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Das Bachelorstudium – Dauer, Abschlüsse, wichtige Infos

Das Bachelorstudium - Dauer, Abschlüsse, Studiengänge

Wir geben Ihnen grundlegende Informationen rund um das Bachelorstudium. Es wird die historische Entstehung des Bachelorstudiums in Deutschland und der EU betrachtet und der Aufbau des Bachelorstudiums genauer unter die Lupe genommen.

Des Weiteren werden die Credit Points im Bachelorstudium aufgeschlüsselt, die Bachelor-Abschlüsse nach Fachrichtungen sortiert und auf Vorteile und Nachteile des Bachelorstudiums eingegangen. Im Schlussteil werden Folgestudiengänge genannt und interessante Daten und Fakten zum Bachelorstudium gegeben.

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Hintergrund zum Bachelorstudium

Bologna-Prozess: Die Schaffung des Bachelorstudiums ging aus dem Bologna-Prozess im Jahr 1999 hervor. Ziel des Bologna-Prozesses ist es, einen europäischen Hochschulraum zu schaffen mit einem vergleichbaren, kompatiblen und kohärenten Bildungssystem. Der Prozess wird aktuell in 47 Ländern ausgeführt. Die Ministerkonferenz tagt alle drei Jahre, um den Prozessfortschritt zu verfolgen. Die nächste Ministerkonferenz findet 2018 in Frankreich statt. [1] [2]

Mit dem Prozess soll zudem eine bessere Vergleichbarkeit bei den Hochschulabschlüssen, die Mobilität der Studierenden innerhalb der EU und die Bildungsqualität gefördert werden. Der Bologna-Prozess beruht auf der Strategie Europa 2020 für Wachstum und Beschäftigung innerhalb der EU. [2]

Aufbau Bachelorstudium

Zulassungsvoraussetzungen: Um ein Bachelorstudium in Deutschland zu absolvieren, wird die Hochschulreife oder Hochschulzugangsberechtigung benötigt.[3] Die Hochschulreife bzw. Hochschulzugangsberechtigung wird durch das Abitur bzw. Fachabitur vergeben. Für ausländische Schulabgänger wird ein gleichwertiges Zeugnis zum Abitur benötigt.[4]

Viele der Studiengänge sind zulassungsfrei und können mit einem erfolgreichen (Fach-)Abitur begonnen werden. Es gibt aber auch heiß begehrte Studiengänge, bei denen es mehr Interessenten als Studienplätze gibt. Ein guter Numerus clausus (NC) erhöht die Chancen, einen dieser Studienplätze zu bekommen. Der NC wird durch die Anzahl der Studienplätze im Verhältnis auf die Zahl der Bewerber berechnet und bezieht sich auf die Abiturnote. Die Bewerber mit den besten Notendurchschnitten erhalten zuerst die Studienplätze.[10]

Bundesweit zulassungsbeschränkt sind die Bachelorstudiengänge Human- und Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie.[11]

Tipp: Auf dem Onlineportal Hochschulkompass bekommen Sie die Informationen, ob Ihr Wunsch-Bachelorstudium örtlich zulassungsbeschränkt oder zulassungsfrei ist.

Bildungsinstitut: Bachelorstudiengänge können an Universitäten, gleichgestellten Hochschulen und Fachhochschulen absolviert werden.[5]

Dauer Bachelorstudium: Die Regelstudienzeit beträgt für ein Vollzeit-Bachelorstudium 6-8 Semester (3-4 Jahre). Bei einem konsekutiven (aufeinanderfolgenden) Vollzeitstudium beträgt die komplette Regelstudienzeit 10 Semester (5 Jahre). [5]

Dauer Bachelorstudium

Abweichend von dieser Aufstellung ist das Duale Bachelorstudium der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Mit einem Bachelorabschluss an der DHBW werden dem Absolventen innerhalb von sechs Semestern 210 ECTS angerechnet. Der Grund liegt darin, dass ein Teil der Studienleistung während der Praxisphasen erbracht wird (Integration von theoretischen und praktischen Inhalten) und dafür zusätzliche 30 ECTS angerechnet werden.[6] Dementsprechend werden für das Masterstudium nur noch 90 ECTS benötigt.

