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Aufstiegs-BAföG

So finanzierst du deine Weiterbildung

Vor über 20 Jahren startete das Aufstiegs-BAföG, damals noch unter dem Namen Meister BAföG, seine Erfolgsgeschichte. Mit dem Aufstiegs-BAföG sollte es vorrangig Handwerkern und Arbeitern ermöglicht werden sich weiterzubilden ohne auf die finanzielle Unterstützung des Arbeitgebers angewiesen zu sein.

Wie du Aufstiegs-BAföG beantragen kannst, ob es für dich das richtige BAföG für dich ist und wie viel Aufstiegs-BAföG du erhalten kannst, liest du in diesem Beitrag.

Häufig gestellte Fragen zum Aufstiegs-BAföG

Wer erhält Aufstiegs-BAföG?Personen die bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben und nun eine anerkannte berufliche Fortbildung beginnen möchten.
Was ist das maximale Aufstiegs-BAföG?• Für die Fortbildung: 15.000 €
• Für das Meisterstück: 2.000 €
• Beitrag zum Lebensunterhalt: mtl. 768 €
Voraussetzungen für das Aufstiegs BAfög?• Anbieter des Bildungsangebots muss zertifiziert sein
• Fortbildung muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen
• Teilzeitangebote: hier müssen regelmäßige Leistungskontrollen durchgeführt werden
Gibt es eine Rückzahlung beim Aufstiegs-BAföG?Ja, die Rückzahlung muss an die KfW geleistet werden.

Aufstiegs-BAföG: Das wird gefördert

Die Förderung des Aufstiegs-BAföGs ist in unterschiedliche Bestandteile aufgeteilt. Den größten Teil des Aufstiegs-BAföGs macht die Gebühr für die Fortbildung und die Prüfung aus. Der zweite Teil ist für das Meisterstück, dieses wird vor allem bei Fortbildungen im technischen Bereich wichtig, da hier zusätzliche Materialkosten anfallen können.

Wenn du planst, eine Fortbildung in Vollzeit zu machen, hast du die Möglichkeit den Beitrag zum Lebensunterhalt zu beantragen. Dieser ist, anderes als das Aufstiegs-BAföG für die Fortbildung und das Meisterstück, von deinem Vermögen und Einkommen abhängig.

Wichtig: Das BAföG Amt zahlt nur einen Teil des Aufstiegs-BAföGs, der Rest ist ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Den Teil des Aufstiegs-BAföG den die KfW finanziert, ist als zinsgünstiges Darlehen angelegt das du zurückzahlen musst. Nähere Informationen zum Darlehen und der Rückzahlung findest du weiter unten im Beitrag.

Aufstiegs-BAföG für Fortbildung und Meisterstück

Lehrgangs- und Prüfungsgebührbis zu 15.000 €
Zuschussanteil des BAföG Amts40 %
Darlehenserlass bei bestandener Prüfung40 %
Meisterstückbis zu 2.000 €
Zuschussanteil der BAföG Amts40 %

Die Höhe des Aufstiegs-BAföG für die Fortbildung und das Meisterstück ist abhängig davon, wie teuer die Weiterbildung und die dazugehörigen Prüfungen sind. Der Beitrag zum Lebensunterhalt ist dagegen abhängig von deinem aktuellen Vermögen und deinen Einkünften.

Freibeträge beim Beitrag zum Lebensunterhalt

Basisvermögensfreibetrag45.000 €
Einkommensfreibetrag für Alleinstehende290 €

Detailliertere Informationen zu den Förderbeträgen und dem Beitrag zum Lebensunterhalt, findest du weiter unten im Beitrag.

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Wer erhält Aufstiegs-BAföG?

Mit der Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes wurde der Personenkreis der Aufstiegs-BAföG erhalten kann erweitert. Das Aufstiegs-BAföG war in seinen ersten Jahren nur auf Handwerker und Arbeiter ausgerichtet, die die Meisterschule besuchen wollten. Mittlerweile können auch Personen aus anderen Berufssparten Aufstiegs-BAföG beantragen und somit eine Weiterbildung finanzieren.

