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SCHREIBBLOCKADE LÖSEN| Tipps zum Überwinden der Blockade bei der Bachelorarbeit

Schreibblockade lösen und überwinden bei Bachelorarbeit oder Hausarbeit

Prolog zur Schreibblockade

Sobald das Thema für die Hausarbeit oder Bachelorarbeit gefunden ist, die Forschungsfrage herausgearbeitet und auch eine Gliederung sowie Material vorliegen, kann der Schreibprozess beginnen. Nun sollte es doch eigentlich kein Problem sein, sich an den Computer zu setzen und die Arbeit dank guter Planung einfach mal herunterzuschreiben.

Stattdessen ist da aber nur ein leeres Worddokument, welches einen anstarrt und sich einfach nicht von alleine füllen will – von dessen Leere der Vorwurf ausgeht, dass man schon hätte viel mehr tun müssen, statt noch mal zum Briefkasten zu gehen, um zu schauen, ob der Postbote schon da war, statt sich den fünften Kaffee zu machen, um durch die Flucht in die Küche der gähnenden Leere zu entkommen.

Auch nützlich: Sprachliche Mittel für wissenschaftliche Arbeiten

Tatsächlich sind Schreibblockaden und Schreibprobleme verschiedenster Art überhaupt nichts Ungewöhnliches beim wissenschaftlichen Schreiben: Es handelt sich um eine komplexe Schreibhandlung, die nichts mit einem Schulaufsatz zu tun hat. Eine Bachelorarbeit oder Hausarbeit schreibt man nicht „einfach mal so“.

Daher ist daran auch nichts Schlimmes. Genauso wie man das wissenschaftliche Schreiben erlernen muss, ist es wichtig, sich selbst und die eigenen Schreibgewohnheiten kennenzulernen, um Schreibprobleme zu lösen und im besten Fall gar nicht erst entstehen zu lassen. Es folgt, welche Arten von Schreibblockaden es gibt und wie man diese am besten beseitigt. Um Sie zu beruhigen: Auch Ihr Dozent oder Professor hat mit großer Sicherheit schon mal vor einem leeren Dokument gesessen und sich lieber noch einen Kaffee gekocht (und tut dies vielleicht immer noch ab und an).

Warum beim Schreiben kein Meister vom Himmel gefallen ist

Schreibhemmungen oder auch -blockaden sind … weder Pannen, Betriebsunfälle oder Ausdruck eines persönlichen Fähigkeitsdefizits, sondern sie sind eine psychische Normalität, deren unangenehme Begleiterscheinungen man nur dadurch überwindet, daß sie bewußt [sic!] gemacht werden (Rückriem 2000, zitiert in Theisen 2013: 147).

Wissenschaftliches Schreiben will gelernt sein – man kann von niemandem erwarten, dass er dies von Anfang an perfekt beherrscht. Kruse merkt an, dass daher frustrierende Schreiberfahrungen am Studienanfang keine Ausnahme, sondern die Regel sind, auch weil „vielen Studierenden das Schreiben anfangs nicht als Aufgabe, die man lernen muss [erscheint], sondern einfach als Mittel, um die Aufgaben des Studiums zu lösen“ (2007: 26). Auch wenn dies zum Teil stimmt, gehört das Erlernen des wissenschaftlichen Arbeitens genauso zum Studium wie die Auseinandersetzungen mit den Themenbereichen eines bestimmten Studienfachs.

Wissenschaftliches Schreiben bedeutet vor allem, sich gezielt mit wissenschaftlicher Literatur auseinanderzusetzen und ein Thema zu bearbeiten, um Ergebnisse dieser Auseinandersetzung präsentieren können. Auch muss man sich Folgendes bewusst machen: „Für sehr viele Berufe ist die Fähigkeit, Sachverhalte angemessen darstellen zu können, eine Schlüsselqualifikation“ (Franck & Stary 2009: 120).

