
Wenn gedruckte Produkte nicht nur ins Auge fallen, sondern auch unter den Fingerspitzen spürbar werden sollen, kommt eine ganz besondere Druckveredelung ins Spiel: Letterpress. Diese Form des Drucks verbindet handwerkliche Tradition mit ästhetischem Anspruch und verleiht jeder Karte, jedem Etikett und jedem Einband eine unverwechselbare Haptik. Warum diese Technik so faszinierend ist, welche Wirkung sie erzielt und wofür sie sich besonders gut eignet, erfährst du im folgenden Beitrag.
Definition: Letterpress
Letterpress, auch als Buchdruck oder Hochdruck bekannt, ist ein traditionelles Druckverfahren, bei dem erhabene Druckformen optional mit Farbe versehen und anschließend unter hohem Druck auf das Papier gepresst werden. Dabei entsteht nicht nur ein sichtbarer Abdruck oder auch Prägung, sondern auch eine fühlbare Vertiefung im Papier, die dem Druckbild seine charakteristische Haptik verleiht. Besonders in der hochwertigen Gestaltung von Einladungen, Visitenkarten oder Kunstdrucken wird Letterpress wegen seiner edlen Optik und taktilen Wirkung geschätzt.
Ein kurzer Blick in die Geschichte des Letterpress
Die Wurzeln des Letterpress-Verfahrens reichen mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg bis ins 15. Jahrhundert zur Erfindung des Buchdrucks zurück. Seine Druckpresse markierte den Beginn des Hochdrucks und revolutionierte die Verbreitung von Wissen. Über Jahrhunderte hinweg war der Buchdruck das dominierende Druckverfahren in Europa.
Besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde Letterpress industriell genutzt, um Bücher, Zeitungen und Geschäftsdrucksachen herzustellen. Erst mit dem Aufkommen des Offsetdrucks in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Hochdruck nach und nach verdrängt.
Heute erlebt Letterpress eine Renaissance im kreativen Bereich: Designer:innen, Druckereien und Künstler:innen nutzen die Technik für exklusive, handwerklich anmutende Drucke, vor allem dort, wo Haptik, Qualität und Individualität gefragt sind.
Wie funktioniert das Letterpress-Verfahren?
Letterpress ist ein traditionelles Hochdruckverfahren, bei dem erhabene Druckformen mit Farbe versehen und anschließend mit hohem Druck auf das Papier gepresst werden. Dabei entsteht nicht nur ein sichtbares Druckbild, sondern auch eine fühlbare Vertiefung im Papier. Das ist das charakteristische Merkmal des Letterpress.
1. Das Hochdruckprinzip
Im Gegensatz zu Flachdruckverfahren wie dem Offsetdruck kommen beim Letterpress erhabene Druckelemente zum Einsatz. Nur diese Flächen nehmen Farbe auf und übertragen sie auf das Papier. Dadurch entsteht ein klarer, markanter Abdruck wie bei einem Stempel.
2. Druckplatten und Materialien
Für den Druck werden speziell angefertigte Druckplatten verwendet, meist aus Fotopolymer oder Metall. Diese Platten enthalten das Motiv als erhabenes Relief. Gedruckt wird auf ausgewählten, meist besonders dicken Papieren mit hoher Grammatur.
Typische Materialien:
- Druckplatten: Polymer (modern), Metall oder Bleisatz (klassisch)
- Farben: Pantone-Farben oder Sonderfarben, meist mit höherer Viskosität
- Papier: Baumwollpapier, Naturpapiere oder strukturierte Kartons mit min. 300 g/m²
3. Präziser Pressdruck für die Prägung
Ein zentrales Merkmal des Letterpress ist die fühlbare Vertiefung im Papier. Diese entsteht durch den mechanischen Druck der Druckplatte auf das Material. Je nach Papierdicke und gewünschter Wirkung kann die Prägung dezent oder deutlich ausfallen. Besonders bei Blindprägungen (ohne Farbe) steht dieser haptische Effekt im Vordergrund.
4. Handwerk trifft Moderne
Obwohl Letterpress seine Wurzeln im historischen Buchdruck hat, kommen heute häufig moderne Maschinen und digitale Gestaltungsmittel zum Einsatz. Die Kombination aus traditioneller Technik und moderner Präzision ermöglicht individuelle Kleinauflagen auf höchstem Niveau.
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Arten und Möglichkeiten von Letterpress
Letterpress ist weit mehr als ein traditionelles Druckverfahren und somit eine kreative Spielwiese für Designer:innen und Druckprofis. Je nach gestalterischer Absicht lassen sich unterschiedliche Varianten umsetzen, die dem Druckprodukt eine ganz eigene Wirkung verleihen.
