Inhaltsverzeichnis
- 1 Ist eine Plagiatsprüfung für Abschlussarbeiten sinnvoll?
- 2 Gründe für eine Plagiatsprüfung
- 3 Was zählt als Plagiat?
- 4 Konsequenzen eines Plagiats
- 5 Wann lohnt sich eine professionelle Plagiatsprüfung?
- 6 Lohnt sich eine kostenlose Plagiatsprüfung?
- 7 Risiken bei kostenlosen Tools
- 8 Auswahl des Anbieters
- 9 Häufig gestellte Fragen

Plagiatsprüfungen werden hin zur Abgabe der Abschlussarbeit immer mehr zum Thema, sei es aus eigener Unsicherheit oder weil bei der Bewertung ohnehin entsprechende Software eingesetzt wird. Lohnt sich also ein zusätzlicher Check vor der Abgabe überhaupt oder verursacht er nur unnötige Kosten? Dieser Beitrag erklärt, wann eine Plagiatsprüfung sinnvoll ist und welche Faktoren bei der Entscheidung eine Rolle spielen.
Ist eine Plagiatsprüfung für Abschlussarbeiten sinnvoll?
Grundsätzlich ist eine Plagiatsprüfung für Abschlussarbeiten in vielen Fällen sinnvoll, weil sie versehentliche Plagiate aufdeckt, Sicherheit vor der Abgabe gibt und den gleichen technischen Maßstab nutzt, den auch Hochschulen bei der Bewertung anwenden.
Sie kann helfen, fehlerhafte Paraphrasen, fehlende Quellenangaben oder zu ähnliche Formulierungen frühzeitig zu erkennen und so etwaige Konsequenzen zu vermeiden. Gleichzeitig ersetzt sie nicht das eigene wissenschaftliche Arbeiten, sondern dient als zusätzliche Kontrolle, deren Nutzen besonders dann steigt, wenn Unsicherheit beim Zitieren oder hoher Druck kurz vor der Abgabe besteht.
Wie funktioniert eine Plagiatsprüfung?
Eine Plagiatsprüfung zerlegt deinen Text zunächst in viele kleine Segmente und gleicht diese mit umfangreichen Datenbanken ab. Dazu gehören öffentlich zugängliche Online-Quellen, wissenschaftliche Texte und je nach Anbieter weitere geschützte Inhalte. Anschließend bewertet die Software, wie ähnlich einzelne Passagen bereits existierenden Texten sind, und markiert potenziell kritische Stellen in deinem Plagiatsreport.
Gründe für eine Plagiatsprüfung

Zeit- & Arbeitsaufwand bei Nichtbestehen
Der monetäre Aufwand ist im Vergleich zum Zeit- und Arbeitsaufwand beim Nichtbestehen günstig.

Plagiatsprüfung von Hochschulen
Eine eigene Prüfung verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Uni-Softwares Plagiate finden.

Stressreduktion in der Endphase
Eine Plagiatsprüfung gibt in der Zeit vor der Abgabe Sicherheit und hilft bei der Selbstkontrolle.

Versehentliche Plagiate passieren schnell
Trotz sauberer Zitation können Formulierungen zu nah am Original sein.

Vermeidung rechtlicher Probleme
Auch nach Jahren können Arbeiten überprüft und
Titel entzogen werden.

