborn-Krumbiegel schlägt als Faustregel 10 Prozent vor (vgl. 2002: 142), während Andermann, Drees & Grätz lediglich von einem „vernünftigen Verhältnis“ zum Gesamttext sprechen (vgl. 2006: 86). Auch wenn dies nach nicht viel klingt: Es wird gerade hier verlangt, kurz und präzise vorzustellen, worum es in der Arbeit geht; die Hauptausführungen kommen in den Hauptteil.

Tipp: Die Einleitung sollte nicht den Hauptteil vorwegnehmen, sondern ihn ankündigen und „den Weg ebnen“. Genau deshalb ist es ratsam, diese kurz und prägnant statt zu wortreich zu gestalten. Auch gibt sie dem Leser einen Eindruck über Ihren Schreibstil (vgl. Nitsch et al. 1994: 87). Zeugt Ihre Einleitung davon, dass es Ihnen schwerfällt, präzise und klar zu formulieren, wird das dem Leser das Gefühl vermitteln, dass es sehr anstrengend wird, die Arbeit zu lesen.

Was kam zuerst: das Huhn oder das Ei? / die Einleitung oder der Schluss?

Eine grundlegende Frage beim Schreiben der Bachelorarbeit oder Hausarbeit ist, wie und wo man am besten mit dem Schreiben beginnt. Wie die Überschrift verrät, wird hier tatsächlich eine Art Grundsatzdebatte losgetreten: Was kommt zuerst, der Anfang oder der Schluss? Es mag zwar paradox klingen, aber Einleitung und Schluss stehen in einem engen Verhältnis (siehe auch Beitrag „Fazit, Resümee der Bachelorarbeit“). „Einleitung und Schluss spiegeln den Hauptteil von gegenüberliegenden Seiten: […] Der Schlussteil resümiert den Hauptteil, während die Einleitung den Leser darauf vorbereitet und hinführt“ (Brauner & Vollmer 2004: 120).

Frage: Kann man also gekonnt auf den Hauptteil vorbereiten, wenn dieser noch nicht geschrieben ist, und beim Leser realistische Erwartungen schüren, ohne die Ergebnisse genau zu kennen, welche dem Schlussteil vorbehalten sind?

Diesbezüglich gehen die Meinungen auseinander. Theisen empfiehlt, die Einleitung ganz am Ende zu verfassen, und bemerkt: „Diese Empfehlung berücksichtigt, dass (auch) dem Verfasser erst am Ende bekannt ist, was wirklich geleistet werden konnte; nur eine solche Einleitung kann eine Einladung an den Leser zur weiteren Lektüre sein“ (2013: 152). Mehrere Autoren betonen, dass ein Über- und Durchblick nötig ist, um eine gute Einleitung für die Bachelorarbeit zu verfassen, und halten eine endgültige Formulierung der Einleitung erst nach Fertigstellung der Arbeit für sinnvoll (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 71; Bänsch & Alewell 2013: 79; Stickel-Wolf & Wolf 2013: 201).

Im Gegensatz dazu kann Kornmeier an diesem Tipp nichts finden, „denn über den Inhalt Ihrer ‚Einleitung‘ sollten Sie am Ende Ihrer Arbeit streng genommen nicht mehr wissen als zu dem Zeitpunkt, zu welchem Sie mit dem Schreiben beginnen“ (2013: 109). Auch sollte die Forschungsfrage nicht im Nachhinein eingefügt werden (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 61). Dazu ist zu sagen, dass die Forschungsfrage natürlich immer klar feststehen muss, bevor mit dem Schreiben begonnen werden kann. Selbst wenn die Einleitung noch nicht verfasst ist, hat man so sein klares Ziel vor Augen und schreibt nicht „blind drauflos“. Außerdem sollte man ohnehin eine vorläufige Gliederung als Schreibplan erstellt haben.

Tipp: Tatsächlich tut man sich leichter, wenn man die Einleitung am Schluss schreibt. Möchte man diese doch lieber am Anfang verfassen, muss man sich bewusst sein, dass sie nur eine vorläufige Einleitung für die Bachelorarbeit oder Hausarbeit ist, die noch überarbeitet werden muss (vgl. Bänsch & Alewell 2013: 79). Genau aus diesem Grund kann man Zeit einsparen, wenn man eine endgültige Fassung nach dem Verfassen des Hauptteils und des Fazits schreibt. Nur ein guter Überblick schützt davor, eine schwammige und ungenaue Einleitung zu schreiben.