Blindprägung (ohne Farbe)
Bei der Blindprägung wird komplett auf Farbe verzichtet. Die Druckplatte hinterlässt lediglich einen spürbaren, aber farblosen Eindruck im Papier. Diese Variante wirkt besonders edel und minimalistisch. Das ist perfekt für hochwertige Einladungen oder reduzierte Designs.
✔ Ideal für: Einladungen, Visitenkarten, dezente Logo-Drucke
✔ Wirkung: Elegant, zurückhaltend, haptisch stark
Letterpress mit Farbe
Die klassische Form des Letterpress: Hier wird die erhabene Druckform mit Farbe bestrichen und ins Papier gepresst. Das Ergebnis ist ein farbiger Abdruck mit sichtbarer Prägung, der gleichzeitig optisch und haptisch überzeugt.
✔ Ideal für: Typografie, grafische Elemente, Textinhalte
✔ Wirkung: Prägnant, stilvoll, professionell
Multicolor-Druck
Mehrfarbige Letterpress-Drucke sind möglich, erfordern jedoch separate Druckdurchgänge für jede Farbe. Jede Farbe braucht eine eigene Druckplatte und muss exakt positioniert werden, was eine Herausforderung darstellen kann, die sich lohnt, wenn man mit kontrastierenden Farben und Ebenen arbeiten möchte.
✔ Ideal für: Hochwertige Designs mit Farbkonzept
✔ Beachten: Höherer Aufwand und Kosten durch zusätzliche Druckvorgänge
Schattierungen und Farbverläufe
Anders als beim Digitaldruck sind beim Letterpress weiche Farbverläufe oder feine Schattierungen technisch nur eingeschränkt umsetzbar. In Ausnahmefällen kann mit speziell angepasstem Farbdruck (Split-Fountain-Technik) ein Verlauf erzielt werden . Dies erfordert jedoch viel Erfahrung und Präzision.
✔ Möglich, aber anspruchsvoll
✔ Wirkung: Künstlerisch, experimentell
Glänzende Effekte
Zwar bietet der klassische Letterpress keine Metallic-Optik, doch durch die Kombination mit Heißfolienprägung oder speziellen Metallic-Farben lassen sich auch glänzende oder schimmernde Akzente erzeugen.
✔ Ideal für: Premium-Karten, edle Verpackungen, Logos
✔ Wirkung: Luxuriös, auffällig
Tiefprägung vs. flache Prägung
Die Tiefe der Prägung lässt sich variieren. Je nach Papierstärke und Design kann der Abdruck nur leicht spürbar oder deutlich vertieft sein. Flache Prägungen wirken dezent, während tiefere Eindrücke mehr Haptik und Kontrast erzeugen.
✔ Gestaltungsspielraum bei jedem Projekt
✔ Abhängig von Material und Druckintensität
Kombinierte Techniken
Letterpress lässt sich hervorragend mit anderen Verfahren verbinden, beispielsweise mit Digitaldruck (z. B. für Fotodrucke oder Rückseiten) oder mit Heißfolienprägung für zusätzliche Effekte. Auch ein Farbschnitt an den Kanten oder Laserschnitt ist kombinierbar.
✔ Maximale gestalterische Freiheit
✔ Besonders geeignet für exklusive Sonderproduktionen
Übersicht über Gestaltungsmöglichkeiten
Gestaltungselement | Optionen |
Farbe | Einfarbig, mehrfarbig, Sonderfarben |
Prägung | Blindprägung, tief oder flach |
Papier | Weiß, farbig, strukturiert, Baumwolle |
Kombination | Mit Digitaldruck oder Folienprägung |
Einsatzbereiche für Letterpress
Letterpress ist vielseitig einsetzbar. Vor allem überall dort, wo Drucksachen nicht nur gut aussehen, sondern auch wertig wirken und sich gut anfühlen sollen. Ob persönliche Papeterie, Geschäftsausstattung oder Kunst. Das Verfahren überzeugt durch seine stilvolle Erscheinung und seine handwerkliche Anmutung.
Bereich | Typische Anwendungen | Zielwirkung |
Hochzeit & Event | Einladungen, Save-the-Date, Menü- & Tischkarten | Emotional, persönlich, hochwertig |
Business-Kommunikation | Visitenkarten, Briefpapier, Umschläge | Professionell, stilvoll, markenstark |
Kunst & Design | Poster, Prints, Kleinstauflagen | Künstlerisch, handwerklich, exklusiv |
Offizielle Dokumente | Urkunden, Bindungen von Büchern & wissenschaftlichen Arbeiten | Professionell, offiziell, hochwertig |
Produktverpackung & Label | Etiketten, Hangtags, Schachteln | Edel, aufmerksamkeitsstark, markenbildend |
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Welche Papiere eignen sich für Letterpress?