Verbesserung der wissenschaftlichen Qualität
Scanner zeigen, wo paraphrasiert oder korrekt
zitiert werden sollte.
Was zählt als Plagiat?
Plagiate entstehen immer dann, wenn fremde Gedanken, Formulierungen oder Strukturen ohne korrekte Quellenangabe übernommen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies absichtlich oder versehentlich geschieht. Beide Fälle können von Hochschulen als Plagiat gewertet werden. Grundsätzlich unterscheidet man mehrere Arten von Plagiaten:
- Wörtliches Plagiat: Textstellen werden nahezu identisch übernommen, ohne sie als Zitat zu kennzeichnen. Auch Copy-Paste-Plagiat genannt.
- Paraphrasenplagiat: Inhalte werden leicht umformuliert/paraphrasiert, bleiben aber zu nah am Original.
- Strukturplagiat: Aufbau, Argumentationslogik oder Gliederung werden übernommen, obwohl die Formulierungen variieren.
- Selbstplagiat: Eigene frühere Arbeiten werden ohne Hinweis wiederverwendet.
- Übersetzungsplagiat: Fremdsprachige Texte werden ohne Quelle übersetzt und übernommen.
Diese Formen kommen häufiger vor, als man denkt, vor allem, wenn unter Zeitdruck geschrieben oder viel paraphrasiert wird.
So schnell können Plagiate passieren
Selbst bei sorgfältiger Arbeitsweise können Fehler entstehen, die Prüfungen später als Plagiat markieren. Typische Situationen sind zum Beispiel:
- Formulierungen übernommen, aber nicht ausreichend umgeschrieben
- Eine Quellenangabe oder Fußnote vergessen
- Paraphrasen, die dem Ursprungstext zu ähnlich bleiben
- Übernommene Struktur oder Argumentationsfluss ohne Verweis
- Übersetzte Textpassagen ohne korrekte Kennzeichnung
Gerade weil solche Fehler oft ungewollt passieren, nutzen viele Studierende eine Plagiatsprüfung als zusätzliche Sicherheit vor der Abgabe.
Konsequenzen eines Plagiats
Welche Folgen ein Plagiat hat, hängt stark von der jeweiligen Hochschule, der Prüfungsordnung und dem Schweregrad des Verstoßes ab. Die Bandbreite reicht von einer einfachen Neubewertung bis hin zu gravierenden Maßnahmen, die die gesamte akademische Laufbahn betreffen können. Oft wird zudem zwischen vorsätzlichen und fahrlässigen Plagiaten unterschieden. Die Folgen können jedoch in beiden Fällen erheblich sein.

Konsequenzen fürs Studium
Abseits der rechtlichen Ebene hat ein Plagiat meist unmittelbare Auswirkungen auf das Studium selbst:
Nichtbestehen der Abschlussarbeit
Die betroffene Arbeit gilt als „nicht bestanden“, was das Studium um ein gesamtes Semester oder länger verzögern kann.
Note 5,0 / „nicht ausreichend“
Selbst bei kleineren Verstößen kann die Note deutlich abgewertet werden.
Verzögerung von Abschluss, Berufseinstieg und Bewerbungen
Eine nicht bestandene Arbeit oder Wiederholungsprüfung kann den gesamten Zeitplan für Berufseinstieg oder Masterbewerbungen durcheinanderbringen.
Image- bzw. Vertrauensverlust gegenüber Betreuenden
Betreuungspersonen könnten bei Empfehlungsschreiben oder akademischen Kontakten weniger Hilfe anbieten.

Rechtliche Konsequenzen
Ein Plagiat kann, insbesondere bei Abschlussarbeiten wie Master- oder Doktorarbeiten, rechtliche und hochschulrechtliche Folgen haben:
Titelaberkennung
Auch Jahre nach der Verleihung kann ein akademischer Grad entzogen werden, wenn ein Plagiat nachgewiesen wird.
Exmatrikulation
In schwerwiegenden Fällen kann die Hochschule die Exmatrikulation aussprechen.
Hausrechtliche Verfahren
Hochschulen können disziplinarische Verfahren einleiten, die Sanktionen wie Verwarnungen oder Sperrfristen umfassen.
Potenzieller Ausschluss aus Studienprogrammen
Einige Hochschulen untersagen die erneute Bewerbung für ein bestimmtes Studienprogramm oder für weiterführende Studiengänge.
Wann lohnt sich eine professionelle Plagiatsprüfung?
Ob eine professionelle Plagiatsprüfung sinnvoll ist, hängt stark vom Umfang der Arbeit, der eigenen Sicherheit im wissenschaftlichen Schreiben und den Anforderungen der Hochschule ab. In bestimmten Situationen steigt der Nutzen jedoch deutlich, weil schon kleine Fehler große Konsequenzen haben können.