„Die endgültige Fassung […] der Einleitung […] ist ganz anders als jene vom Anfang. Das ist normal. Wäre es nicht so, die ganze Untersuchung hätte euch keine neue Idee vermittelt. Ihr wärt vielleicht Prachtkerle, aber es wäre überflüssig gewesen, die Abschlußarbeit [sic!] zu schreiben“ (Eco 2010: 145).

Wohl begonnen, ist halb gewonnen: Was gehört in eine gute Einleitung?

(Fiktiver) Dialog zwischen Leser und Autor/-in (adaptiert von Franck & Stary 2009: 143):

L: Warum sollte ich diese Arbeit lesen?

A: Weil in ihr ein interessantes (wichtiges) Thema (Problem) behandelt wird.

L: Was habe ich davon, wenn ich die Arbeit lese?

A: Sie bekommen Antworten auf folgende Fragen: …

L: Warum wird denn nicht das gesamte Problem behandelt?

A: Weniger ist aus folgenden Gründen mehr: …

L: Muss ich alles lesen?

A: Unbedingt. Die Argumente bauen aufeinander auf.

L: Und warum soll ich mich mit Theorien beschäftigen, wenn ich etwas über das Problem XY

erfahren möchte?

A: Sie sollten wissen, warum ich wie vorgehe, um sich ein fundiertes Urteil bilden zu können. Und

keine Angst: Meine Ausführungen zur Theorie folgen der Maxime: So viel wie nötig und so kurz

wie möglich.

Dieses fiktive Gespräch zwischen Autor und Leser gibt einen guten Einblick, welche inhaltlichen Elemente Teil einer Einleitung der Bachelorarbeit sind. Hier zeigt sich, dass eine gute Einleitung vor allem drei Kernaspekte umfassen sollte, nämlich 1.) Relevanz: Warum ist das Thema wichtig? 2. Forschungsfrage: Wie lautet die Forschungsfrage, die beantwortet werden soll? und 3. Vorgangsweise: Wie wird beim Beantworten der Frage vorgegangen? (vgl. Karmasin & Ribing 2014: 29).

Kurzum, das Thema wird vorgestellt und die daraus abgeleitete Forschungsfrage und weshalb die Beantwortung dieser Frage neue, wichtige Erkenntnisse bringen wird; im gleichen Zuge sollen auch die Methoden kurz umrissen werden, welche für die Beantwortung der Forschungsfrage herangezogen werden. Die folgende Checkliste gibt einen Überblick über das solide Gerüst einer guten Einleitung.

Wissenschaftliche Tipps für eine sehr gute Einleitung einer Bachelorarbeit

1. Zum Thema hinführen

Soll „einen ersten Einstieg ins Thema [geben], z. B. mittels eines Aufhängers (Zitates)“ (Oertner, St. John & Thelen 2014: 31). Verschiedene Möglichkeiten zur Hinführung zum Thema:

a) Provozierende Behauptung (adaptiert von Brück 1997, zitiert in Frack & Stary 2009: 146)

Provozierende Behauptung in einer Einleitung

b) Fragen, z. B. Worauf lassen sich die Unterschiede zwischen Individuen zurückführen? Auf Vererbung oder Umwelteinflüsse? Und worin besteht die praktische Relevanz der Frage? (vgl. Franck 2004: 64)

c) Erfahrungsbericht, der zum Thema führt (adaptiert von Faulstich-Wieland 1995, zitiert in Franck & Stary 2009: 147)

Erfahrungsbericht der zum Thema in der Einleitung hinführt

d) Beschreibung, die das Problem umreißt (adaptiert von Franck 2004: 65)

Beschreibung in der Einleitung, die das Problem umreisst

e) Ein Zitat: Zwei Beispiele (adaptiert von Franck 2004: 65)

Ein Zitat als Einleitung-2 Beispiele

2. Begründen warum das Thema relevant ist

Hintergründe aufzeigen, begründen, warum das Thema relevant ist, Einordnung in einen größeren Rahmen und Bezug zum Fachgebiet/Forschungsumfeld (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 71); das Problem soll also hier kurz umrissen werden!