Wichtig: Schon zu Beginn des Studiums muss man sich bewusst sein, dass wissenschaftliches Schreiben gelernt werden muss, und schon bei der ersten Hausarbeit sollte man mit diesem Lernprozess beginnen; ansonsten besteht die Gefahr, dass man sich immer mit wissenschaftlichen Routinen schwertut.

Schreibblockaden: Wieso man sie nicht unter den Teppich kehren sollte

Ein großes Problem besteht darin, dass das Schreiben selbst kaum an Universitäten thematisiert wird. Auch wenn es Kurse oder Seminare geben mag oder so manch ein Dozent eine Sitzung nur dem wissenschaftlichen Schreiben widmet, ist der Einstieg für Anfänger nicht so leicht. Der geübte Schreiber hat bereits seine Routinen entwickelt und keiner fragt mehr danach. Dennoch, „über das Schreiben wird nicht gesprochen – schon gar nicht über Schwierigkeiten beim und mit dem Schreiben“ (Franck 2004: 241).

Es bleibt also ein bisschen ein Mysterium, wie das Schreiben erlernt wird, aber solange man es dann am Ende kann, kümmert das wenig; Kleinkinder lernen ja auch „irgendwie“ laufen und sprechen und man nimmt es als selbstverständlich hin, nicht wahr? Tatsächlich aber kann das Schreiben für manche Studenten zur Qual werden und zu einer pathologischen Schreibblockade führen (keine Panik, dies ist nicht der Regelfall!). Symptome hierfür sind z. B., beim Anblick des PCs körperliches Unwohlsein wie Übelkeit, Unruhe, Scheißausbrüche usw. zu verspüren, was mit einer Persönlichkeitsstörung (verdrängte Probleme, Depressionen etc.) zusammenhängen kann und dringend psychotherapeutisch behandelt werden muss (vgl. Kornmeier 2013: 40).

Zu beachten: Falls die oben genannten Symptome nicht auf Sie zutreffen, haben Sie weder eine Schreibblockade noch eine Schreibkrise, sondern höchstens „ein Problem mit dem Schreiben (neudeutsch ‚Schreibproblem‘), das zeitlich befristet ist und das Sie mit vielen Leidensgenossen teilen“ (Kornmeier 2013: 41).

Wichtig: Sollte Obiges auf Sie zutreffen, sollten Sie das Gespräch mit einem Psychologen suchen, denn nur er kann Ihnen bei der Überwindung Ihrer Schreibblockade dauerhaft helfen.

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Die verschiedenen Arten von Schreibblockaden

Den Teufel beim Namen nennen: Welche Art von Schreibblockaden gibt es?

„Wenn du dich jemals wegen deines Zauderns schlecht fühlst, solltest du bedenken, dass Mozart die Ouvertüre zu Don Giovanni am Morgen der Erstaufführung schrieb.“

Mozarts Beispiel soll natürlich keine Einladung sein, sich das Schreiben der Bachelorarbeit oder Hausarbeit bis zur letzten Minute aufzuheben, denn dies kann nicht gut gehen und die Qualität der Arbeit wird schwer darunter leiden. Allerdings ist das Erreichen eines toten Punktes während oder gleich zu Beginn des Schreibprozesses keine Seltenheit; Resignation und Zweifel an sich selbst, dem Projekt und dessen tieferem Sinn (vgl. Nitsch et al. 1994: 125) führen dazu, dass man das Schreiben erst einmal aufschiebt.

Häufig sieht das dann so aus: „Den ersten Satz schreiben – durchstreichen – den zweiten Satz drunterschreiben, dann vielleicht noch einen – durchlesen – verändern – Stift hinlegen – ‚ich glaub´ ich telefonier´ erst mal!‘“ (Esselborn-Krumbiegel 2002: 192). Oder man redet sich ein: Ich hab ja noch sooo viel Zeit; morgen fange ich auf jeden Fall mit dem Schreiben an; ich warte noch ein bisschen; unter (Zeit-)Druck bin ich ohnehin am besten … (vgl. Kornmeier 2013: 39).