Abschlussarbeiten mit starkem Literaturbezug
Je mehr Quellen verarbeitet werden, desto höher ist das Risiko versehentlicher Textähnlichkeiten oder unvollständig paraphrasierter Stellen.

Erste große wissenschaftliche Arbeit
Wer bisher vor allem Hausarbeiten geschrieben hat, steht oft zum ersten Mal vor hohen Zitieranforderungen – ein zusätzlicher Check kann hier wertvolle Sicherheit bieten.

Unsicherheit beim Zitieren
Unterschiedliche Zitierstile, fehlende Erfahrung im Paraphrasieren oder komplexe Literatur machen Fehler wahrscheinlicher.

Viele Übersetzungen oder stark paraphrasierte Passagen
Übersetzungsplagiate oder zu textnahe Paraphrasen werden schnell übersehen und später vom Hochschul-Scanner markiert.

Zeitdruck kurz vor der Abgabe
Wenn keine Zeit mehr bleibt, alles manuell zu kontrollieren, hilft eine professionelle Prüfung, kritische Stellen gezielt hervorzuheben.

Strenge Bewertungspraxis oder hoher Notendruck
Manche Hochschulen prüfen jede Abschlussarbeit automatisch mit umfangreicher Software. Ein eigener Scan reduziert das Risiko unangenehmer Überraschungen, gerade bei höheren Abschlussarbeiten wie einer Dissertation.
Lohnt sich eine kostenlose Plagiatsprüfung?
Kostenlose Plagiatsprüfungen können für einen ersten Eindruck hilfreich sein, da sie schnell und ohne Aufwand zeigen, ob es grobe Übereinstimmungen im Text gibt. Allerdings haben viele dieser Tools klare technische und datenschutzbezogene Grenzen sowie Limits für die Seitenanzahl, die hochgeladen werden darf.
Auch der Datenschutz ist ein kritischer Punkt: Bei manchen kostenlosen Angeboten bleibt unklar, ob die hochgeladene Datei gespeichert, weiterverarbeitet oder für Trainingszwecke genutzt wird. Das kann unter Umständen später sogar zu unerwünschten Selbstplagiats-Treffern führen.
Kurz gesagt:
- Gut als schneller Überblick
- Nicht geeignet, wenn der gesamte Text sicher überprüft werden soll
- Einschränkungen bei Datenbasis, Genauigkeit und Datenschutz
Risiken bei kostenlosen Tools
Viele kostenlose oder technisch einfache Plagiatsprüfungen wirken auf den ersten Blick praktisch, bringen jedoch Risiken mit sich, die Nutzerinnen und Nutzer oft nicht kennen. Die Risiken beziehen sich weniger auf die Funktion der Prüfung selbst, sondern auf Datenschutz, Datenqualität und die Zuverlässigkeit der Ergebnisse.
Typische Probleme sind unter anderem:
-
Datenspeicherung ohne klare Zustimmung
Bei manchen Anbietern bleibt untransparent, ob hochgeladene Dokumente gespeichert, ausgewertet oder weiterverwendet werden. Das kann langfristig zum Kontrollverlust über die eigene Abschlussarbeit führen. -
Die Arbeit landet in Online-Speichern → Gefahr von Selbstplagiaten
Wird eine Datei in öffentliche oder halböffentliche Datenbanken übernommen, kann später ein Hochschul-Scanner deine Passagen finden und als „Plagiat“ markieren, obwohl die Quelle die eigene alte Datei ist. -
Falsche Sicherheit durch unvollständige Prüfung
Kostenlose Scanner durchsuchen oft nur leicht zugängliche Online-Quellen. Fehlende wissenschaftliche Datenbanken oder Bücher führen dazu, dass relevante Treffer gar nicht erst erkannt werden. -
Kein Support oder fehlerhafte Berichte