Diese drei Beispiele können als Richtlinie dienen, wie an die bestehende Forschung angeknüpft werden kann (adaptiert von Gruber, Huemer & Rheindorf 2009: 100)

Begründen in der Einleitung warum das Thema relevant ist -3 Beispiele

Hier sind zwei Beispiele, wie die Relevanz des Themas verdeutlicht werden kann (adaptiert von Gruber, Huemer & Rheindorf 2009: 101):

Relevanz des Themas verdeutlichen in der Einleitung-2 Beispiele

3. Gegenstand der Arbeit

Was soll untersucht werden? Spezifische Fragestellung/Forschungsfrage: Auf welche zu untersuchenden Aspekte wird das Ausgangsproblem eingegrenzt und wie sind die Kernbegriffe der Fragestellung definiert (vgl. Nitsch et al. 1994: 88)? Die Fragestellung leitet sich aus dem Thema ab, daher sollte sie direkt an die Beschreibung des Problems angeknüpft werden (siehe auch Beitrag „Forschungsfrage der Bachelorarbeit“).

4. Ziele der Arbeit

Welches Ziel wird mit welchem Ergebnis verfolgt? (vgl. Franck & Stray 2009: 144).

Zu beachten: Titel und Ziele sind nicht identisch: „Der Titel wissenschaftlicher Arbeiten beschreibt üblicherweise nämlich nur einen Themenbereich, nicht jedoch einen erreichbaren bzw. verfehlbaren Zustand“ (Stickel-Wolf & Wolf 2013: 202). Ein Beispiel aus einer studentischen Arbeit zur Beschreibung des Zwecks/der Ziele einer Bachelorarbeit (adaptiert von Gruber, Huemer & Rheindorf 2009: 103).

Beispiel zur Beschreibung des Zwecks_der Ziele einer Bachelorarbeit in der Einleitung

5. Methoden/Bearbeitungsansatz/Gang der Untersuchung

Der Weg zur Zielerreichung muss angegeben werden; wie gehen Sie vor, um die Forschungsfrage zu beantworten (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 60)? Hier soll der Gegenstand der theoretischen Analyse kurz umrissen werden (in welchem Umfang haben Sie die Literatur analysiert?). Bei einer empirischen Arbeit sollte die durchgeführte Studie erwähnt und es sollten Methoden der Datenanalyse erläutert werden (vgl. Kornmeier 2013: 105). Gegebenenfalls kann hier der praktische Hintergrund, z. B. Zusammenarbeit mit einer Firma oder Forschungsaufenthalte, sehr kurz erläutert werden (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 31).

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6. Abgrenzungen, Eingrenzungen der behandelten Fragen und Begründung

Es muss deutlich werden, welche Untersuchungsfelder, die auch Teil des Themas sind, ausgegrenzt werden (siehe auch Beitrag „Thema einer Bachelorarbeit“ zur Notwendigkeit der Eingrenzung des Themas) (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 71) . Wichtig ist hier, dass diese Einschränkung gut begründet wird und weshalb Sie das Thema Ihrer Bachelorarbeit im Hinblick auf Ihre Zielsetzung auf diese Weise eingegrenzt haben (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 202).

7. Begriffsabgrenzungen bzw. -klärungen

In der Einleitung der Bachelorarbeit oder Hausarbeit sollen grundlegende Begriffe, die wichtig für das Verständnis des Themas/der Gesamtarbeit sind (Begriffserläuterungen, die nur für einzelne Abschnitte gelten, gehören nicht in die Einleitung!) (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 71), erklärt werden. Als Beispiel hier eine Definition eines thementragenden Begriffs anhand des Themenbeispiels „Furchtappelle in der marktgerichteten Kommunikationspolitik“ (adaptiert von Bänsch & Alewell 2013: 84)

Definition eines thementragenden Begriffs anhand des Themenbeispiels in Einleitung

8. Aufbau der Arbeit

In wenigen Sätzen soll die Argumentationslinie umrissen werden, die sich aus der Gliederung ergibt, also ganz generell, wie die Forschungsfrage beantwortet wird, denn dies spiegelt sich in der Struktur der Arbeit wider (vgl. Kornmeier 2013: 106). Außerdem hilft es dem Leser, sich besser innerhalb der Arbeit orientieren zu können.