Weswegen man oft die Waffen streckt und dazu neigt, Vermeidungstaktiken anzuwenden, wird in der folgenden Aufstellung, wie es zu Schreibblockaden bei der Bachelorarbeit und Hausarbeit kommen kann, deutlich:

  1. Der innere Kritiker wird laut: „Das klingt blöd“, also nichts anderes, als dass die Ansprüche, die man an sich selbst stellt, zu hoch gesteckt sind, um sie zu erfüllen, und dass man das Gefühl hat, man könne an sprachliche Vorbilder in anderen wissenschaftlichen Texten nicht heranreichen (vgl. Kruse 2007: 27-28).
  2. Zeitknappheit/zu wenig Planung, das heißt, dass man entweder viel zu spät oder viel zu früh mit dem Schreiben beginnt; beginnt man zu früh, hat man sich noch nicht genug mit dem Thema befasst und kann keine grobe Gliederung als Richtlinie entwerfen; genauso wenig sinnvoll ist es, zu spät zu beginnen und gegen die Zeit zu kämpfen (vgl. Franck 2004: 244).
  3. Die Angst vor dem leeren Blatt („Wenn ich ein weißes Blatt Papier oder einen leeren Bildschirm vor mir habe, fällt mir oft nichts ein“), denn tatsächlich ist man dem Chaos der eigenen Gedanken ausgeliefert und nicht der Leere; es fällt einem schwer, die Gedanken zu ordnen, und deshalb kann man nichts zu Papier bringen (vgl. Franck & Stary 2009: 120).
  4. Die Angst, etwas Falsches zu schreiben oder zu sagen, ist vor allem die Angst, sich mit dem eigenen Text bloßzustellen, nicht intelligent zu wirken und vor den „allwissenden“ Dozenten schlecht dazustehen; am liebsten möchte man den Text nicht abgeben und hat das Gefühl, ihn immer wieder perfektionieren zu müssen (vgl. Kruse 2007: 29).
  5. Die Schwierigkeit, sich von den gelesenen Texten zu lösen, da es schwerfällt, eigene Gedanken in eigene Worte zu fassen, und man das Gefühl hat, es klinge unwissenschaftlich (vgl. Kruse 2010: 158); das endet oftmals in einer bloßen Aneinanderreihung von Zitaten, das heißt, „das Ergebnis ist ein Zitate-Patchwork – keine eigenständige Arbeit“ (Franck 2004: 245).
  6. Die Angst, es nicht zu schaffen bzw. zu sagen, was man sagen will … Schließlich ist es die Grundangst, dass der entstehende Text in eine andere Richtung geht als geplant und etwas anderes aussagt, weil es manchmal nicht möglich ist, einen bestimmten Gedanken auch genauso aufs Papier zu bringen (vgl. Kruse 2007: 29-30).

Wichtig: Einer dieser Gründe oder sogar mehrere gleichzeitig können die Ursache für eine Schreibblockade beim Verfassen der Bachelorarbeit oder Hausarbeit sein und dazu führen, dass man das Schreiben entweder ganz vermeidet oder der Schreibprozess so schleppend vorangeht, dass es in Frustration endet. Daher muss man sich zunächst klarmachen, was der Grund für die Schreibprobleme sein kann; es kann hilfreich sein, das Gespräch mit Kommilitonen zu suchen („Ich bin nicht allein.“).

Das Licht am Ende des Tunnels: Auch Schreibblockaden lassen sich überwinden!

Da es sich bei Schreibblockaden um ein allgemeines Phänomen handelt, das häufig beim Schreiben einer Bachelorarbeit oder Hausarbeit auftritt, gibt es auch Taktiken und Strategien, um diese Blockaden zu lösen. Generell vermeidet man das Schreiben an sich wohl, weil man unsicher ist, wie wissenschaftliches Schreiben funktioniert. Findet man es heraus, legt sich auch die Tendenz zum Aufschieben (vgl. Kruse 2007: 28).