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Credit-Point-System Bachelorstudium

Grundlegend gilt:

  • Für den Bachelorabschluss sind mindestens 180 ECTS notwendig.
  • Für die Bachelorarbeit müssen mindestens 6 ECTS und dürfen maximal 12 ECTS vergütet werden.[5]

Das ECTS-System (European Credit Transfer System) macht Hochschulbildung in Europa vergleichbar und fördert die Transparenz und Anerkennung der Studienleistung. In diesem Credit-Point-System werden im Bachelorstudium die Lernergebnisse und das Arbeitspensum in Leistungspunkten ausgedrückt. Hierbei wird das Arbeitspensum in der Regel zwischen 1.500-1.800 Stunden pro Hochschuljahr angesetzt. Ein Credit Point wird für 25-30 Stunden Arbeit vergeben. [7]

Beispiel:

Wenn für eine Klausur 4 ECTS vergeben werden, dann wurde als Arbeitspensum (Vorbereitung/Nachbereitung Vorlesung und Prüfungsvorbereitung) mit 100-120 Stunden kalkuliert.

Bachelor-Abschlüsse und -Fächergruppen

Aus dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.10.2013 wurden in der Fassung vom 04.02.2010 die ländergemeinsamen Strukturvorgaben für die Akkreditierung der Bachelorstudiengänge festgelegt. Durch die geringe Anzahl an Bachelor-Abschlüssen soll die Akzeptanz und internationale Zusammenarbeit auf dem Arbeitsmarkt gefördert werden. Für ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium kann nur ein Grad des Abschlusses verliehen werden. Aus dem Beschluss wurden folgende Bezeichnungen für den Bachelor-Abschluss zu den jeweiligen Fächergruppen festgelegt:[5]

FächergruppeBezeichnung Bachelor-Abschluss
Mathematik,
Naturwissenschaften,
Medizin,
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften
Bachelor of Science (B. Sc.)
Kunstwissenschaft,
Sozialwissenschaft,
Sprach- und Kulturwissenschaften,
Sport, Sportwissenschaft
Bachelor of Arts (B. A.)
WirtschaftswissenschaftenBachelor of Arts (B. A.)
Bachelor of Science (B. Sc.)
RechtswissenschaftenBachelor of Laws (LL. B.)
IngenieurwissenschaftenBachelor of Science (B. Sc.)
Bachelor of Engineering (B. Eng.)
LehramtBachelor of Education (B. Ed.)
MusikBachelor of Music (B. Mus.)
Freie KunstBachelor of Fine Arts (B. F. A.)
Künstlerisch angewandte Studiengänge,
darstellende Kunst
Bachelor of Arts (B. A.)

Das Statistische Bundesamt gibt Aufschluss über die Verteilung der Studenten nach Fächergruppen in Deutschland. Die populärsten Fächergruppen stellen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften dar.[8]

Aufteilung Studierende im Bachelorstudium nach Fächergruppen

Quelle: Statistisches Bundesamt 2016

Vorteile und Nachteile des Bachelorstudiums

Anhand der unten aufgeführten Tabelle sind die wesentlichen Vorteile und Nachteile eines Bachelorstudiums aufgeführt. Diese Punkte sind eine rein subjektive Betrachtung von BachelorPrint und sollen dem Schulabgänger eine ungefähre Richtung geben, was sie in einem Bachelorstudium erwartet. Diese Punkte wurden von vielen Bacheloranden an uns herangetragen und gewissenhaft in den nachfolgenden Ausführungen zusammengefasst.

Vorteile BachelorstudiumNachteile Bachelorstudium
- International anerkannter Abschluss- Durch die verkürzte Studienzeit gegenüber dem vorherigen Diplomabschluss (8-10 Semester) leidet der Umfang bzw. die Qualität.
- International anerkannter Abschluss- Im Bachelorstudium herrscht oft das Motto „Zusammenfassen, auswendig lernen und in den Prüfungen wiedergeben“. Das Kurzzeitgedächtnis wird in dieser Zeit erheblich gefördert, allerdings bleibt nicht allzu viel hängen.
- Fachspezifische Basis für Aufbaustudium (Masterstudium)- Durch die erhöhte Nachfrage an Masterstudiengängen wird ein guter bis sehr guter Bachelorabschluss benötigt, i. d. R. < 2,5, um sich in ein Masterstudium einschreiben zu können.
- Förderung des internationalen Bildungsaustauschs durch anerkannte ECTS innerhalb ausländischer Bildungseinrichtungen- Durch den gekürzten Studienplan ist ein Auslandsstudium, welches nicht im vollen Umfang die ECTS der ausl. Kurse anrechnet, nur schwer in die 6-8 Semester Regelstudienzeit zu involvieren. Oft wird deshalb das Bachelorstudium um ein weiteres Semester verlängert.
- Förderung des internationalen Bildungsaustauschs durch anerkannte ECTS innerhalb ausländischer Bildungseinrichtungen- Der Studienplan ist stark vorgegeben. Spezialisierungen und tiefere Materie werden erst intensiv im Masterstudium vermittelt. Oftmals wird das Bachelorstudium als „oberflächlich“ bezeichnet.