Die Wahl des richtigen Papiers ist beim Letterpress mindestens so wichtig wie das Design selbst. Da der Druckprozess mit mechanischem Druck arbeitet und eine fühlbare Vertiefung erzeugt, muss das Papier bestimmte Eigenschaften mitbringen. Nur so entfaltet die Prägung ihre volle Wirkung – optisch wie haptisch.
Baumwollpapier, Naturpapier & Recyclingpapiere
Am besten eignen sich weiche, voluminöse Papiere, die die Prägung gut aufnehmen. Besonders bewährt haben sich:
-
Baumwollpapier:
Sehr weich und formstabil, nimmt die Prägung hervorragend auf und wirkt besonders edel. Oft als Letterpress-Standard verwendet. -
Naturpapier:
Strukturierte, ungestrichene Papiere (z. B. mit Filzmarkierung) bieten eine angenehme Haptik und eine natürliche Ausstrahlung. -
Recyclingpapier:
Umweltfreundliche Option mit authentischem Charakter. Wenn es ausreichend Volumen hat, funktioniert auch dieses gut für Letterpress.
Empfohlene Grammaturen
Damit die Prägung richtig zur Geltung kommt, sollte das Papier eine ausreichende Stärke besitzen. Somit sollte unabhängig vom gewählten Papier eine Grammatur ab 300 g/m² ausgewählt werden. Zu dünnes Papier könnte reißen oder die Vertiefung nicht sauber halten. Besonders starke Papiere (z. B. 600 g/m²) eignen sich hervorragend für beidseitige Letterpress-Drucke, ohne dass die Prägung auf der Rückseite durchscheint.
Farbige Papiere im Letterpress
Auch farbige Papiere können im Letterpress eingesetzt werden – mit faszinierenden Ergebnissen. Da keine Farbe aufgetragen wird, sondern Farbe auf das Papier gepresst wird, ergibt sich eine spannende Wechselwirkung zwischen Papierfarbe und Druckfarbe.
- Helle Farben: Lassen sich gut mit fast allen Druckfarben kombinieren. Ideal für klassische und elegante Designs.
- Dunkle Farben: Erfordern kräftige, deckende Farben (z. B. Metallic-Töne oder weiße Farbe), um sichtbar zu bleiben.
- Farbkontraste: Besonders eindrucksvoll wirken dunkles Papier mit heller Prägung oder umgekehrt – ideal für Einladungen und luxuriöse Verpackungen.
Häufig gestellte Fragen
Letterpress ist ein traditionelles Hochdruckverfahren, bei dem erhabene Druckformen eingefärbt und mit hohem Druck ins Papier gepresst werden. Dadurch entsteht nicht nur ein sichtbarer, sondern auch ein fühlbarer Abdruck, ideal für hochwertige Druckprodukte mit besonderer Haptik.
Beim Letterpress wird eine erhabene Druckform mit Farbe bestrichen und unter hohem Druck auf das Papier gepresst. Dabei entsteht eine sicht- und spürbare Prägung im Material. Gedruckt wird meist auf weichen, dicken Papieren, die die Vertiefung gut aufnehmen. Jeder Farbton benötigt eine eigene Druckform und wird separat aufgetragen. Es ist ein handwerklicher Prozess, der Präzision und Erfahrung erfordert.
Besonders beliebt ist das Verfahren bei Hochzeitskarten und eleganten Einladungskarten, da es diesen eine edle, handgemachte Anmutung verleiht. Auch Visitenkarten profitieren vom geprägten Druckbild und hinterlassen beim Gegenüber einen bleibenden Eindruck. Darüber hinaus eignet sich Letterpress hervorragend für exklusives Briefpapier, Menükarten, Dankeskarten und Kunstdrucke – insbesondere bei limitierten Auflagen. Selbst Produktetiketten, Hangtags oder Verpackungselemente werden durch Letterpress veredelt und erhalten so eine besonders wertige Note.
Letterpress und Buchdruck basieren auf dem gleichen Hochdruckprinzip, doch während Buchdruck historisch für die Massenproduktion von Texten genutzt wurde, steht Letterpress heute für die moderne, gestalterisch hochwertige Anwendung mit Fokus auf Haptik und Design.
Das Papier, egal ob Visitenkarte oder anderes Format und unabhängig von der Art des Papiers, sollte mindestens eine Grammatur von 300 g/m² besitzen. Dünnes Papier kann reißen oder durchgestanzt werden.