Tipp: Suchen Sie das Gespräch mit älteren Kommilitonen, die schon Arbeiten verfasst haben, und fragen Sie um Rat, wenn Ihnen das wissenschaftliche Schreiben schwerfällt. Es hilft oft auch schon, sich deren Arbeiten durchzulesen, um eine Idee zu bekommen. Gerade Studenten der gleichen Fachrichtung wissen, worauf es in einem bestimmten Studienfach ankommt, und sind dann „alte Hasen“. Manche Universitäten bieten auch Tutorien an, die das wissenschaftliche Schreiben thematisieren; die Tutoren sind auch Ansprechpartner und es fällt sicher leichter, hier nachzufragen als beim Dozenten, da die Hemmschwelle geringer ist.

Strategien zum Lösen der Schreibblockade

  1. Wenn der innere Kritiker nicht schweigen will, dann ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass noch nichts perfekt sein muss, denn „spätere Änderungen und Überarbeitungen können die anfangs vielleicht noch holprigen Abschnitte glätten“ (Andermann, Drees & Grätz 2006: 70). Es ist noch nichts in Stein gemeißelt: Noch muss nichts perfekt/druckreif sein, denn dieser Anspruch blockiert und auch Franck bemerkt: „Ein vorzeigbarer Text ist ein Text, der umgeschrieben wurde. Die angemessene Form und der treffende Ausdruck gelingen nicht auf Anhieb“ (2004: 243). Es ist Ihr gutes Recht und ganz normal, erst einmal etwas zu produzieren, das „blöd“ klingt – das tun wir alle! Wichtiger ist es, mit dem Schreiben zu beginnen, um ein Erfolgserlebnis zu sehen.
  2. Gegen Zeitknappheit und zu wenig Planung hilft es, Einfälle, die beim Schreiben kommen, zu notieren, und statt einfach drauflos zu schreiben, erst ein kurzes Exposé für jedes Kapitel zu verfassen, das heißt, man gibt sich selbst Regieanweisungen (vgl. Franck 2004: 244). So verhindert man, im Chaos zu versinken und hinterher einen unzusammenhängenden Text zu haben, der Lücken aufweist, weil ihm kein klares Konzept zugrunde liegt
  3. Angst vor dem leeren Blatt zu haben, kann man dadurch nehmen, indem man das Schreiben durch mehrere Schritte vorbereitet und die Gedanken strukturiert, „bevor man sie dann in kleinen Portionen zu Papier bringt“ (vgl. Kruse 2007: 28). Natürlich sieht man das große Ganze und der Kopf ist so voll, dass man nicht mehr weiß, wo man beginnen soll. Also: einen Teil nach dem anderen vornehmen und den Berg Stück für Stück erklimmen und dabei NICHT nach oben sehen!
  4. Die Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu schreiben, steht dem Grundprinzip der Wissenschaft entgegen, dass man in der Wissensgewinnung selbstständig werden soll, also Wissen in Ihrer Disziplin verarbeiten und wiedergeben (vgl. Kruse 2010: 159). Die Eigenleistung hierin liegt in der Fähigkeit, das Wissen in neue Zusammenhänge zu bringen und zu interpretieren: Dazu ist natürlich auch Selbstvertrauen nötig (vgl. Kornmeier 2013: 42), welches Sie haben dürfen, denn es kommt auf Ihre Interpretation und deren Begründung an – pauschal gibt es kein Richtig oder Falsch (vgl. Kornmeier 2013: 45). Man sollte sich nicht den Dozenten selbst vor Augen halten (der „alles besser weiß“), sondern sich stattdessen einen interessierten, nicht wissenden Leser vorstellen, dessen Interesse man gewinnen und aufrechterhalten will (Keseling 2003, zitiert in Franck 2004: 245, vgl. auch Esselborn-Krumbiegel 2002: 196-97).
  5. Sich von den gelesenen Texten zu lösen, erfordert vor allem Mut, diese in eigener Sprache auszudrücken, statt nur zu zitieren und dann beim Überarbeiten den Text in die wissenschaftliche Form zu bringen (vgl. Kruse 2010: 159). Respekt vor den Quellen ist wichtig, aber wenn er zu groß ist, geht das Schreiben nur langsam voran: „Wer am Wort klebt, dringt nicht zum Sinn vor. Was man nicht in eigenen Worten wiedergeben kann, bleibt fremd“ (Franck 2004: 246). Sie werden sehen, wie sich diese Schreibblockade in Luft auflöst, sobald Sie die Kerngedanken der Texte herausgefiltert haben und diese (in eigenen Worten/paraphrastisch) in Ihre Arbeit miteinbauen. Ein direktes Zitat soll nur verwendet werden, wenn der dahinterstehende Sinn Ihre Argumentation untermauert, nicht wegen des Wortlauts an sich.
  6. Werde ich es schaffen, zu sagen, was ich sagen möchte? Das werden Sie, indem Sie Erfahrungen im Schreiben sammeln und sich mit den Konventionen vertraut machen. Es hilft vor allem, sich mit wissenschaftlicher Literatur auseinanderzusetzen, sie zu lesen und zu verstehen (vgl. Kornmeier 2013: 43). Sie müssen sich bewusst machen, dass „Konventionen nicht einfach Gängelbänder sind, die Sie einschränken sollten, sondern dass sie alle […] geschaffen wurden, um die Wissenschaftskommunikation effektiv, genau und zielgerichtet zu gestalten“ (vgl. Kruse 2010: 159). Durch die Entwicklung von Routinen wird das Schreiben schneller von der Hand gehen.