Anschluss bzw. Folgestudium an das Bachelorstudium

Masterstudium: Das Masterstudium stellt in der Regel das Aufbaustudium an das Bachelorstudium dar. Mit dem erfolgreichen Abschluss bzw. der Bachelor-Graduierung kann das Masterstudium begonnen werden. Das Masterstudium kann auf dem Bachelorstudium aufbauen und so die Durchlässigkeit im Hochschulsystem aufrechterhalten oder sich auf ein anderes Wissensfeld fokussieren. Jedoch können aus Kapazitätsgründen für spezifische Masterstudiengänge Eingangsprüfungen vorhanden sein.[5] 

Interessante Daten und Fakten zum Bachelorstudium

Zum Wintersemester 2014/2015 studierten 2.698.910 Studenten in Deutschland.[8] Den größten Teil bilden die Studenten im Bachelorstudium mit 1.565.162 Studierenden, was ca. 58 % der gesamten Studenten entspricht.

StudiengängeAnzahl Studierende in Deutschland zum WiSe 2014/2015
Bachelorstudium1.565.162
Masterstudium437.770
Übrige Studiengänge695.978
Gesamt2.698.910

Quelle: Statista 2016

Die Abbildung verdeutlicht die Entwicklung der Anzahl der Studierenden und die zugehörigen Studiengänge Bachelor, Master und übrige Studiengänge im Zeitraum 1999-2015 in Deutschland.[9]

Anzahl Bachelor Studenten zum Wintersemester 2014-2015

Quelle: Statista 2016

Einstiegsgehalt mit Bachelor-Abschluss

Das Einstiegsgehalt mit B.-A.-Abschluss variiert je nach Studiengang und Berufsfeld. Als Beispiel wird das Einstiegsgehalt des weitläufigen Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre genommen.[12]

Zur Gehaltsübersicht: Absolvent Betriebswirtschaftslehre (B. A.)

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Quellennachweise

1. European Higher Education Area, Bologna Process, abgerufen am 28.01.2016.

2. EUR-Lex, Bologna-Prozess: Schaffung eines Europäischen Hochschulraums, abgerufen am 28.01.2016.

3. Ludwig-Maximilian-Universität München, Hochschulzugangsberechtigung, abgerufen am 28.01.2016.

4. Universität Trier, Bachelor: Voraussetzungen für die Aufnahme eines Studiums, abgerufen am 29.01.2016.

5. Kultusminister-Konferenz, Ländergemeinsame Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen – Beschluss vom 10.10.2003 in der Fassung vom 04.02.2010, abgerufen am 29.01.2016.

6. Duale Hochschule Baden-Württemberg, Informationen für Studieninteressierte, abgerufen am 30.01.2016.

7. Europäische Kommission, Europäisches System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS), abgerufen am 31.03.2016.

8. Statistisches Bundesamt, Studierende insgesamt nach Fachrichtungen, abgerufen am 01.03.2016.

9. Statista, Anzahl der Studierenden in Bachelor- und Masterstudiengängen sowie in übrigen Studiengängen von Wintersemester 1999/2000 bis 2014/2015, abgerufen am 03.03.2016.

10. Bundesministerium für Bildung und Forschung, Ausbildung oder Studium? (PDF), abgerufen am 30.01.2016.

11. Hochschulstart-Stiftung für Hochschulzulassung, Zulassungsbeschränkung erkennen, abgerufen am 03.03.2016.

12. Gehaltsvergleich, Bachelor of Arts – Betriebswirtschaftslehre Gehalt bundesweit, abgerufen am 24.05.2016.

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