Es werden z. B. folgende Weiterbildungen mit Aufstiegs-BAföG gefördert:

  • Controller
  • Fachwirt
  • Techniker
  • Fachkaufleute
  • Betriebsinformatiker
  • Fachkrankenpfleger
  • Betriebswirt

Neben Personen mit einer beruflichen Ausbildung können auch Bachelor-Absolventen Aufstiegs-BAföG beantragen. Du darfst in diesem Fall aber keinen höheren akademischen Abschluss als den Bachelor haben.

Wer keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt aber einen dauerhaften Wohnsitz in Deutschland hat, muss einen Aufenthaltstitel oder eine Daueraufenthaltserlaubnis besitzen oder mindestens schon 15 Monate in Deutschland gelebt und gearbeitet haben, um Aufstiegs-BAföG beantragen zu können.

Aufstiegs-BAföG Antrag

Aufstiegs-BAföG beantragst du bei dem BAföG Amt, das für deinen Wohnsitz zuständig ist. Wie beim Studenten BAföG oder Schüler-BAföG auch, musst du für das BAföG einen Antrag stellen. Für das Aufstiegs-BAföG gibt es spezielle Formblätter.

Aufstiegs-BAföG FormblätterErklärungDownload
Formblatt AHauptantragZum Formblatt
Anlage 1 zu Formblatt AEinkommen und VermögenZum Formblatt
Anlage 2 zu Formblatt AErklärung des EhepartnersZum Formblatt
Anlage 3 zu Formblatt AZusatzblatt für AusländerZum Formblatt
Formblatt BBestätigung über den Besuch der WeiterbildungsstätteZum Formblatt
Formblatt DAntrag auf Aktualisierung des Einkommens des EhepartnersZum Formblatt
Formblatt FTeilnahmenachweisZum Formblatt
Formblatt GAntrag für die Bewilligung der Förderung während der PrüfungsvorbereitungsphaseZum Formblatt
Formblatt MNachweis für Materialkosten für das Meisterstück/AbschlussprojektZum Formblatt
Formblatt ZBestätigung der ZulassungsvoraussetzungenZum Formblatt
Bescheinigung KVBescheinigung der Kranken- und Pflegeversicherung während der Dauer der FortbildungZur Bescheinigung

Welche Aufstiegs-BAföG Formblätter du abgeben musst, kommt darauf an, ob du deine Weiterbildung in Vollzeit oder Teilzeit absolvierst.

Aufstiegs-BAföG Formblätter für Vollzeit WeiterbildungAufstiegs-BAföG Formblätter für Teilzeit Weiterbildung
• Formblatt A
• Anlage 1 zum Formblatt A
• Anlage 2 zum Formblatt A
• Formblatt B
• Formblatt F
• Formblatt G
• Formblatt M
• Formblatt Z
• Formblatt B
• Formblatt F
• Formblatt M
• Formblatt Z
Tipp: Bei manchen Ausbildungen hast du die Möglichkeit auch Schüler-BAföG anstelle Aufstiegs-BAföG zu beantragen. In so einem Fall solltest du dir überlegen, ob du nicht lieber Schüler-BAföG beantragen willst, da dieses ein Vollzuschuss ist und in vielen Fällen nicht zurückgezahlt werden muss.

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Voraussetzungen für Aufstiegs-BAföG

Beim Aufstiegs-BAföG liegt der Fokus der Voraussetzungen mehr auf der Art und Qualität der Fort- und Weiterbildung und weniger auf deinen persönlichen Voraussetzungen. Folgende Voraussetzungen muss das Ausbildungsangebot erfüllen:

  • Mindestens 400 Unterrichtsstunden muss die Fortbildung umfassen.
    • Vollzeit: Pro Woche mindestens 25 Unterrichtsstunden die auf mindestens vier Werktage verteilt sind. Die Vollzeitfortbildung darf nicht länger als drei Jahre dauern.
    • Teilzeit: Im Monat müssen durchschnittliche 18 Unterrichtsstunden stattfinden. Teilzeitmaßnahmen dürfen nicht länger als vier Jahre dauern.
  • Fernlehrgänge werden gefördert, wenn die sie Förderungsvoraussetzungen des AFBG erfüllen und den Anforderungen des Fernunterrichtsschutzgesetzes entsprechen.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch mediengestützte Lehrgänge gefördert:
    • Regelmäßige Erfolgskontrollen werden durchgeführt
    • Selbstlernphasen werden nicht gewertet
    • Es gibt mindestens 400 Stunden Präsenzunterricht oder ein ähnliches Angebot per mediengestützter Kommunikation wie Videokonferenzen oder Sprachchat.