Wichtig: Gerade das Zitieren mag am Anfang „wie eine willkürliche Fußfessel für die Schreibenden [erscheinen], die die Textherstellung verlangsamt“ (Kruse 2010: 160). Allerdings ist es die Textkonvention schlechthin, die den Text erst wissenschaftlich macht, und daher muss man so früh wie möglich lernen, wie man richtig zitiert, da dies nicht leichter, sondern bei längeren Arbeiten dann nur noch mühseliger wird. Beispielsweise spart man sich viel Arbeit, wenn man schon beim Verfassen des Manuskripts die Seitenzahlen der verwendeten Zitate notiert; dies muss als eine Angewohnheit, die Teil des Schreibens ist, gesehen werden – hinterher ist man mehr als dankbar.

Präventive Maßnahmen gegen Schreibblockaden

Weitere Tipps, wie das Schreiben erleichtert werden kann, um Schreibblockaden beim Verfassen der Bachelorarbeit oder der Hausarbeit gar nicht erst entstehen zu lassen:

  • Der Arbeitsplatz und das Umfeld müssen zum Schreiben einladen und störende Einflüsse vermieden werden … eigentlich eine offensichtliche Tatsache und hier nur kurz der Vollständigkeit wegen erwähnt. Kornmeier bemerkt zu diesem Tipp nur sarkastisch, dass man dem Erfinder des Ruhe-Phänomens danken müsse, denn „ohne diese wichtige Information würden sich die meisten Autoren wissenschaftlicher Arbeiten mit CD-Player und Handy bewaffnet in den stark frequentierten Flur des Studentenwohnheims setzen, in die sehr belebte Fußgängerzone oder an ein offenes Fenster im Erdgeschoss – vorzugsweise zur Hauptverkehrszeit“ (2013: 43).
  • Den Schreibtisch nach jedem Arbeitstag geordnet verlassen, benötigte Materialien vorbereiten und/oder den begonnenen Satz eines neuen Abschnitts nicht vollenden, so kann man gleich anknüpfen an die Arbeit des Vortages und muss keinen neuen quälenden Anfang in das Schreiben finden (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 72).
Wichtig: Jeder Schreiber entwickelt eigene Angewohnheiten und solange es für sie/ihn geeignet ist und die Motivation steigert, mag es ein Dritter noch so seltsam und befremdlich finden; das spielt keine Rolle! Es geht darum, sich selbst als Autor kennenzulernen, also wann schreiben Sie am besten und unter welchen Bedingungen? Außerdem ist chaotisch nicht, was andere unordentlich finden, sondern das, was nicht in das individuelle Ordnungssystem des Autors passt (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 72).
  • Mittendrin anfangen zu schreiben, das heißt, nicht mit der Einleitung beginnen, denn sie ist der schwerste Teil und daher ist es oftmals tatsächlich einfacher, mit dem ersten Punkt des Hauptteils anzufangen (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 193). Generell ist es wichtig, überhaupt erst mal zu schreiben, und daher steht es Ihnen frei, praktisch mit jedem Kapitel zu beginnen, welches Ihnen für den Anfang am einfachsten erscheint.
