
Es gibt zahlreiche Werkzeuge, die beim Buchbinden eingesetzt werden. Eins davon ist der Papierbohrer, der für das Lochen von großen Papiermengen zuständig ist. Das Verfahren des Papierbohrens gehört zu den wichtigsten Arbeitsschritten der industriellen Weiterverarbeitung. In diesem Beitrag wird erklärt, wie ein Papierbohrer funktioniert, welche Arten es gibt und worin sich Papierbohrer und Locher unterscheiden.
Papierbohrer „einfach erklärt“
Ein Papierbohrer ist ein Werkzeug oder Gerät, mit dem runde Löcher in dicke Papierstapel gebohrt werden. Im Gegensatz zum normalen Locher kann er viele Blätter auf einmal durchdringen. Er wird oft in Druckereien oder Buchbindereien eingesetzt. So lassen sich Dokumente für Ordner, Kalender oder Ringbindungen vorbereiten.
Definition: Papierbohrer
Ein Papierbohrer ist ein spezielles Werkzeug oder Gerät, das zum Bohren von Löchern in Papierstapel verwendet wird. Er kommt überall dort zum Einsatz, wo dicke Papierstapel, Karton oder Broschüren präzise durchbohrt werden müssen, etwa in der Druckweiterverarbeitung, Buchbinderei oder Archivierung.
Der Bohrer arbeitet mit einem zylindrischen Hohlbohrer, der das Material sauber, präzise und gratfrei ausstanzt. Je nach Modell kann der Papierbohrer manuell, elektrisch oder hydraulisch betrieben werden.
Typische Einsatzbereiche:
- Vorbereitung für Bindungen (z. B. Spiralbindung, Fadenheftung)
- Archivlochungen für Ordner oder Akten
- Druckereien und Copyshops zur Weiterverarbeitung großer Papiermengen
- Papierrestaurierung oder Sonderanfertigungen
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Aufbau & Funktionsweise
Ein Papierbohrer besteht aus mehreren zentralen Komponenten, die gemeinsam für präzise und saubere Bohrungen sorgen. Das Herzstück bildet der Hohlbohrer, der sich mit hoher Drehzahl durch den Papierstapel arbeitet. Dabei wird das Material nicht gestanzt, sondern zylindrisch herausgeschnitten, was besonders bei großen Papiermengen einen sauberen Schnitt ermöglicht.
Aufbau eines Papierbohrers
Ein Papierbohrer besteht aus:
- Bohrkopf: führt den Bohrer präzise durch das Papier.
- Hohlbohrer: schneidet kleine Papierzylinder (Bohrreste) aus dem Stapel.
- Antriebseinheit: kann manuell, elektrisch oder hydraulisch betrieben werden.
- Bohrtisch: dient als stabile Auflagefläche für den Papierstapel.
- Spanauswurf: leitet das ausgebohrte Material ab, um ein Verstopfen zu verhindern.
Funktionsweise eines Papierbohrers
Um Löcher in den Papierstapel zu schneiden, werden die folgenden Schritte durchlaufen:
- Der Papierstapel wird auf dem Bohrtisch exakt positioniert.
- Der Bohrer rotiert mit hoher Geschwindigkeit und schneidet sich durch das Papier.
- Das ausgestanzte Material wird über den Hohlbohrer nach oben abgeführt.
- Nach dem Bohrvorgang bleibt ein sauberes, rundes Loch ohne ausgefranste Ränder.
Dank dieser Technik eignet sich der Papierbohrer ideal für Lochungen, bei denen hohe Präzision und Wiederholgenauigkeit erforderlich sind.
Arten
Je nach Einsatzbereich, Papiermenge und gewünschter Präzision gibt es verschiedene Arten von Papierbohrern. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in Antrieb, Leistung und Anwendung, wobei alle Varianten auf das gleiche Bohrprinzip zurückgreifen.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Typen im Vergleich:
| Typ | Antrieb | Geeignet für | Besonderheiten |
| Manueller Papierbohrer | Kompakt, leicht zu bedienen, günstig in der Anschaffung | ||
| Elektrischer Papierbohrer | Strom | Mittlere Mengen | Hohe Bohrgeschwindigkeit, präzise Ergebnisse, ideal für Copyshops |
| Hydraulischer Papierbohrer | Hydraulik | Große Papierstapel | Professionelle Lösung für Druckereien, sehr leistungsstark |
| Mehrspindel Papierbohrer | Elektrisch | Mehrere Bohrungen gleichzeitig, hohe Effizienz bei Serienarbeiten |
Diese Varianten ermöglichen es, den Papierbohrer optimal an den jeweiligen Bedarf anzupassen, von der Einzelanwendung bis zur professionellen Serienfertigung.
Anwendungsgebiete
Ein Papierbohrer wird überall dort eingesetzt, wo präzise Lochungen in dicken Papierstapeln erforderlich sind. Durch seine sauberen Schnitte eignet er sich sowohl für professionelle Betriebe als auch für Copyshops und größere Büros.
Zu den typischen Anwendungsgebieten gehören:
In einer Druckerei wird ein Papierbohrer für die Vorbereitung von Bindungen, Katalogen, Broschüren oder Registerkarten verwendet, da er exakte Lochungen ermöglicht, ohne das Material zu beschädigen.
In der Buchbinderei dient ein Papierbohrer zur Vorbereitung von Heftungen oder Schraubbindungen, bei denen präzise Bohrungen erforderlich sind.
Copyshops verwenden einen Papierbohrer zum schnellen Durchbohren größerer Dokumente, wie etwa Abschlussarbeiten, Präsentationen oder Skripte.
In Archiven und in der Verwaltung werden Papierbohrer für Ordner- und Aktenlochungen genutzt, wenn herkömmliche Locher an ihre Grenzen stoßen.