Beispiel 1: wie man den Aufbau der Arbeit darstellen kann (adaptiert von Gruber, Huemer & Rheindorf 2009: 104)

Aufbau der Arbeit in der Einleitung darstellen

Beispiel 2: Aufbau der Arbeit (adaptiert von Bänsch & Alewell 2013: 83)

Beispiel 2-Aufbau der Arbeit in Einleitung

Zu beachten: In einer kürzeren Hausarbeit werden diese Ausführungen noch sehr kurz sein und wenige Zeilen umfassen (vgl. Franck & Stary 2009: 144). In der Bachelorarbeit sollte dies natürlich ausführlicher sein und auf keinen Fall nur eine Wiederholung des Inhaltsverzeichnisses sein, sondern es muss deutlich werden, weshalb die einzelnen Untersuchungsschritte nötig sind, um die Forschungsfrage erschöpfend zu beantworten (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 203).

Vorlage bzw. Beispiel einer sehr gelungen Einleitung

Beispiel einer sehr guten Einleitung-Teil 1
Beispiel einer sehr guten Einleitung-Teil 2
Beispiel einer sehr guten Einleitung-Teil 3

(adaptiert von Kornmeier 2013: 106-108)

Bitte nicht ins Fettnäpfchen treten: Was es bei der Formulierung der Einleitung unbedingt zu vermeiden gilt!!

Im Folgenden einige wichtige Aspekte, belegt mit kurzen Beispielen, worauf man beim Schreiben der Einleitung besonders achten muss (adaptiert von Franck & Stary 2009: 144-146):

Zu vermeiden!Beispiel
Eingrenzung des Themas nicht wissenschaftlich begründet: Wenn auf etwas verzichtet wird, dann muss begründet werden, weshalb; in der Wissenschaft gibt es viele „weite Felder“, weswegen man Themen eingrenzt.„Das Thema Wissenschaftstheorie ist ein weites Feld. Daher wird in dieser Arbeit auf die nähere Analyse verschiedener wissenschaftstheoretischer Ansätze verzichtet.“
Auf weitere Analyse verzichten, weil etwas zu komplex ist: „Dies sprengt den Rahmen dieser Arbeit…“ hat keinen argumentativen Status! Was folgt daraus, dass auf entsprechende Darstellungen verzichtet wurde?„Themenkomplexe wie das Verhältnis der polnischen Minderheit zu den deutschen Parteien, die Rolle der polnischen Fragen im preußischen Abgeordnetenhaus, die Tätigkeit der polnischen Berufsverbände, die polnischen Banken in Berlin etc. etc. wurden bei der Recherche zwar herangezogen, entsprechende Darlegungen hätten jedoch den Rahmen der Fragestellung gesprengt“
Subjektives Interesse begründen, persönliche Geständnisse ablegen: In der Wissenschaft geht es nicht um Glauben und eine persönliche Überzeugung ist keine Begründung für eine Bachelorarbeit.„Die Beschäftigung mit den Werken von Toni Morrison hat in mir viele Gefühle ausgelöst. Je intensiver ich mich mit ihrem Werk auseinandergesetzt habe, um so vielschichtiger wurde mein Bild von der Autorin und ihrem Werk.“
Das Inhaltsverzeichnis nacherzählen: Wie bauen die Kapitel aufeinander auf? Dies muss erläutert und nicht nacherzählt werden.„Gegenstand des sechsten Kapitels ist dann der entwickelte Prototyp. Es werden die einzelnen Domänen-Modelle des Prototypen und deren Schnittstellen erklärt. Eine Beschreibung der Implementierung und möglicher Erweiterungen des Prototypen folgen. Die Arbeit schließt mit dem Kapitel 7 ab, in dem ein Ausblick gegeben wird.“
Wichtig: Bei der Darstellung der Forschungslage (siehe (1) B oben) darf man nicht dem Vollständigkeitswahn verfallen, denn es will gut überlegt sein, welche Quellen hier kurz vorgestellt werden sollen (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 86). Lediglich jene Quellen, die für die Themenwahl, Formulierung der Forschungsfrage („Lücke“ in der Literatur, die man füllen möchte) notwendig sind, sollten kurz umrissen werden. Außerdem kann der methodische Ansatz in der eigenen Arbeit in Bezug auf eine Quelle beschrieben werden, wenn man in der Bachelorarbeit eine modifizierte Variante der Methodik verwendet.