Erfüllt der Anbieter der Weiterbildungsmaßnahme diese Anforderungen und der Lehrgang ist zertifiziert und verfügt über ein Qualitätssicherungssystem, kannst du ohne Probleme Aufstiegs-BAföG beantragen.

Das Aufstiegs-BAföG unterscheidet sich von den anderen BAföG-Arten insoweit, dass das Aufstiegs-BAföG nicht komplett vom BAföG Amt bezahlt wird. 40 Prozent des Aufstiegs-BAföG wird dir vom BAföG Amt als Zuschuss gezahlt, die restlichen 60 Prozent bietet dir die KfW als zinsgünstiges Darlehen an.

Ebenfalls muss beim Aufstiegs-BAföG zwischen dem Teil unterschieden werden, der für die Weiterbildungsmaßnahme, die Prüfung und das Meisterstück gezahlt wird und dem Beitrag zum Lebensunterhalt. Der Beitrag zum Lebensunterhalt ist nämlich im Gegensatz zu den anderen Punkten vermögens- und einkommensabhängig.

Für die Weiterbildung kannst du bis zu 15.000 Euro erhalten, für das Meisterstück bis zu 2.000 Euro. Nach der bestandenen Prüfung können dir bis zu 40 Prozent des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehen erlassen werden.

Achtung! Dafür musst du einen Antrag stellen.

Auch unabhängig vom Einkommen und Vermögen können Alleinerziehende, die Kinder unter 10 Jahren oder mit Behinderung im eigenen Haushalt betreuen, einen pauschalen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von 130 Euro beantragen. Diese Zahlungen erhältst du während der kompletten Fortbildung.

Beitrag zum Lebensunterhalt des Aufstiegs-BAföG

Die Höhe des Beitrags zum Lebensunterhalt ist abhängig vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers und kann nur beantragt werden, wenn du an einer Vollzeitmaßnahme teilnimmst.

Wenn du alleinstehend bist, kannst du maximal einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von 768 Euro erhalten. Der Beitrag setzt sich zusammen aus dem Grundbedarf, dem Wohnbedarf, einem Erhöhungsbeitrag und ggf. Zuschlägen für die Kranken- und Pflegeversicherung.

Bist du verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft erhöht sich der monatliche Bedarfssatz um 235 Euro. Wenn du bereits Kinder hast, die Anspruch auf Kindergeld haben, wird der monatliche Bedarfssatz pro Kind um 235 Euro erhöht.

Der errechnete Satz inklusive des Erhöhungsbeitrags für deinen Ehepartner wird nach dem Abzug des Pauschbetrags von 103 Euro zu 50 Prozent bezuschusst. Der Erhöhungsbeitrag pro Kind wird zu 55 Prozent bezuschusst. Der restliche Beitrag bis zum errechneten Beitrag zum Lebensunterhalt wird über das Darlehen der KfW finanziert.

Aufstiegs-BAföG Unterhaltsbedarf

Freibeträge für Einkommen und Vermögen beim Aufstiegs-BAföG

Da du den Beitrag zum Lebensunterhalt des Aufstiegs-BAföG nur erhältst, wenn du deine Fortbildung in Vollzeit ablegst, darfst du nur einen gewissen Betrag Geld verdienen, wenn du nicht willst, dass dir der Beitrag gestrichen oder gekürzt wird.

Der monatliche Einkommensfreibetrag liegt bei 290 Euro. Bist du verheiratetet erhöht sich der Einkommensfreibetrag des Aufstiegs-BAföGs um 570 Euro. Jedes Kind erhöht diesen Beitrag um weitere 520 Euro.

Wenn du einen Ehe- oder Lebenspartner hast, gilt für diesen ein eigener Einkommensfreibetrag von 1.145 Euro. Alles was diesen Freibetrag übersteigt, wird auf deinen Förderungssatz angerechnet.