Auch bei individuellen Projekten und Sonderanfertigungen, etwa im Kunst- oder Modellbau, kommt der Papierbohrer zum Einsatz.
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Wichtige Parameter
Bei der Auswahl eines Papierbohrers spielen verschiedene technische Parameter eine entscheidende Rolle. Sie bestimmen, wie dick ein Papierstapel bearbeitet werden kann, wie präzise das Bohrergebnis ausfällt und wie lange der Bohrer einsatzfähig bleibt.
Der Bohrdurchmesser legt fest, wie groß das Loch im Papier ist.
- Übliche Größen liegen zwischen 3 mm und 9 mm.
- Für Standard-Lochungen werden meist 6-mm-Bohrer verwendet.
- In der Buchbinderei oder beim Registerbohren kommen oft individuelle Durchmesser zum Einsatz.
Die Bohrtiefe gibt an, wie dick der Papierstapel maximal sein darf.
- Abhängig vom Modell können 30 mm bis 60 mm Papierstärke in einem Arbeitsgang gebohrt werden.
- Professionelle Maschinen schaffen teilweise mehrlagige Stapel durch hohe Motorleistung und stabile Führungssysteme.
Eine hohe Drehzahl sorgt für saubere Schnittkanten und verhindert das Ausreißen des Papiers.
- Elektrische Papierbohrer arbeiten meist mit 2.000–4.000 U/min.
- Die Leistung variiert je nach Gerätetyp und Einsatzzweck.
Damit die Bohrer lange scharf bleiben und präzise arbeiten:
- Regelmäßiges Reinigen und Nachschärfen verlängert die Lebensdauer.
- Bohrwachs oder Schmiermittel verhindern Überhitzung und Papierstau.
- Viele bietenschnellen Bohrerwechsel per Schraub- oder Stecksystem.
Papierbohrer bestehen meist aus hochwertigem HSS-Stahl (High Speed Steel) oder sind beschichtet, um Reibung zu reduzieren.
- HSS-Bohrer sind langlebig und scharfkantig.
- Teflon- oder Titanbeschichtungen erhöhen die Langlebigkeit.
Pflege & Wartung
Damit ein Papierbohrer dauerhaft präzise arbeitet, ist regelmäßige Pflege unerlässlich. Durch hohe Drehzahlen und Papierstaub entsteht Reibung, die zu Verschleiß und unsauberen Bohrungen führen kann.
Die folgenden Schritte sollte bei der Pflege und Wartung eines Papierbohrers beachtet werden:
-
Reinigung
Nach jedem Einsatz lose Papierreste und Späne entfernen.
Den Bohrtisch und den Spanauswurf regelmäßig säubern.
Mit einem weichen Tuch und nicht aggressiven Reinigungsmitteln arbeiten. -
Schmierung
Bohrwachs oder Bohröl verwenden, um die Reibung zu reduzieren und ein Überhitzen zu vermeiden.
Schmiermittel gleichmäßig auf die Bohrerspitze auftragen. -
Schärfen & Austausch
Stumpfe Bohrer führen zu unsauberen Lochrändern und können Papier verkleben.
Je nach Nutzung sollten Bohrer regelmäßig nachgeschärft oder ersetzt werden.
Viele Hersteller bieten Wechselbohrer an, die sich einfach montieren lassen. -
Sicherheit & Lagerung
Vor jeder Wartung das Gerät vom Strom trennen.
Bohrer trocken lagern, um Korrosion zu vermeiden.
Regelmäßige Sichtkontrolle auf Risse oder Beschädigungen.
Papierbohrer vs. Locher
Sowohl Papierbohrer als auch Locher dienen dazu, Löcher in Papier zu erzeugen, doch sie unterscheiden sich deutlich in Funktionsweise, Präzision und Einsatzbereich. Während der Locher auf kleine Papiermengen ausgelegt ist und das Material stanzt, arbeitet der Papierbohrer nach dem Prinzip des Schneidens, wodurch saubere Löcher entstehen.
Die Übersicht zeigt die wesentlichen Unterschiede von Papierbohrer und Locher auf einen Blick:
| Kriterium | Papierbohrer | Locher |
| Schneidet das Papier mit einem rotierenden Hohlbohrer | Stanzt das Papier mit Druck und einer Lochstange | |
| Papiermenge | Bis zu mehrere hundert Blatt gleichzeitig | Meist 10–30 Blatt |
| Präzision | Sehr hoch, glatte Lochränder | Normal, oft leicht ausgefranst |
| Antrieb | Manuell, elektrisch oder hydraulisch | Rein manuell |
| Einsatzbereich | Druckerei, Buchbinderei, Copyshop | Büro, Schule, Privatgebrauch |
| Kosten | Höher, professionelle Geräte | Niedrig, Alltagswerkzeug |
Für den alltäglichen Gebrauch reicht ein Locher vollkommen aus. Für große Mengen und höchste Präzision hingegen ist der Papierbohrer die professionelle Lösung.
Häufig gestellte Fragen
Ein Papierbohrer ist ein Werkzeug, das Löcher in dicke Papierstapel schneidet, präziser und sauberer als ein herkömmlicher Locher.
Ein Papierbohrer arbeitet mit einem rotierenden Hohlbohrer, der das Papier zylindrisch ausschneidet, anstatt es zu stanzen. So entstehen saubere, glatte Lochränder auch bei großen Papierstapeln.
Es gibt manuelle, elektrische, hydraulische und Mehrspindel-Papierbohrer, je nach Antrieb und Einsatzzweck.
Ein Locher stanzt wenige Blätter mithilfe von Druck aus, während ein Papierbohrer Papier mit einem rotierenden Hohlbohrer schneidet und so größere Mengen präzise durchbohren kann.