  • Mit anderen über die Arbeit reden, sollte der Schreibprozess einmal wirklich sehr ins Stocken geraten. Diese andere Person muss sich nicht einmal mit dem Thema auskennen, denn manchmal hilft es einfach schon zu versuchen, jemand anderem einen Gedanken mitzuteilen und in Worte zu fassen, den man selbst nicht zu Ende denken kann, denn „dieses Sprechen löst Denkblockaden und bringt oft, wie ein Schlag mit dem Hammer einen stotternden Automotor, unser Gehirn wieder zum Laufen“ (Krämer 2009: 30).
Tipp: Schreiben Sie einen kurzen Text über Ihr „Lieblingsproblem“ beim Schreiben, beginnend mit den Worten „Ich bin der Text von …“, nicht länger als eine Seite, und schreiben Sie höchstens 30 Minuten daran (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 191). So kristallisiert sich Ihre größte persönliche Schreibblockade heraus und Sie können aktiv daran arbeiten, diese zu überwinden, schließlich sollte man den Feind zuerst kennen, bevor man ihn bekämpft.
  • Nachfragen, definieren, aushandeln: Erst wenn die Forschungsfrage klar formuliert und mit dem Betreuer abgestimmt ist, kann auch wirklich zielgerichtet geschrieben werden. Auch Fragen bezüglich der Länge des Textes, des Abgabetermins, die erwartete Menge an Sekundärliteratur, die verwendet werden muss, und ob eine eigene Recherche notwendig ist, welche Form der Text haben soll und wie er einzureichen ist, müssen geklärt sein (vgl. Kruse 2007: 32-33). Auch Unklarheiten in Bezug auf die Erwartungen können Blockaden auslösen, weswegen keine Fragen zu Beginn des Schreibens offen sein sollten. Dann schreibt es sich FAST wie von selbst …
  • Zeitlimit setzen, um zu verhindern, dass Sie dem Perfektionismus verfallen. Nehmen Sie sich vor, einen bestimmten Abschnitt oder ein Kapitel in einer bestimmten Zeit zu verfassen (vgl. Esselborn-Krumbiegel), und belohnen Sie sich dafür, wenn Sie es geschafft haben (Sie bestimmen natürlich selbst, was für Sie eine Belohnung darstellt und Sie zum Weiterschreiben motiviert).
Persönliche Erfahrung der Autorin: Ich habe mir im Laufe der Jahre mein „eigenes System“ zugelegt, welches dergestalt ist, dass ich alle verwendeten Bücher und Texte offen um meinen Laptop herum „drapiere“, manchmal auch übereinander nach verschiedenen Aspekten für verschiedene Abschnitte staple. Auch wenn mein Schreibtisch dann aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen (oder eher gleich mehrere), brauche ich das zum Schreiben (jeder anderes sieht vermutlich nur Chaos …). Ich kann gleich loslegen und muss nicht jeden Tag alles wieder neu auf bestimmten Seiten aufschlagen usw.; etwas Unfertiges wartet darauf, vervollständigt zu werden, und selbst wenn ich Unordnung normalerweise nicht mag, motiviert mich das zum Weiterschreiben.

Wissenschaftlicher Leitfaden wie Schreibblockaden gelöst werden können

Diese Übersicht von Kornmeier (2013: 44-46) bietet einen schönen Überblick über Schreibblockaden und wie sie gelöst bzw. überwunden werden können.