Zu beachten: Genau wie das Fazit/Resümee der Bachelorarbeit darf auch die Einleitung kein Fragment, sondern muss als solches verständlich sein, ohne dass Erkenntnisse nötig sind, die erst im Hauptteil entwickelt werden (vgl. Brauner & Vollmer 2004: 121).

Fazit

  • Die Einleitung der Bachelorarbeit oder Hausarbeit ist Teil des eigentlichen Textes (anders als die Vortexte und Verzeichnisse) und dient als erste Kontaktaufnahme mit dem Leser, um ihn auf das Thema aufmerksam zu machen und zum Weiterlesen zu animieren.
  • Die Einleitung der Bachelorarbeit sollte zwischen fünf und fünfzehn Prozent der Gesamtlänge des Textes betragen.
  • Es empfiehlt sich, die Einleitung der Bachelorarbeit oder Hausarbeit erst nach Verfassen des Hauptteils und des Schlusses zu schreiben, da erst dann erkenntlich ist, was wirklich geleistet wurde und man in der Einleitung realistische Erwartungen beim Leser schüren kann.
  • Eine gelungene Einleitung führt zunächst zum Thema hin, z. B. mit einem Zitat, erläutert, weshalb das Thema relevant ist, und ordnet es in den Forschungskontext ein.
  • Auch die Forschungsfrage ist maßgeblicher Teil der Einleitung der Bachelorarbeit, genauso wie die Ziele der Arbeit und die angewendeten Methoden, um diese Ziele zu erreichen.
  • Außerdem sollte kurz begründet werden, wie und weshalb das Thema eingegrenzt wird: „Dies sprengt den Rahmen der Arbeit, deshalb wurde es nicht berücksichtigt“ reicht als Begründung nicht aus!
  • Zuletzt sollte ein Überblick über den Aufbau der Bachelorarbeit oder Hausarbeit gegeben werden, d. h. wie bauen die einzelnen Kapitel aufeinander auf, welcher Argumentationslinie wird gefolgt; dieser sollte aber nie eine Nacherzählung der Inhaltsverzeichnisses sein!
  • Unbedingt vermieden werden müssen persönliche Geständnisse und subjektive Meinungen: Dies gehört nie in eine Einleitung als Begründung für Themen- oder Methodikwahl und hat generell in wissenschaftlichen Arbeiten nichts zu suchen.

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Quellennachweise

Andermann, Ulrich, Martin Drees & Frank Götz. 2006. Wie verfasst man wissenschaftliche

Arbeiten? 3. Aufl. Mannheim: Dudenverlag.

Bänsch, Axel & Dorothea Alewell. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten. 11. Aufl. München:

Oldenbourg Verlag.

Brauner, Detlef Jürgen & Hans-Ulrich Vollmer. 2004. Erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten –

Seminararbeit Diplomarbeit Doktorarbeit. Sternenfels: Verlag Wissenschaft und Praxis.

Eco, Umberto. 2010. Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. 13. Aufl. Wien: Facultas. wuv.

Esselborn-Krumbiegel, Helga. 2002. Von der Idee zum Text – Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Franck, Norbert. 2004. Handbuch Wissenschaftliches Arbeiten. Frankfurt: Fischer Taschenbuch

Verlag.

Franck, Norbert & Joachim Stary. 2009. Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. 15. Aufl.

Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Gruber, Helmut, Birgit Huemer & Markus Rheindorf. 2009. Wissenschaftliches Arbeiten – Ein

Praxisbuch für Studierende. Wien: Böhlau Verlag.

Karmasin, Matthias & Rainer Ribing. 2014. Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 8. Aufl.

Wien: Facultas.

Kornmeier, Martin. 2013. Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für Bachelor, Master und

Dissertation. 6. Aufl. Bern: Haupt.

Nitsch, Jürgen R. et al. 1994. Der rote Faden – Eine Einführung in die Technik wissenschaftlichen Arbeitens [Betrifft: Psychologie & Sport: Sonderband 22]. Köln: bps-Verlag.

Oertner, Monika, Illona St. John & Gabriele Thelen. 2014. Wissenschaftlich Schreiben – Ein

Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.

Rossig, Wolfram E. & Joachim Prätsch. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-

TEC.

Samac, Klaus, Monika Prenner & Herbert Schwetz. 2009. Die Bachelorarbeit an Universität und

Fachhochschule. Wien: Facultas.

Stickel-Wolf, Christine & Joachim Wolf. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken –

Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

Theisen, Manuel René. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und

Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

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