Bei Vermögen hast du einen Freibetrag von 45.000 Euro, bist du verheiratet erhöht sich dieser Freibetrag um 2.100 Euro. Für jedes Kind wird der Freibetrag um weitere 2.100 Euro erhöht.

Jedes Vermögen das auf den Namen deines Ehepartners läuft ist anrechnungsfrei, genau wie selbst genutzte Immobilien und ein Auto, vorausgesetzt es erscheint dem BAföG Amt angemessen.

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Rückzahlung des Aufstiegs-BAföG

Wann du den Darlehensteil deines Aufstiegs-BAföG zurückzahlen musst, erfährst du vom zuständigen BAföG Amt. Monatlich fallen Raten von mindestens 128 Euro an. Es besteht die Möglichkeit das Darlehen jederzeit ganz oder in größeren Raten zurückzuzahlen.

Laufzeit des Aufstiegs-BAföG Darlehens

Auszahlungsphase des Aufstiegs-BAföGs2 bis 4 Jahre
Karenzphase2 Jahre
Tilgungsphasehöchstens 10 Jahre

Während der Auszahlungs- und Karenzphase werden dir noch keine Zinsen berechnet, diese werden von Bund und Ländern für dich übernommen. Willst du sicher gehen, dass der Zins nicht während deiner Rückzahlung steigt, kannst du mit der KfW einen Festzins vereinbaren.

Wie bereits weiter oben im Beitrag erwähnt, kannst du bei erfolgreich bestandener Prüfung beantragen, dass dir 40 Prozent des Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen werden. Davon ausgeschlossen ist das Darlehen für das Meisterstück und für den Beitrag zum Lebensunterhalt.

Aufstiegs-BAföG und Existenzgründung

Hast du vor dich nach deiner Weiterbildung Selbständig zu machen oder einen laufenden Betrieb zu übernehmen, gibt es die Möglichkeit des Existenzgründungsteilerlass. Dabei kannst du bei der Rückzahlung des Darlehens verschiedene Vergünstigungen erhalten. Grundvoraussetzungen dafür sind:

  • Das du die Abschlussprüfung der geförderten Ausbildung bestanden hast
  • Das du innerhalb von drei Jahren nach dem Bestehen der Fortbildungsmaßnahme ein Unternehmen gründest oder ein bereits bestehendes übernimmst
  • Das du das Unternehmen mindestens ein Jahr selbständig geführt hast und die unternehmerische Verantwortung trägst

Erfüllst du diese Voraussetzungen, gibt es drei verschiedene Sätze des Aufstiegs-BAföG Teilerlasses:

  • 33 % des Restdarlehens, wenn du eine Vollzeit-Kraft einstellst, deren sozialversicherungspflichtiges und unbefristet Arbeitsverhältnis bei Antragstellung seit mindestens 6 Monaten besteht.
  • 33 % des Restdarlehens, wenn du einen Auszubildenden einstellst der bei Antragstellung mindestens 12 Monate im Unternehmen ist.
  • 66 % des Restdarlehens, wenn du entweder einen Azubi und eine Vollzeitkraft oder zwei Vollzeitkräfte einstellst und diese mindestens 6 Monate bzw. 12 Monate bei dir angestellt sind.

Der Teilerlass wird nur gewährt, wenn die Arbeitsverhältnisse dauerhaft angelegt sind, bei der Antragstellung noch aktiv sind und spätestens drei Jahre nach der Unternehmensgründung eingerichtet wurden. Übernimmst du ein bestehendes Unternehmen, musst du zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Aufstiegs-BAföG Fazit

Das Aufstiegs-BAföG ist für bereits Berufstätige eine tolle Möglichkeit sich auch nach der eigentlichen Berufsausbildung weiterzubilden und so beruflich aufsteigen zu können. Durch die Änderungen im Jahr 2016 wurde das Aufstiegs-BAföG für viele Leute interessant, die davor nicht die Möglichkeit der Förderung gehabt hätten und jetzt berechtigt sind für ihre berufliche Zukunft Aufstiegs-BAföG zu nutzen.

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