Tipps zum Lösen von Schreibblockaden in Bachelorarbeit
Tipps zum Überwinden der Schreibblockade bei der Hausarbeit
Lösen und Überwinden der Schreibblockkade

Fazit

  • Wissenschaftliches Schreiben will gelernt und geübt sein, und dass man sich am Anfang damit schwertut und Schreibblockaden und Probleme auftauchen, ist etwas ganz Normales: Jeder ist davon betroffen.
  • Schreibblockaden können aber auch pathologisch sein, z. B. wenn die Aussicht, eine Hausarbeit schreiben zu müssen, sich negativ auf den Gesundheitszustand auswirkt (Schlaflosigkeit, Panikattacken usw.); damit ist nicht zu spaßen und es sollte psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden.
  • Schreibblockaden beziehungsweise Probleme beim Schreiben der Bachelorarbeit oder Hausarbeit können verschiedenster Natur sein: die Angst vor dem leeren Blatt oder etwas Falsches zu schreiben, nicht das auszudrücken, was man sagen will, bis hin zu unzureichender Planung und der Schwierigkeit, sich vom Wortlaut der Sekundärquellen zu lösen sowie dem inneren Kritiker, der nicht schweigen möchte, und dessen vernichtender Kritik, dass alles, was man produziert, „blöd“ klingt.
  • All diese Schreibblockaden lassen sich jedoch lösen: Vor allem eine große Portion Selbstvertrauen ist wichtig und das Wissen, dass nichts von Anfang an perfekt sein muss, sondern dass man den Text noch überarbeiten kann.
  • Auch eine gute Vorstrukturierung hilft, die Gedanken zu ordnen, und man muss sich den Text in kleinen „Häppchen“ vornehmen und nach und nach die einzelnen Kapitel schreiben, denn sieht man nur den ganzen Berg, kapituliert man eher, als ihn Stück für Stück zu bezwingen.
  • Hilfreich ist es auch, mit anderen über das Schreiben zu sprechen – seien es nun ältere Kommilitonen auf der einen Seite, die ihre Arbeiten zur Verfügung stellen können und deren Lektüre hilfreich sein kann, oder auch andere vertraute Personen: Manchmal hilft es beim Ordnen der Gedanken, diese einem anderen verständlich mitzuteilen.
  • Der Schreibauftrag muss klar ausgehandelt sein mit einer klar definierten Forschungsfrage: Blockaden können auch durch Ungewissheit, wie sich der Schreibauftrag gestalten soll, entstehen.
  • Sich selbst ein Zeitlimit zu setzen, um einen bestimmten Abschnitt zu schreiben, und sich dafür zu belohnen, kann die Motivation zum Schreiben erheblich steigern. Es ist wichtig, Erfolge zu sehen, und schon schwindet die Angst vor dem leeren Blatt.

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Quellennachweise

Andermann, Ulrich, Martin Drees & Frank Götz. 2006. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? 3. Aufl. Mannheim: Dudenverlag.

Esselborn-Krumbiegel, Helga. 2002. Von der Idee zum Text – Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Franck, Norbert. 2004. Handbuch Wissenschaftliches Arbeiten. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag.

Franck, Norbert & Joachim Stary. 2009. Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. 15. Aufl. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Kornmeier, Martin. 2013. Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für Bachelor, Master und Dissertation. 6. Aufl. Bern: Haupt.

Krämer, Walter. 2009. Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? 3. Aufl. Frankfurt: Campus.

Kruse, Otto. 2007. Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus.

Kruse, Otto. 2010. Lesen und Schreiben – Der richtige Umgang mit Texten im Studium. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.

Nitsch, Jürgen R. et al. 1994. Der rote Faden – Eine Einführung in die Technik wissenschaftlichen Arbeitens [Betrifft: Psychologie & Sport: Sonderband 22]. Köln: bps-Verlag.

Theisen, Manuel René. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

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