Wenn Ergebnisse unverständlich, unvollständig oder schlicht falsch sind, gibt es häufig keine Ansprechperson. Eine Interpretation der Treffer wird dadurch schwieriger oder sogar unmöglich. -
Unklarer Umgang mit sensiblen Daten
Abschlussarbeiten enthalten oft persönliche Informationen, interne Projektinhalte oder Forschungsergebnisse. Eine intransparente Datenverarbeitung kann daher nicht nur problematisch, sondern auch potenziell folgenreich sein.
Diese Risiken bedeuten nicht, dass kostenlose Tools grundsätzlich unbrauchbar sind, sie zeigen aber, warum man bei wichtigen Arbeiten genau prüfen sollte, wem man seine Datei anvertraut und wie verlässlich das Ergebnis wirklich ist.
Auswahl des Anbieters
Nicht jede Plagiatsprüfung arbeitet gleich zuverlässig. Die Qualität eines Tools hängt von mehreren Faktoren ab, die darüber entscheiden, wie aussagekräftig und sicher das Ergebnis letztlich ist. Eine kurze Checkliste hilft, die wichtigsten Punkte im Blick zu behalten:
Datenschutz & Löschfristen
Achte darauf, wie lange deine Arbeit gespeichert wird und ob der Anbieter transparente Löschfristen kommuniziert. Besonders bei Abschlussarbeiten ist ein datensparsamer Umgang entscheidend.
Keine Speicherung in öffentlichen Datenbanken
Seriöse Anbieter fügen deine Arbeit nicht in frei zugängliche Textsammlungen ein. Das verhindert spätere Selbstplagiats-Treffer, wenn Hochschulen eigene Prüfungen durchführen.
Umfang und Qualität des Reports
Gute Tools markieren kritische Stellen verständlich, zeigen Quellenübersichten und liefern nachvollziehbare Ähnlichkeitswerte. Ein detaillierter, klar strukturierter Report erleichtert die Nacharbeitung.
Datenbankgröße & Abdeckung
Je größer die Datenbasis, desto höher die Wahrscheinlichkeit, potenzielle Treffer zu erkennen. Ideal ist eine Kombination aus Online-Quellen, wissenschaftlichen Texten und weiteren geschützten Inhalten.
Bearbeitungszeit
Gerade kurz vor der Abgabe zählt jede Minute. Ein schneller, zuverlässiger Scan kann entscheidend sein, um Korrekturen rechtzeitig einzuarbeiten.
Seriosität & Bewertungen
Ein Blick ins Impressum, Kundenbewertungen oder Empfehlung durch hochschulnahe Quellen hilft, einzuschätzen, ob der Anbieter vertrauenswürdig ist.
Häufig gestellte Fragen
Eine Plagiatsprüfung für die Bachelorarbeit ist in vielen Fällen sinnvoll, weil sie versehentliche Plagiate aufdecken kann und Sicherheit vor der Abgabe gibt. Da Hochschulen selbst oft professionelle Scanner einsetzen, hilft ein eigener Check, Überraschungen zu vermeiden und kritische Stellen frühzeitig zu korrigieren.
Ja, eine Plagiatsprüfung für die Bachelorarbeit ist erlaubt und kann sehr sinnvoll sein. Du überprüfst damit lediglich deinen eigenen Text, bevor du ihn einreichst. Wichtig ist nur, dass der Anbieter deine Arbeit nicht dauerhaft speichert oder in öffentliche Datenbanken einfügt, damit es später bei der Hochschulprüfung nicht zu Selbstplagiats-Treffern kommt.
Plagiatsoftware schlägt an, wenn Textpassagen deiner Arbeit deutliche Ähnlichkeiten zu bereits veröffentlichten Quellen aufweisen. Das kann bei wörtlich übernommenen Formulierungen, zu nahen Paraphrasen oder fehlenden Quellenangaben passieren. Auch übersetzte oder umformulierte Stellen werden erkannt, wenn sie dem Originaltext noch zu ähnlich sind.